B&J Rocket will Marktpräsenz ausbauen

Jeder Runderneuerer kennt sie, jeder nutzt sie: Rauklingen und Rausysteme von B&J Rocket. Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz und Fabrik in Dänemark kann sich weltweit zu den Marktführern mit seinen Werkzeugen zählen. Seit Andreas Müller 2004 die Geschäftsführung von Hartmut Sprunck übernommen hat, hat sich vieles im Unternehmen verändert, von der Produktion über Marketing bis hin zu den Absatzmärkten. Eines – so der Geschäftsführer im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG – habe sich allerdings nicht verändert: Die Qualität der Klingen und deren Bedeutung am Markt.

„Unsere Klingen sind immer ganz vorne an“, sagt Andreas Müller, und meint dabei nicht nur ihre Position an der Raumaschine während des Runderneuerungsprozesses, sondern auch den Status des Unternehmens und seiner Marke „B&J Rocket“ weltweit. Gegründet wurde die Firma ursprünglich 1942 in Chicago (Illinois/USA) durch Roy Barnes und Emil Bech Jensen, dem eigentlichen Erfinder des flexibel austauschbaren Rocket-Rauklingensystems. Anfang 2002 verkaufte der Däne Jensen – heute 99 Jahre alt – den internationalen Teil seines Geschäftes an eine Schweizer Investorengruppe. Die neuen Eigentümer betrieben fortan nicht nur die B&J Rocket Sales AG, die im schweizerischen Baar niedergelassen ist, sondern auch die Fabrik im dänischen Tarm, die Jensen schon früh in seinem alten Heimatort aufgebaut hatte. Eine weitere Fabrik in den USA wird noch heute vom Schwesterunternehmen B&J Manufacturing USA betrieben, mit dem aber nur lockere Verbindungen existieren, so Andreas Müller.

B&J Rocket ist heute in vier Geschäftsbereichen aktiv, wobei allerdings die Bereiche „Reifen“ und „Laufbänder/Stollen“ mit einem 85-prozentigen Anteil am Gesamtumsatz von zentraler Bedeutung sind. Rausysteme, die etwa in der Bauindustrie zur Profilierung von Dämmmaterialien oder Bodenbelägen oder auch bei der Fertigung von Schuhen oder Surfbrettern verwendet werden, spielen dabei eine nachgeordnete Rolle im Sortiment. Im Geschäftsbereich „Reifen“ bietet B&J Rocket vorwiegend Produkte für die drei zentralen Anwendungsbereiche an: das Aufrauen der Laufstreifen, das Abrauen der alten Lauffläche und die Reifenreparatur. Dabei kommen entweder die Rocket-Rauklingen und -Rausysteme oder aber Schleifwerkzeuge aus Hartmetall zum Einsatz. Es ist zu betonen, dass B&J Rocket, auch wenn sich die Sparten „Reifen“ oder „Laufbänder/Stollen“ nennen, ausschließlich Rausysteme für die Be- und Verarbeitung dieser Produkte liefert, allerdings keine Reifen oder Laufbänder selber fertigt. 55 Prozent des Umsatzes generiert die Geschäftssparte „Reifen“, weitere 30 Prozent die Sparte „Laufbänder/Stollen“.

B&J Rocket ist eigener Aussage zufolge auf beinahe jedem Markt der Welt, den das Unternehmen auch beliefert (also ohne USA, Kanada, Brasilien), Marktführer und lässt somit die beiden einzigen Wettbewerber Italmatic aus Italien und Pincott aus Australien hinter sich, auch auf deren jeweiligem Heimatmarkt. Die beiden Wettbewerber wurden übrigens durch jeweils ehemalige B&J-Mitarbeiber bzw. Partner gegründet. Als europäisches Unternehmen mit langer Tradition und Produktionsbasis in Europa ist es kein Wunder, dass B&J Rocket rund 60 Prozent seiner Umsätze auf den europäischen Märkten macht, wobei der größte Runderneuerungsmarkt Europas, also Deutschland, auch für das Schweizer Unternehmen den größten Anteil mit bis zu 25 Prozent ausmacht. Großbritannien wiederum als zweitgrößter Runderneuerungsmarkt Europas trägt immerhin noch knapp zehn Prozent bei. Auf diesen Märkten arbeitet B&J Rocket ausschließlich mit Importeuren bzw. Stützpunkthändlern wie etwa Tip Top in Deutschland oder Grumac in Großbritannien zusammen.

Osteuropa zeige allerdings derzeit das größte Marktwachstum, so Andreas Müller. Mit Ausnahme Chinas sei Osteuropa folglich „der interessanteste Markt für uns“, dort wolle sich das Unternehmen künftig noch stärker engagieren und seine Marktführerschaft sichern. B&J Rocket liefert seine Werkzeuge größtenteils in die Ersatzmärkte, schließlich zählen Raumaschinen nicht gerade zu den kurzlebigen Verbrauchsgegenständen – der Erstausrüstungsmarkt mit Herstellern wie SIO, Matteuzzi, Bandag, Marangoni, Collmann und anderen, wenn auch von B&J Rocket dominiert, ist demnach vergleichsweise klein.

B&J Rocket bietet Rauköpfe aus Aluminium, das nicht gegossen sondern geschmiedet worden ist. Dies, so Andreas Müller weiter, mache sie zwar etwas teurer, wirke sich aber äußerst positiv auf ihre Langlebigkeit und Stabilität aus. In der Fertigung in Dänemark arbeiten heute rund 30 Menschen; sieben weitere sind in der Schweizer Unternehmenszentrale tätig, zwei andere noch im Hongkonger Repräsentanzbüro, das schon vor Jahren gegründet wurde.

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