„Wettbewerbswidriges Verhalten“ als Grund für die Trennung zwischen Goodyear und SRI?

Nachdem gestern bekannt wurde, dass Goodyear Tire & Rubber das seit rund 15 Jahren laufende internationale Joint Venture mit Sumitomo Rubber Industries (SRI) beenden will, kommen nun weitere Details zu den möglichen Hintergründen ans Licht. Im Rahmen des gestrigen „Conference Call“ zum aktuellen Geschäftsbericht 2013 erklärte Laura Thompson, Executive Vice-President und Chief Financial Officer des US-Hersteller: „Sumitomo hat ein wettbewerbswidriges Verhalten in Bezug auf Kartellgesetze an den Tag gelegt und wir sind der Ansicht, dies rechtfertigt die Auslösung der Partnerschaft. Am 10. Januar haben wir mit der Schlichtung begonnen, um die Partnerschaft aufzulösen.“

Weitere Informationen dazu wollte Thompson auch auf Nachfrage nicht nennen und verwies dabei auf die bei der Internationalen Handelskammer (Paris) laufende Schlichtung, die vertraulich sei. Ein Blick in den aktuellen Jahresbericht fügt dem bisherigen Sachstand allerdings hinzu, dass Goodyear neben der Auflösung des Joint Ventures offenbar auch „Schadensersatz und weitere Unterlassung“ von Sumitomo Rubber Industries fordern wolle.

Das Wall Street Journal meldet unterdessen unter Berufung auf eine in Japanisch veröffentlichte Mitteilung, es gebe eine Meinungsverschiedenheit zu dem, was Goodyear offenbar als „wettbewerbswidriges Verhalten“ umschrieben hat. Man wolle sich aber an das Gebot der Vertraulichkeit halten und die Schlichtung abwarten, bevor man etwas zur Sache sage. Grundsätzlich wolle sich SRI allerdings nicht gegen die Auflösung des Joint Ventures wenden.

Wie Goodyear weiter in seinem aktuellen Bericht schreibt, habe SRI das Recht („Exit Rights“), dem US-Partner die jeweils 25-prozentigen Anteile an Goodyear Dunlop Tires North America und Goodyear Dunlop Tires Europe zu verkaufen, ohne dass dieser dies ablehnen könnte. Darüber müsse SRI jetzt binnen drei Monaten entscheiden; ein Preis für die Anteile müsste verhandelt werden. Würden sich die beiden Unternehmen auf den Verkauf der Anteile an Goodyear einigen, würde der US-Hersteller in Nordamerika wie auch in Europa offenbar die Rechte an der Marke Dunlop behalten, heißt es dort weiter; diese hatte Sumitomo Rubber Industries 1999 in das Joint Venture eingebracht. ab

 

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