Höhere OE-Reifenpreise dank niedrigerem Rollwiderstand?

Nach Gesprächen mit dem Michelin-Management gehen Analysten der Deutschen Bank davon aus, dass Reifen mit einem niedrigeren Rollwiderstand möglicherweise dazu führen, dass Reifenhersteller bei ihren Erstausrüstungskunden höhere Preise für ihre Produkte durchsetzen können. Denn jedes Gramm an eingesparten Kohlendioxidemissionen je Kilometer sei den Fahrzeugherstellern etwa 30 Euro Wert, wird argumentiert. Insofern würde sich das von den Finanzexperten beim Einsatz von Reifen neuester Generation unterstellte mögliche Einsparpotenzial von ein bis zwei Gramm Kohlendioxid je Kilometer in Form eines zwischen siebeneinhalb und 15 Euro höheren OE-Preises je Reifen auszahlen. Kein schlechtes Plus, wenn man diese Werte mit den derzeitigen OE-Reifenpreisen in Bezug setzt, welche die Deutsche Bank mit einem Wert in der Region zwischen 30 bis 35 Euro je Reifen beziffert.

Insofern sieht man den französischen Hersteller was seine Bilanzentwicklung betrifft offenbar in einer guten Ausgangsposition, propagiert Michelin doch schon lange den „grünen“, weil unter anderem rollwiderstandsarmen Reifen. Des Weiteren könne das Unternehmen auch noch vom Ausscheiden von jährlich 4.000 bis 5.000 Mitarbeitern an Hochlohnstandorten profitieren, sodass Jahr für Jahr ein Sinken der Lohnkosten um 100 bis 150 Millionen Euro erwartet wird. Damit – so heißt es weiter – wird der am Reifenverkaufspreis gemessene Lohnkostenanteil bis 2010 bei Michelin wohl bis auf 23 oder 24 Prozent sinken, während für das Jahr 2007 ein Vergleichswert von 28 Prozent genannt wird. Da sich das Geschäftsjahr 2008 zudem ähnlich entwickele wie 2006 und sich – sollten sich die Rohstoffkosten stabilisieren – im kommenden Jahr dann möglicherweise die gleiche Entwicklung wie 2007 abzeichne, kann man sich bei Deutschen Bank offenbar eine starke Verbesserung der EBIT-Marge bei dem Reifenhersteller vorstellen.

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