Entsetzen/Empörung über Schaeffler-Attacke auf von Grünberg

Die Führungskräfte bei der Continental AG sollen „entsetzt“ und „empört“ darauf reagiert haben, dass die Schaeffler-Gruppe den Rücktritt des Conti-Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Hubertus von Grünberg gefordert hat. Das meldet die Automobil-Industrie unter Berufung auf Aussagen von Dr. Thorsten Reese, Vertreter der rund 1.400 leitenden Angestellten bei dem Automobilzulieferer und Mitglied in dessen Aufsichtsrat, gegenüber der Deutschen Presseagentur. „Der Vorstandsvorsitzende und der Aufsichtsratsvorsitzende schreiben einen sehr freundlichen und mit dem Aufsichtsrat abgestimmten Brief mit konstruktiven Vorschlägen zu einem möglichst schnellen Einzug von Schaeffler-Vertretern in den Conti-Aufsichtsrat. Und die Antwort wird durch den Schaeffler-Pressesprecher über die Medien mitgeteilt. Darüber hinaus ist der ultimativ geforderte Rücktritt von Grünbergs sachlich völlig unbegründet und wäre für die Conti schädlich“, wird Reese zitiert.

Zumal von Grünberg alles tue, um „für die Conti das Beste herauszuholen“, und im Unterschied zum ehemaligen Vorstandschef Manfred Wennemer zunächst sogar für ein Zusammengehen mit Schaeffler gewesen sei. „Aber er hat aus meiner Sicht im Laufe der Zeit seine Position angesichts der eingetretenen Entwicklung zu Recht verändert. Von Grünberg hat gesagt, wir müssen im Interesse der Continental etwas wirklich Tragfähiges schaffen. Und genau das ist die Pflicht eines Aufsichtsratsvorsitzenden. Wenn Überlegungen und Pläne keinen Sinn machen, müssen wir andere Lösungen finden. Schließlich geht es um 150.000 Menschen bei Continental“, soll Reese darüber hinaus zu Protokoll gegeben sowie gleichzeitig das Vorgehen von Großaktionär Schaeffler scharf kritisiert und als „feindliche Übernahme“ bezeichnet haben.

 Dass bei Continental langsam eine „gewisse Lähmung und Frustration“ einsetze, weil keine Perspektive erkennbar sei, sieht er dabei offenbar als eine Folge des derzeitigen Machtkampfes. Zumindest unter den Conti-Führungskräften herrsche große Verwunderung und Erstaunen darüber, dass die Schaeffler-Führung nicht versuche, die Situation zu ändern und mehr Vertrauen bei der Conti-Belegschaft zu schaffen. „Es fehlt zum Beispiel völlig eine Roadmap, wie sich Schaeffler den gemeinsamen Weg in die Zukunft konkret vorstellt. Wir hören von Schaeffler immer nur: ‚Wir haben nun das Sagen’“, wird Reeses Sicht der momentanen Lage wiedergegeben. Nach seinen Worten gebe unter den Conti-Führungskräften generell den „professionellen Willen zur Kooperation“. Man sei bereit, die Ärmel hochzukrempeln. „Aber das muss auf der Basis von Zahlen und Fakten basieren. Wir brauchen deshalb klare Aussagen von Schaeffler-Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler“, soll Reese gesagt haben.

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