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Schwarz ist jetzt „Grün“: Der Goodyear-Farmreifen BioTred2

Goodyear hat nach intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit ein neues Farmreifen-Konzept entwickelt: den BioTred 2, jedenfalls vorerst noch ein Prototyp des Optitrac in der Dimension 650/65 R38, dessen verschiedene Gummikomponenten vor allem aus pflanzlichem Öl anstelle von Erdöl hergestellt wurden. Traditionell werden in der Reifenindustrie Rohölderivate wie Chemikalien, Ruß und Verarbeitungsöle verwendet. Doch die weltweiten Erdölvorräte sind begrenzt und die unberechenbare Preisentwicklung von Rohöl hat unter anderem auch die gesamte Reifenindustrie vor Herausforderungen gestellt.

„Unsere Ingenieure und Wissenschaftler im Forschungsbereich Chemie haben intensiv nach neuen Materialien und Verfahren geforscht, um den Anteil von Erdöl bei der Reifenherstellung reduzieren zu können. Die Forschungstätigkeiten wurden seit dem ersten Goodyear-BioTred-Farmreifen kontinuierlich fortgesetzt. Damals wurde bereits ein biologischer Füllstoff als Rußersatz für die Laufflächenmischung entwickelt“, erklärt Rupert Kohaupt, Director Commercial Tires bei Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH.

Um pflanzliche Öle in der Gummimischung nutzen zu können, müssen die einzelnen Bestandteile für die fertige Mischung neu zusammengestellt und die Produktionsprozesse entsprechend angepasst werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Leistungseigenschaften der BioTred-2-Reifen genauso gut oder sogar noch besser sind als die herkömmlichen Optitrac-Farmreifen.

„Das bei der Herstellung des BioTred 2 verwendete Öl ist ein Palmölderivat. Der Vorteil dieses Rohstoffs sind die darin enthaltenen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Wir haben eine Vielzahl von unterschiedlichen Varianten von pflanzlichen Ölen analysiert und getestet, bevor wir uns für das aus unserer Sicht am besten geeignete Material entschieden haben“, sagt Patrick Kunysz, Senior Engineer Farm Tire Compounding vom Goodyear Innovation Center in Luxemburg (GIC*L).

Vor der Herstellung des Konzeptreifens wurde jede einzelne Gummikomponente in den Laboratorien des GIC*L intensiv getestet, um zu gewährleisten, dass sie den Leistungsanforderungen gerecht werden. Anschließend wurde der BioTred 2 auf unterschiedlichsten Straßen, Geländen, Bedingungen und Einsatzfeldern in ganz Europa geprüft und getestet. Eine weitere Besonderheit des BioTred 2 ist, dass alle Gummikomponenten im Reifen bereits den neuen EU-Richtlinien für den Gebrauch von polyzyklischen, aromatischen Gummimischungen entsprechen, die ab 2010 in Kraft treten.

„Bei der Entwicklung des BioTred-2-Reifens haben wir wertvolle Erkenntnisse und Forschungsergebnisse gewonnen, die wir zukünftig für die Entwicklung von anderen, neuen Materialien für die Reifenherstellung und die Optimierung unserer Prozesstechnologien nutzen werden“, fügt Kunysz hinzu.

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