De Klok geht mit hohen Erwartungen in neue Saison

Der holländische Reifengroßhändler De Klok Banden geht mit einem völlig aktualisierten Sortiment in die Winterreifensaison 2009/2010. Aber nicht nur die Sortimentsbreite und -tiefe stimme nun, auch die Qualität, Verfügbarkeit und Preisgestaltung der De-Klok-Marken werde es Reifenhändlern schwer machen, künftig am Spezialisten für Import- und Eigenmarken vorbeizukommen, zeigt man sich am Sitz des Unternehmens in Oud-Beijerland südlich von Rotterdam überzeugt. Die jüngste Erweiterung der Lagerkapazitäten auf 15.000 m² zeigt, dass De Klok Banden auf Expansion setzt.

Der Name De Klok – zu deutsch: die Uhr – kann als Synonym für die Unternehmensgeschichte stehen. Schnellschüsse ist man im Traditionsunternehmen nicht gewohnt, alles braucht seine Zeit. Das Familienunternehmen wurde bereits in den 1920er Jahren gegründet worden. Damals handelte man noch mit Steinkohle. Erst 50 Jahre später, also in den 1970er Jahren, begann De Klok den Handel mit Reifen. Während andere Großhändler sich dem Spot-Business verschrieben, setzte De Klok aber lieber auf langfristigen Beziehungen zu seinen Lieferanten und Kunden, so Director Wim van der Heiden gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG. Dies zeige sich nicht zuletzt an den Beziehungen, die das Unternehmen seit zum Teil Jahrzehnten zu seinen wichtigsten Produktionspartnern pflegt. Schon früh in den 1970er Jahren begann De Klok Banden das Geschäft mit der Marke Nokian aus Finnland, deren Pkw- und auch Schwerreifen der Großhändler exklusiv in Benelux vertreiben darf; seit fast zwei Jahrzehnten vermarktet De Klok außerdem GT-Radial-Reifen exklusiv in Benelux.

Eine ebenfalls langjährige Beziehung pflegt De Klok bereits seit knapp 30 Jahren zum taiwanesischen Hersteller Nankang Rubber Tire. Deren Pkw-Reifen vermarktet De Klok exklusiv in Benelux und in Deutschland. „Nankang hatte damals schon ein gutes Sortiment“, erklärt Sjeng van der Maarel, der als Sales Manager bei De Klok auch für den deutschen Markt zuständig ist. Und diese Stärke habe Nankang seither deutlich ausbauen können und kann heute aus den beiden Fabriken in Taiwan und China qualitativ hochwertige Reifen zwischen zwölf und 24 Zoll für Pkws, LLkws und SUVs mit Sommer- wie auch Winter- und Ganzjahresprofilen liefern. Gerade der neue Ganzjahresreifen „Nankang N-607“, der seit August in sieben der gängigsten mittleren Größen (15 bis 17 Zoll) ausgeliefert wird, sei während der aktuellen Bevorratungsphase in Deutschland ein echter Renner, so der Großhändler. Noch Ende dieses Jahres sollen fünf weitere Dimensionen hinzukommen; noch einmal fünf neue Dimensionen seien für das kommende Jahr geplant.

Aber auch die ebenfalls neuen Winterreifen „Nankang SV-2“ für Pkws, der gerade den SV-1 ablöst, und der „Nankang SL-6“ für LLkws seien Reifen, die in ihrer Bauart, Profilgestaltung und Rezeptur wie auch in den verfügbaren Größen genau auf die Bedürfnisse mitteleuropäischer (und somit deutscher) Autofahrer abgestimmt seien. Der Pkw-Winterreifen SV-2 ist zunächst in 17 Dimensionen zwischen 14 und 17 Zoll erhältlich. Die Winter- und Nasseigenschaften des SV-2 profitierten dabei von der Voll-Silica-Mischung, dem klassischen V-Design der Lauffläche und den dreidimensionalen Lamellen; natürlich seien keine hocharomatischen Öle im Reifen enthalten, lobt Wim van der Heiden die Modernität des neuen Produktes. In der laufenden Saison werden darüber hinaus noch einige Dimensionen des Vorgängers SV-1 gefertigt und auch in Europa durch De Klok vermarktet, fügt der Director hinzu. Der LLkw-Winterreifen SL-6 ist in zunächst sechs gängigen Dimensionen in 15 und 16 Zoll erhältlich. Die Marke Nankang stehe qualitativ schon lange nicht mehr im Budgetsegment, heißt es beim Exklusivimporteur; ihr Preis sei allerdings weiterhin überaus „wettbewerbsfähig“, weswegen sie eine „Value-for-Money“-Marke sei.

De Klok Banden hat in den vergangenen über 30 Jahren viel von der Partnerschaft mit Nankang Rubber Tire aus Taiwan profitiert und ist damit stattlich gewachsen. Eine weitere, nicht weniger bedeutende Marke im Sortiment des holländischen Reifengroßhändlers ist „Delfin“. Diese Eigenmarke entsteht heute beim Produktionspartner Multistrada in Indonesien. Der Hersteller Multistrada habe erst in den vergangenen Jahren seine Produktionsstätte in Indonesien komplett modernisiert und pflegt seit Jahren eine enge Kooperation und einen engen Austausch mit Nokian Tyres aus Finnland. Dies versteht Sales Manager Sjeng van der Maarel als „klares Zeichen an die Qualität, wollten wir doch unsere Delfin-Reifen nicht irgendwo fertigen lassen“. Seit drei Jahren nun fertigt Multistrada Delfin-Reifen für De Klok Banden mit „State-of-the-Art-Technologie und europäischem Know-how“, wie es dazu im Katalog des Grossisten heißt. Heute sind die beiden Pkw-Profile „Delfin DK5000“ und „Delfin DK7000“ („DK“ steht dabei für De Klok) in insgesamt 28 Dimensionen zwischen 13 und 19 Zoll erhältlich; drei weitere folgen im Dezember. Darüber hinaus ist der neue LLkw-Reifen „Delfin DK Multimaxx“ seit September ganz neu im Sortiment. Die aktuell verfügbaren vier Dimensionen sollen bereits im Dezember um zusätzliche ergänzt werden.

Dass Multistrade qualitativ einwandfreie Winterreifen bauen kann, habe der indonesische Hersteller nicht zuletzt im Rahmen seiner Kooperation mit Nokian Tyres bewiesen. Ob allerdings als nächstes Delfin-Winterreifen das Sortiment des holländischen Reifengroßhändlers erweitern werden oder eben SUV-/LLkw-Reifen, müsse erst noch entschieden werden, erläutert Director Wim van der Heiden. Für den Moment seien ausschließlich Sommerprofile verfügbar, mit denen aber schon rund 70 Prozent des Marktes abgedeckt werden könnten.

Was bei den Vorgaben an den Produktionspartner in Indonesien selbstverständlich scheint, ist auch in der Kooperation mit Nankang in Taiwan guter Brauch: es gibt stets eine enge Koordination zwischen De Klok Banden und den Lieferanten, wenn es um die Weiterentwicklung der Produkte geht. „Die Zusammenarbeit mit Nankang ist seit Langem sehr gut“, betont van der Heiden, „die hören genau hin, was der Markt nachfragt.“ Es gebe einen ständigen Austausch mit De Klok in Oud-Beijerland, was etwa dazu geführt hat, dass Nankang sich nicht nur auf UHP-Produkte konzentriert, sondern eben auch bei den kleineren und mittleren Größen des über 400 Dimensionen umfassenden Sortimentes punkten könne.

Trotz dieses rieisigen Portfolios verspricht De Klok Banden durchaus kurze Lieferzeiten – bei allen Dimensionen und bei allen Marken. Gerade in Zeiten, in denen die Bevorratungsneigung im Handel deutlich abnimmt und Bestellungen idealerweise von jetzt auf gleich erfüllt werden müssen, ist das gefüllte Lager eines Grossisten und dessen Abläufe in der Logistik zentraler Erfolgsfaktor. De Klok Banden hält durchschnittlich etwa eine Viertel Million Reifen auf Lager. Nicht nur bei Pkw- und LLkw-Reifen sieht sich das Unternehmen als „ständig lieferfähig“, auch bei Nokian-Schwerreifen, etwa für die Nutzung in Häfen, könne man in der Regel sofort liefern. Erst vor drei Jahren wurde die Erweiterung des firmeneigenen Lagers in Oud-Beijerland auf rund 15.000 m² für einen Millionenbetrag fertiggestellt, was die Abläufe verbessert und die Lagerkapazität deutlich erweitert hat. Großbestellungen kommen indes – wie üblich – direkt ab Werk im Container zum Kunden und gehen nicht durch die De-Klok-Logistik. Es sei gerade die Logistik, mit der ein Reifengroßhändler wie De Klok Banden heute gegenüber seinen Kunden in Benelux, Deutschland, Österreich, der Schweiz und darüber hinaus in ganz Europa punkten muss, ist der Trend zur Auslagerung des Lagers im Reifenhandel doch ungebrochen.

Die kommende Winterreifensaison erwartet man bei De Klok Banden mit froher Hoffnung, sagt der Sales Manager Sjeng van der Maarel. Dank der Abwräckprämie in Deutschland werde es eine vergleichsweise hohe Nachfrage nach kleinen Winterreifen geben – bei denen De Klok sein Kerngeschäft sieht –, und das bei überdurchschnittlich leeren Lägern im Reifenhandel. Diese Nachfrage werde im Übrigen auch mit Reifen der Marke „Accelera“ gedeckt, die bei Elangperdana in Indonesien gefertigt werden und die De Klok Banden in Benelux, Deutschland und Polen vermarktet. Accelera-Reifen seien neben Nankang die zweite Kernmarke, die der holländische Reifengroßhändler seinen Kunden in Deutschland biete.

Insgesamt, so Director Wim van der Heiden, werde De Klok in diesem Jahr rund 15 Prozent mehr Reifen vermarkten als im letzten Jahr, was rund einer guten Million Reifen entspricht. Auch wenn es bei den Schwer- und Nutzfahrzeugreifen Rückschläge durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise gebe und auch die Versicherung von Krediten der Kunden nicht einfacher werde, wolle man „nicht klagen“, betont der Director abschließend – dazu hat man bei dem Traditionsunternehmen eben keine Zeit.

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