Für 2007 muss Nokian Steuern in zweistelliger Millionenhöhe nachzahlen

Nokian Tyres hat von den finnischen Steuerbehörden eine Aufforderung zur Nachzahlung von Steuern das Geschäftsjahr 2007 betreffend erhalten: Insgesamt soll der Reifenhersteller 26,9 Millionen Euro berappen – noch in diesem Januar. Die Summe setzt sich demnach aus der eigentlichen Steuernachforderung in Höhe von 16,0 Millionen Euro sowie aus einer Strafgebühr nebst aufgelaufenen Zinsen in Summe der übrigen 10,9 Millionen Euro zusammen. Das Unternehmen will das Ganze zwar noch in der 2013er-Bilanz verbuchen, hat aber nichtsdestoweniger Widerspruch gegen die Zahlungsaufforderung eingelegt, die offenbar auf einer Neueinschätzung des Russland-Geschäftes des Reifenherstellers durch die finnischen Behörden beruht.

Bei dem Ganzen geht es dabei um Steuern für Warenlieferungen zwischen den Nokian-Tochterunternehmungen auf Basis von sogenannten Transaktionspreisen, deren Berechnung für den Fall Russland offenbar infrage gestellt wird. Nach Ansicht der Steuerbehörden ist Nokians Erfolg auf dem russischen Markt nicht auf das als modern und effizient beschriebene dortige Werk des Konzerns oder dessen landesweites Vertriebs- und Logistiknetz zurückzuführen, sondern vielmehr darauf, dass der russische Standort als eine Art risikoloser Kontraktfertiger anzusehen sei. Werde dies bei der Besteuerung berücksichtigt, müsse Nokian einen maßgeblichen Anteil seiner Gewinne aus dem Russland-Geschäft eben auch in seinem Heimatland versteuern, wie weiter argumentiert wird. Das sieht der Reifenhersteller freilich nicht so, wittert stattdessen vielmehr einen Fall von Doppelbesteuerung und hat deshalb Widerspruch gegen die Entscheidung der Steuereintreiber eingelegt, die zudem noch dabei sind, auch die Jahre 2008 bis 2011 diesbezüglich unter die Lupe zu nehmen.

„Wir haben alles versucht, die Steuerbehörden dabei zu unterstützen, die Geschäfte der Gruppe und vor allem die in Russland zu verstehen. Bei früheren Audits bis einschließlich dem fürs Geschäftsjahr 2006 wurden nie irgendwelche Korrekturen an den Transaktionspreisen für Lieferungen zwischen dem Konzern und seinen russischen Töchtern angemahnt. Die jetzige Interpretation der Steuerbehörden trägt nicht zu einer besseren Vorhersagbarkeit der Besteuerung bei. Wenn die Entscheidung Bestand haben sollte, müssen wir sehr genau überlegen, wie das Unternehmen seine Geschäfte zukünftig organisiert. Der Prozess wird in jedem Fall Jahre dauern und den Konzern einiges an Anstrengungen und Aufwand kosten“, sagt Nokian-Tyres-CFO Anne Leskelä. cm

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