Mehr Wirtschaftlichkeit für die Landwirtschaft

Die Unternehmensgruppe Michelin investiert jährlich mehr als vier Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Auf den Gebieten Produkte und Dienstleistungen sollen diese Innovationen zu einer deutlichen Verbesserung der Wirtschaftlichkeit in landwirtschaftlichen Betrieben beitragen. Das beste Produkt kann die versprochenen Vorteile und die erhoffte Rentabilität allerdings ohne fachliche Beratung und ohne geeigneten Service für Gebrauch und Pflege nicht erbringen. Durch die Marktpräsenz und das umfangreiche Betreuungsangebot ist Michelin auf dem Gebiet der Ackerschlepperreifen europaweit zum größten Hersteller auf dem Ersatzmarkt geworden und begleitet die Fortschritte in der Landwirtschaft hautnah.

Die Ultraflex-Technologie

Ackerschlepperreifen müssen besonders flexibel sein. Sie sollen große Lasten tragen, ohne zu tief in den Boden einzusinken oder diesen zu sehr zu verdichten. Die von Michelin entwickelte Ultraflex-Technologie zeichnet sich vor allem durch eine neuartige Karkasse aus, die ein größeres Einfedern der Flanken ermöglicht. Mit dieser patentierten Technologie ausgestattete Michelin-Ackerschlepperreifen bieten eine deutlich höhere Einfederung als andere Reifen, ohne Einbußen bei Robustheit oder Kilometerleistung in Kauf nehmen zu müssen. Für alle Reifen gelten zwei Regeln, die den empfohlenen Reifendruck anhand von Last und Geschwindigkeit bestimmen:
– Bei höherer Last muss der Reifendruck erhöht werden
– Bei höherer Geschwindigkeit muss der Reifendruck erhöht werden

Mit der Ultraflex-Technologie wollte Michelin diese Regeln zugunsten eines niedrigeren Reifendrucks aufheben: Ein Reifen mit Ultraflex-Karkasse kommt bei Erhöhung von Last und/oder Geschwindigkeit nämlich mit deutlich geringeren Fülldrücken aus als vergleichbare herkömmliche Reifen der gleichen Dimension. Damit wird der Boden geschont, und sein Ertragspotential bleibt erhalten.

Neben der Schonung der Böden bietet die Ultraflex-Technologie weitere Vorteile: Der niedrigere Reifendruck und die dadurch größere Aufstandsfläche des Reifens verbessern auch die Traktion auf trockenen und nassen Böden. Das spart Zeit und Kraftstoff. Ein weiteres Merkmal dieser neuen Technologie ist die höhere Flexibilität der Flanken, durch die sich der Fahrkomfort deutlich erhöht. Die Reifenschultern sind verstärkt, so dass der Reifen trotz starken Einfederns äußerst robust ist (Festigkeit der Karkasse bei starker mechanischer Beanspruchung durch Last oder Geschwindigkeit). Die spezielle Gummimischung verhindert übermäßige Erwärmung und erhöht die Lebensdauer des Reifens.

Reifen mit der Ultraflex-Technologie können bei gleicher Last mit einem geringeren Luftdruck als herkömmliche Reifen eingesetzt werden. Dank der breiteren Felge sollen Reifen mit Ultraflex-Technologie auch mit diesem niedrigen Druck ein deutlich sichereres Fahrverhalten auf der Straße, hohe Stabilität, Lenkpräzision und niedrige Geräuschentwicklung bieten. Bisher gibt es zwei Reifen mit der Ultraflex-Technologie: den noch recht neuen AxioBib und den Michelin XeoBib, der seit 2003 auf dem Markt ist.

OE-Erfolge für den AxioBib

Michelins AxioBib, ein Highlight auf dem Messestand des Reifenherstellers während der Agritechnica, wurde speziell für landwirtschaftliche Maschinen der höchsten Leistungsklasse entwickelt und auch bereits von den in Frage kommenden Fahrzeugherstellern homologiert. Darunter beispielsweise Fendt, John Deere, Claas, New Holland, Massey Ferguson und für den Challenger MT900, einen der weltweit größten Traktoren, als Zwillingsbereifung (Größe IF 800/70 R 38). Die Ersatzmärkte soll der AxioBib jetzt auch erobern.

Die wachsende Leistung moderner Traktoren stellt auch an die Reifen hohe Anforderungen: Die Reifen müssen immer größere Drehmomente übertragen und gleichzeitig eine höhere Tragfähigkeit bieten. Um diese Anforderungen technisch erfüllen zu können, waren bisher größere Reifen oder eine Zwillingsbereifung erforderlich. Eine weitere Möglichkeit, die Traglast zu steigern, war die Erhöhung des Reifenluftdrucks. Beide Möglichkeiten haben durchaus erhebliche Nachteile. Diese Zielkonflikte wollten die Michelin-Techniker mit Hilfe der so genannten „Ultraflex“-Technologie lösen. Der Ackerschlepperreifen erreicht eine bis zu 20 Prozent höhere Traglast bei gleicher Dimension und gleichem Reifenluftdruck.

Der AxioBib wurde speziell für vereinfachte Anbautechniken entwickelt, die eine hohe Traktionsleistung erfordern, ohne den Boden zu schädigen. Der Reifen kombiniert eine hohe Tragfähigkeit mit niedrigem Reifendruck: Bei einer Last von 6.500 Kilogramm ist der Reifendruck um 0,8 bar niedriger als bei einem herkömmlichen Reifen. Schwere Feldarbeiten wie beispielsweise Bodenbestellung, Tiefenlockerung oder Pflügen sind damit besonders bodenschonend möglich.

Mit bis zu 40 Prozent weniger Vibrations- und Geräuschentwicklung bei Straßenfahrten, so der Anbieter, verbessere er nicht nur den Fahrkomfort, sondern auch die Arbeitsbedingungen für den Fahrer. Er schützt Fahrzeug und Anbaugeräte vor Vibration und ermöglicht schnelleres Fahren und Arbeiten mit deutlich mehr Komfort.

Durch die Ultraflex-Technologie erreicht der AxioBib eine höhere Tragfähigkeit bei gleichzeitig geringerem Reifendruck. Durch diesen niedrigeren Reifendruck im Vergleich mit herkömmlichen Reifen gleicher Größe wird deutlich weniger Schlupf erzeugt. Die guten Traktionseigenschaften wiederum senken den Kraftstoffverbrauch und erhöhen zusätzlich die Effizienz.

Durch den geringeren Reifendruck entsteht eine größere Bodenaufstandsfläche. Effekt: Der Traktor sinkt weniger ein und schont den Boden. Der Reifen bietet so mehr Traktion, weniger Schlupf und einen geringeren Rollwiderstand. Der Landwirt spart dadurch Zeit und Kraftstoff.

Der XeoBib war der Vorreiter

Die Michelin-Forscher hatten mit dem XeoBib bereits 2003 eindrucksvoll bewiesen, dass die Ultraflex-Technologie neue Maßstäbe auf dem Gebiet der Niederdruckreifen setzt. Der XeoBib war dank der Ultraflex-Technologie der erste Reifen, der mit einem konstanten Reifendruck von maximal 1,0 bar auf Schleppern mit 80 bis 200 PS gefahren werden kann, unabhängig von der Geschwindigkeit im Feld und auf der Straße. Dieser Landwirtschaftsreifen wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: Er wurde sowohl von der dlg (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) auf der Agritechnica als auch von der EIMA in Bologna (Italien) mit einer Goldmedaille für Innovation ausgezeichnet. Dazu kamen der Innovationspreis der Landwirtschaftsausstellung in Zuid-Laren (Niederlande) und die Goldene Ähre der Landwirtschaftsmesse Agribex in Brüssel (Belgien). Diese Auszeichnungen bestätigen Michelin in dem Bestreben, mit seinen Innovationen einen wichtigen Beitrag zu Themen wie Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit und Arbeitssicherheit in der Landwirtschaft zu leisten.

Und dann sind da noch …

Als Vollsortimenter im Bereich Landwirtschaftsreifen radialer Bauart präsentierte Michelin auf der Agritechnica natürlich einen weitaus größeren Ausschnitt aus dem Programm. – So den noch recht neuen MultiBib, ist der doch erst seit November 2006 auf dem Markt und hat damit jetzt die erste volle Saison hinter sich, rollte durch die Spur eines erfolgreichen Vorgängermodelles und wird daran auch gemessen: Der MultiBib verbinde die Ansprüche an Traktion, geringe Bodenverdichtung und Selbstreinigungsfähigkeit im Feld mit einer um 35 Prozent höheren Lebensdauer auf der Straße gegenüber seinem Vorgänger XM 108, so der Anbieter. Dieser Reifen für Traktoren der Leistungsklasse zwischen 80 und 200 PS ist mit Speedindex D erhältlich, kann also mit einer Geschwindigkeit bis 65 km/h gefahren werden und ist aus Michelin-Sicht der neue Maßstab bei den Breitreifen der Serie 65.

In der Landmaschinenindustrie geht der Trend heute zu immer leistungsstärkeren, schnelleren und schwereren Geräten. Das Gewicht der Landwirtschaftsfahrzeuge hat sich in den letzten zehn Jahren um 30 bis 40 Prozent erhöht. Gleichzeitig haben sich die Lastanforderungen geändert, und immer häufiger sind lange Straßenfahrten mit höherer Geschwindigkeit erforderlich. Durch seine einzigartige Reifenarchitektur soll der MegaXBib diese Ansprüche erfüllen. Der neuartige Aufbau der Karkasse verringert die mechanische Beanspruchung im Reifeninneren und verlängert so die Lebensdauer und Zuverlässigkeit des Reifens. Für Maschinen mit besonders hohen Anforderungen an die Traktion, beispielsweise Mähdrescher und Rübenroder, wurde das Profil des Michelin MegaXBib auf maximale Kraftübertragung und geringen Schlupf hin entwickelt. Der MegaXBib besitze, schreibt der Hersteller, ausgezeichnete Flotationseigenschaften unter Belastung auf nassem oder lockerem Untergrund und biete so Mobilität und Produktivität. Gleichzeitig sorge das Fahrverhalten in Hanglagen für Sicherheit auf herkömmlichen Maschinen ebenso wie auf Geräten mit automatischem Niveauausgleich. Damit bewältigt der Pneu Steigungen deutlich leichter und ermöglicht sicheres Fahren an Abhängen. Die Kombination dieser Leistungsmerkmale sorgt für kürzere Arbeitszeiten, höhere Produktivität der Maschinen, Schonung der Böden und mehr Sicherheit für Betreiber und Geräte. Durch seine Reifenarchitektur und sein ausgeklügeltes Stollenprofilm ermöglicht der MegaXBib das Fahren fast ohne Vibrationen. Das erhöht nicht nur den Komfort für den Fahrer, sondern – willkommener Nebeneffekt in der modernen Landwirtschaft – schützt auch die zum Teil empfindlichen Elektroniksysteme der Erntemaschinen wie beispielsweise GPS oder Bordcomputer.

Der MachXBib wurde speziell für die Bodenvorbereitung und für die Feldarbeit entwickelt. Im Vergleich mit einem herkömmlichen Traktorreifen bietet er eine größere Aufstandsfläche. Die lange, breite Aufstandsfläche der Profilstollen erhöhe – so der Anbieter – die Traktion und verbessere die Fahreigenschaften auf lockerem und trockenem Boden. Dieser Aufstandsfläche ist zudem eine geringere Spurtiefe zu verdanken. Weiteres Merkmal ist die außergewöhnlich hohe Tragfähigkeit. Der MachXBib bietet bis zu 13 Prozent mehr Traktion als ein XM 28 mit gleicher Größe. Das Produkt wurde speziell für Feldarbeiten entwickelt, bei denen die Reifen sehr hohen Drehmomenten ausgesetzt sind. Die breite Lauffläche ermöglicht das sichere Fahren in der Furche, die Schonung des bereits bearbeiteten Bodens sowie das Arbeiten mit einem niedrigen Reifendruck. Zwei Faktoren tragen maßgeblich zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bei:die Flankenkonstruktion, welche die radiale Steifigkeit verbessert und für eine bessere Übertragung der Traktionskraft sorgt, sowieder breite Wulst, der die Kontaktfläche zwischen Felge und Reifen erhöht, die Gefahr des Drehens auf der Felge verringert und so die Traktion verbessert.

Das Programm umfasst nicht nur leistungsstarke und umweltschonende
Reifen für Motorfahrzeuge, Michelin-Produkte sind vielmehr für landwirtschaftliche Geräte (nahezu) aller Art erhältlich. So wurde der CargoXBib speziell für Anhänger
entwickelt.

Für den Betrieb von Landwirtschaftsfahrzeugen gilt: je niedriger die Einsinktiefe, desto höher der Ertrag. Dank seiner außergewöhnlich großen Bodenaufstandsfläche verursacht der CargoXBib deutlich geringere Spurtiefen. Der Anhängerreifen vereinigt in sich mehrere technische Neuerungen. Dazu gehören vor allem die hohe Tragfähigkeit auch bei niedrigem Reifendruck, die flache Laufflächenkontur, die für einen einheitlichen Bodendruck sorgt, und das bessere Abrollverhalten im Vergleich mit einem marktüblichen Reifen derselben Dimension. Den hohen Seitenhalt auf abschüssigem Gelände verdankt der CargoXBib den abgerundeten Stollen und den geraden Vertiefungen zwischen den Stollen. Besonders wichtig ist dies bei Einsätzen, bei denen mehrere Maschinen nebeneinander arbeiten, sowie bei der Silagearbeit.

Im Juni 2006 hatte Michelin mit dem XMCL einen Reifen auf den Markt gebracht, der speziell für Maschinen der so genannten „Compact Line“ entwickelt wurde. Diese reicht von Klein- und Baggerladern für den Hoch- und Tiefbau bis zu Teleskopladern für den Einsatz in der Landwirtschaft. Herausragende Eigenschaften des XMCL sind eine um bis zu 46 Prozent (die Prozentangaben jeweils im Vergleich mit dem XM27) höhere Lebensdauer und eine über zehn Prozent bessere Resistenz gegen Durchschläge in der Lauffläche. Damit trägt der Reifen maßgeblich zur Kostensenkung und zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit in Hoch-Tiefbau und der Landwirtschaft bei. Durch seine neue Architektur bietet der XMCL Stabilität für noch mehr Sicherheit und Traktion. Beim Einsatz im Tiefbau bewähren sich vor allem die um mehr als 50 Prozent höhere Tragfähigkeit und die Lenkpräzision. Der Reifen ersetzt die Produkte XM27 und XM37 und ist in zwölf Größen erhältlich.

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