Rädermarkt dümpelt weiter vor sich hin

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Im Auftrag des beim Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) angesiedelten Arbeitskreises Felgenhersteller wird von der Unternehmensberatung BBE Automotive (Köln) Marktforschung in Sachen des Rädergeschäftes in Deutschland betrieben. Halbjährlich wird auf Basis dessen dann ein sogenanntes Räder-Sell-in-Panel veröffentlicht, das Aufschluss über die Marktentwicklung geben soll. Nach der jüngsten Auswertung für das erste Halbjahr 2013 liegt zugleich damit nun auch eine aktualisierte Prognose für das Gesamtjahr vor. Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass die Absatzvolumina sowohl von Leichtmetall- wie auch Stahlrädern in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 weiter rückläufig entwickelt haben und sich die Stimmung in der Branche daher weiter verschlechtert hat.

Hatten die Panelteilnehmer im Frühjahr die Stimmung im Durchschnitt noch mit der Note 3,31 charakterisiert, so ist dieser Wert nunmehr sogar auf 3,36 abgesunken. „Zu dem ‚Befriedigend Minus’ führten vor allem die beobachteten negativen Markteinflüsse: weiterhin rückläufige Neuzulassungszahlen, sinkendes Interesse der Endkunden an Umrüstungen, durch Überangebot verursachter Preisdruck im Markt und hier und da Liquiditätsengpässe, die auf hohe Lagerbestände zurückzuführen sind“, so der BRV in einer entsprechenden Mitteilung. Als einzig Positives wird verbucht, dass die Umfrageteilnehmer „Perspektiven im Premiumsegment“ gemeldet haben sollen.

In Bezug auf das deutsche Ersatzmarktgeschäft mit Alurädern war das Absatzvolumen im ersten Halbjahr 2013 mit insgesamt rund 1,53 Millionen Stück gleichwohl leicht rückläufig gegenüber den 1,56 Millionen Einheiten des Vorjahreszeitraumes. Diese Zahlen, die einem knapp zweiprozentigen Minus entsprechen, beinhalten demnach allerdings nicht nur die Mengen, die von den Panelteilnehmern an BBE Automotive gemeldet wurden, sondern werden laut BRV ergänzt um Expertenschätzungen zum Sell-in-Absatz sonstiger Unternehmen. Mit Blick allein auf die Daten der Panelteilnehmer wird der Marktrückgang bei Leichtmetallrädern mit rund 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beziffert.

„Die für dieses Jahr erhoffte Wende blieb somit bislang aus“, konstatiert der Branchenverband und ergänzt, dass sich dies freilich auch auf die Erwartungen der Branche für das Gesamtjahr niederschlägt. Wie es weiter heißt, rechnen die Felgenhersteller jetzt nur noch mit einem stagnierenden bis höchstens leicht wachsenden Marktvolumen, während im Frühjahr noch ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber 2012 für möglich gehalten wurde. Bei alldem wurde zudem eine „deutlich polarisierte Nachfrage des Handels“ in Bezug auf die verschiedenen Dimensionen festgestellt: Bei Leichtmetallrädern von 13 bis 16 Zoll war die Entwicklung dem Panel zufolge rückläufig, während in den Größensegmenten ab 17 Zoll Zuwachs verzeichnet wurde.

Diese Entwicklung – so wird zumindest erwartet – soll tendenziell weiter anhalten, weil etwa insbesondere kleinen Dimensionen wie 13 und 14 Zoll aufgrund größerer Serienräder weiter an Bedeutung verlieren. Interessante Fahrzeuge im Kleinwagensegment könnten den Bedarf an 14- und 15-Zoll-Rädern unter Umständen zwar stabilisieren, 17-Zöller würden sich speziell in der Frühjahrssaison jedoch trotzdem zur Hauptgröße entwickeln, schätzt man. Räder in Dimensionen ab 20 Zoll werden aufgrund des geringen Gesamtvolumens als „nur bedingt interessant“ als Impulsgeber der Branche bewertet.

Bei Stahlrädern, deren Sell-in-Volumen im vergangenen Jahr bereits stark um 13,3 Prozent gesunken war und für welche die Panelteilnehmer schon im Frühjahr einen weiteren Rückgang von 6,1 Prozent prognostiziert hatten, ist nach wie vor offenbar „keine Besserung in Sicht“. Denn für das erste Halbjahr wird ein Absatzminus von knapp 13,0 Prozent berichtet, und für das Gesamtjahr wird vor dem Hintergrund dessen nunmehr ein Rückgang in Höhe von 7,9 Prozent prognostiziert. „An der Einschätzung für die nähere Zukunft hat sich seit der letzten Panelauswertung nichts geändert: Der Konkurrenz- und Preisdruck wird in dem tendenziell stagnierenden Rädermarkt anhalten“, wird die Lage im Rädergeschäft vom BRV charakterisiert, wobei zugleich von Unsicherheiten der Panelteilnehmer aufgrund erwarteter Instabilitäten der Vertriebswege durch den möglicherweise weiter steigenden Anteil von Onlineverkäufen über B2B-Plattformen berichtet wird. cm

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