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Continental investiert in Korbacher Industriereifenfertigung

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Die Nachfrage nach Nutzfahrzeug- und Pkw-Reifen hat sich im vergangenen Jahr – nach der großen Finanz- und Wirtschaftskrise – endlich wieder normalisiert. Mehr noch, in vielen Fabriken wird heute unter Volllast gefertigt. Und dennoch gelingt es kaum, Lagerbestände aufzustocken, um das Polster für notwendig gewordene Kapazitätsaufstockungen zu schaffen. Folglich müssen Hersteller Kompromisse eingehen, wenn es um die Ausweitung der eigenen Produktionskapazitäten geht. Die Continental etwa hat jetzt öffentlich bekannt gegeben, dass der dringend notwendige Ausbau der Produktionskapazitäten für Industriereifen am Standort in Korbach auf diesen Herbst verschoben werden muss. Anlässlich einer Betriebsversammlung im Korbacher Reifenwerk kündigte Dr. Hans-Joachim Nikolin – im Continental-Vorstand für Nutzfahrzeugreifen zuständig – jetzt an, man müsse die eigentlich für dieses Frühjahr angekündigten Investitionen in die Industriereifensparte auf Ende des Jahres verschieben. Der für die Baumaßnahmen mit dem Projektnamen „EcoFlex+“ nötige Produktionsstopp hätte zu Engpässen in der Reifenversorgung geführt. Man sei „eigentlich ausverkauft. Der Markt boomt, wir schaffen es zurzeit nicht, einen Bestand aufzubauen“, erklärte Dr. Nikolin.

Dafür plant der deutsche Reifenhersteller allerdings, mehr in die Korbacher Industriereifenfertigung zu investieren als bisher geplant. Medienberichten zufolge sei nun eine Investitionssumme in Höhe von 1,7 statt bisher 1,3 Millionen Euro vorgesehen. Geplant sei hauptsächlich, die Walzwerke durch vier Extruder zu ersetzen. Der Vorteil daran sei der deutlich geringere Energieverbrauch; außerdem lassen sich Mischungen schneller wechseln, die Produktion in dem einzigen deutschen Continental-Werk, das auch Vollgummireifen fertigt, werde dadurch flexibler. Den Investitionen von 1,7 Millionen Euro stünden dann laut Werksleiter Lother Salokat jährliche Einsparungen in Höhe von 800.000 Euro gegenüber.

Von Krisenstimmung wie noch vor zwei Jahren ist in Korbach und in der gesamten „Rubber Group“ der Continental AG demnach nicht mehr viel übrig geblieben. Die rund 150 Mitarbeiter, die am Standort in Korbach mit der Herstellung von Industriereifen beschäftigt sind, fertigen das Maximum dessen, was die Anlagen möglich machen. In 20 Schichten wird für 2011 eine Stückzahl von 500.000 CSE-Reifen (Super-Elastic-Vollgummireifen), 90.000 Elastic-Reifen sowie 95.000 Räder und Rollen angepeilt. Das sind weit mehr als vor der Krise. Nikolin dazu: „Aus dem Loch sind wir raus.“ Werksleiter Salokat ergänzt: „Wir haben jetzt ein höheres Niveau erreicht als vor der Krise.“

Insgesamt arbeiten in Korbach 3.350 Menschen. Neben Vollgummireifen fertigt die Continental in dem hessischen Reifenwerk vorweigend Pkw-Reifen; in diesem Jahr sollen dies 10.9 Millionen Stück sein. Darüber hinaus werden dort noch 3,5 Millionen Fahrrad- und 280.000 Motorradreifen in Korbach gefertigt. „Damit haben wir auch dort weitere Kapazitäten geschaffen“, sagt Salokat. Ulrich Spitzer, Geschäftsführer bei ContiTech, meldet gar einen neuen Rekord seit Firmenbestehen: „Wir stellen derzeit 196.000 Meter Schläuche pro Tag im Durchschnitt her.“ arno.borchers@reifenpresse.de

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