Vulco Reifenrunderneuerung Dresden wächst kontinuierlich mit Qualität

Gerade kleinere Runderneuerer können sich in der Regel auf die Kontinuität ihres Geschäftes verlassen. Es ist weniger stark von den Schwankungen im internationalen Gütertransport betroffen als das der großen Werkserneuerer und lebt außerdem von der Stabilität seiner Vertriebswege im Reifenhandel, in deren Mittelpunkt oftmals der Absatz über die eigene Handelsorganisation steht. Dies trifft auf die Vulco Reifenrunderneuerung Dresden vielleicht noch mehr als auf andere ähnliche Betriebe in Deutschland zu, wie die NEUE REIFENZEITUNG bei einem Besuch in der Produktion erfuhr.

button_retreading-special-schriftzug-jpg Dieser Beitrag ist im März in unserer Runderneuerungsbeilage Retreading Special erschienen, die Abonnenten hier als E-Paper lesen können.

Die Vulco Reifenrunderneuerung Dresden GmbH kann dieses Jahr bereits ihr 20-jähriges Jubiläum feiern. Das Unternehmen ist damals durch die Gesellschafter der Dresdner Reifen Zentrale (DRZ) gegründet worden, um die in den neuen Bundesländern expandierenden Partner einfacher mit runderneuerten Reifen versorgen zu können. Vor der Gründung 1995 hatten die Filialen der Dresdner Reifen Zentrale – ihrerseits 1990 kurz nach der Wende gegründet durch die Team-Partner Gerhard Ludwig (Rieger + Ludwig, Augsburg) sowie Michael Nabholz (Nabholz, Gräfelfing) – nach dem Bandag-Verfahren runderneuerte Reifen noch über die „Vulco Augsburg“ sowie andere kaltrunderneuerte Reifen von einem Vakuum-Vulk-Partner (einem Bandag-Vorläufer-Verfahren) im sächsischen Schmölln-Putzkau 20 Kilometer östlich von Dresden bezogen.

Peter Grüger, geschäftsführender Gesellschafter der Dresdner Reifen Zentrale GmbH (DRZ), betreibt gemeinsam mit den Partnern aus der Team-Kooperation die Vulco Reifenrunderneuerung Dresden, deren Geschäftsführer und Mitgesellschafter er ebenfalls ist

Peter Grüger, geschäftsführender Gesellschafter der Dresdner Reifen Zentrale GmbH (DRZ), betreibt gemeinsam mit den Partnern aus der Team-Kooperation die Vulco Reifenrunderneuerung Dresden, deren Geschäftsführer und Mitgesellschafter er ebenfalls ist

Peter Grüger, geschäftsführender Gesellschafter der Dresdner Reifen Zentrale GmbH, zeigte guten Sinn fürs Geschäft, so dass sich bereits wenige Jahre nach der Gründung der DRZ eine eigene Runderneuerung rechnete. Gemeinsam mit DRZ-Geschäftsführer Peter Grüger kaufte man den VV-Runderneuerungsbetrieb in Schmölln-Putzkau und konnte fortan die DRZ-Gesellschafter selbst mit runderneuerten Reifen versorgen. 1999 wurde dann ein weiterer Team-Partner Gesellschafter der Vulco Reifenrunderneuerung Dresden.

Die vier Partner betrieben fortan den Runderneuerungsbetrieb in Schmölln-Putzkau, der in der direkten Nachwendezeit als privates Unternehmen entstanden war, als Vulco Reifenrunderneuerung Dresden GmbH weiter und erschlossen sich somit einen zusätzlichen Markt und bauten die dafür notwendigen Produktionskapazitäten auf.

Direkt bei Übernahme des VV-Runderneuerungsbetriebs in Schmölln-Putzkau setzten die DRZ und ihre Mitgesellschafter auf das Bandag-Verfahren, von dem man bei Vulco auch 20 Jahre nach der Übernahmeentscheidung immer noch zu 100 Prozent überzeugt ist, wie Produktionsleiter Tino Heusinger und Vulco-Kundenberater Wolfgang Krüger im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG bestätigen. „Wir leben Bandag“, erläutert Krüger bei einem Rundgang durch die Produktion, die heute in Burkau 40 Kilometer östlich von Dresden ansässig ist (zum Umzug gleich mehr). Dort zeigt er nicht ohne Stolz die großflächige Urkunden-Wand vor, hervorgehoben noch durch die alljährlichen Bandag-Zertifizierungen.

Bereits fünf Jahre nach Gründung der Vulco mit Produktion in Schmölln-Putzkau mussten sich die Gesellschafter eingestehen: Am Standort ist unter den gegebenen Umständen kein weiteres Wachstum möglich. Auch ließen sich Investitionen in die veraltete Immobilie kaum mehr aufschieben. Folglich fiel dann der Beschluss, sich mit der Produktion gleich einen komplett neuen und den aktuellen Anforderungen gewachsenen Standort zu suchen. Diesen fand Vulco-Geschäftsführer Peter Grüger dann in Burkau in einer ehemaligen Fensterfabrik. Die Immobilie – gebaut nach der Wende – bot genügend Platz für eine erweiterte Produktion und lag außerdem ebenfalls überaus günstig direkt an der Ost-West-Autobahn A4. 2004, also neun Jahre nach Gründung der Gesellschaft, zog die Vulco Reifenrunderneuerung Dresden nach Burkau östlich der sächsischen Landeshauptstadt.

Konnte Vulco vor dem Umzug bis zu 5.000 Lkw-Reifen pro Jahr in Schmölln-Putzkau produzieren, so ist dies heute nahezu doppelt soviel; Produktionsleiter Tino Heusinger zufolge fertigt Vulco heute in der Regel zwischen 8.000 und 9.000 Reifen jährlich und kann damit seine Produktion mit ihren zehn Mitarbeitern im Einschichtbetrieb gut auslasten. Der Umsatz damit aktuell: 1,3 Millionen Euro. Anlässlich des Umzugs 2004 investierte Vulco nicht nur in Produktionskapazitäten: Zusätzlich zum bereits bestehenden 22er Kessel wurde ein zweiter Kessel für bis zu acht Reifen pro Heizgang angeschafft. Ebenfalls bot der neue Standort deutlich größere Lagerkapazitäten für Karkassen, fertig runderneuerte Reifen und das Runderneuerungsmaterial, sprich: die Bandag-Laufstreifen. Außerdem wurde 2004 ein automatischer Belegeextruder angeschafft, wodurch die Produktionsabläufe noch einmal deutlich gestrafft und die Produktionsqualität verbessert werden konnten. Ebenfalls eine große Investition in Sachen Qualität: Ab 2004 betreibt Vulco am Standort in Burkau eine Shearografie, mit der heute eine lückenlose Eingangskontrolle stattfindet.

Damals wie heute kann Vulco – wie eingangs beschrieben – sehr von der Stabilität seiner Vertriebswege im Reifenhandel profitieren. In Abhängigkeit vom Markt liefert Vulco zwei Drittel bis drei Viertel seiner Jahresproduktion an die eigenen Gesellschafter aus der Team-Kooperation und an die Dresdner Reifen Zentrale aus, die ihrerseits aktuell acht Filialen betreibt und damit als Bandag-Partner in Sachsen eine marktführende Rolle einnimmt. Weitere wichtige Kunden sind Reifenhändler der Region sowie DRZ-/Team-Flottenkunden. Seit 2013 ist die DRZ im Übrigen auch direkt Team-Gesellschafter, nachdem man zuvor über die Gesellschafter an die Team-Kooperation angeschlossen war. Ganz allgemein gilt, so Vulco-Kundenberater Wolfgang Krüger, dass die Bandag-Runderneuerten von Vulco ausschließlich an Wiederverkäufer und an Selbstmontierer unter den Flottenkunden vertrieben werden. Endverbraucher, die nicht selber montieren, kaufen die Runderneuerten hingegen von der Dresdner Reifen Zentrale, die entsprechend den Montageservice leistet. Dabei zeichne sich die Region um Dresden durch das Fehlen großer, internationaler Flotten aus, was wiederum förderlich für die Stabilität der Absätze ist. Gerade kleine Flotten hielten ihre Fahrzeuge in der Regel deutlich länger, so dass sie stets auch einen Ersatzbedarf an Reifen haben, bevor die Fahrzeuge etwa zum Leasinggeber zurückgehen.

Dass die Vulco-Vertriebswege überaus stabil sind, zeigt sich auch am überaus hohen Anteil an Kundenkarkassen, die die Produktion in Burkau durchlaufen. 95 Prozent der Produktion ist Auftragsarbeit, so Produktionsleiter Tino Heusinger; die Kunden erhielten dabei eine Runderneuerung auf ihrer eigenen Karkasse. Dies hat den Vorteil, dass der Kunde genau weiß, was die Karkasse im vorherigen Leben ‚durchgemacht‘ hat. „Bei uns sieht man, was man bekommt“, so Heusinger und unterstreicht dabei gleichzeitig einen weiteren Vorteil der Kaltrunderneuerung, bei der die Seitenwand mit Farbe aufgearbeitet und nicht mit neuem Gummi überarbeitet wird.

Dass Vulco nahezu ausschließlich Kundenkarkassen runderneuert, führt auch dazu, dass das Unternehmen nur begrenzt Karkassen zukaufen muss – eine große Erleichterung, ist doch der Karkassenmarkt seit einigen Jahren chronisch knapp, zumindest was gute 1A-Karkassen betrifft. Auch zeige der hohe Anteil an Kundenkarkassen, dass die Vulco-Kunden die Bedeutung und den Wert ihrer Karkassen als wieder verwendbaren Wertstoff erkennen, während es im Markt immer noch genügend Endkunden gibt, denen eine runderneuerungsfähige Karkasse nicht viel bedeutet und die deren Wert kaum schätzen.

Während die Vulco Reifenrunderneuerung noch im Laufe dieses Jahres ihren 20. Geburtstag feiern kann, legt man dort aber nicht die Hände in den Schoß. Im Gegenteil: Das Unternehmen hat auch für dieses Jahr und die nähere Zukunft große Investitionspläne. So soll demnächst eine neue Raumaschine angeschafft werden, ebenfalls soll ein neuer Kessel die Produktion ergänzen. Darüber hinaus will Vulco demnächst in eine neue Absauganlage sowie in die Farbgebung investieren. Man rechnet in Burkau mit einem Investitionsvolumen von wenigstens einer Viertelmillion Euro. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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