VDA: Pkw-Export und -Produktion auf Rekordniveau

Auf den Exportmärkten setzten die deutschen Automobilhersteller auch im Mai ihren Erfolgskurs fort. Mit 366.700 Einheiten – das entspricht einem Plus von 7,7 Prozent – waren die Pkw-Ausfuhren so hoch wie noch nie zuvor im Mai. Im bisherigen Jahresverlauf wurde das bereits hohe Ausfuhrergebnis noch einmal um elf Prozent übertroffen. Unvermindert lebhafte Ordereingänge aus dem Ausland – im Mai stieg die Auslandsnachfrage nach deutschen Pkw erneut um 10,4 Prozent und im bisherigen Jahresverlauf damit um 9,8 Prozent – sind, so Matthias Wissmann, seit kurzem Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), „trotz anhaltenden Gegenwinds von der Währungsfront eine solide Basis für die Fortsetzung dieses Rekordkurses auch im weiteren Jahresverlauf“.

Das hervorragende Exportergebnis schlug sich auch in der Produktion nieder, die im Mai erneut um 1,7 Prozent zulegte. Im Jahresverlauf rollten mit 2,49 Millionen (+7,2 Prozent) so viele Pkw in Deutschland von den Bändern wie nie zuvor. Damit bleibt der Export die wichtigste Stütze der deutschen Automobilindustrie und sichert weiterhin die Auslastung der Produktionskapazitäten. In Anbetracht des schwachen Binnenmarktes zahle sich die globale Absatzausrichtung der deutschen Hersteller zunehmend aus, so der VDA.

Der Pkw-Inlandsmarkt befindet sich dagegen nach wie vor in einer schwachen Verfassung. Trotz guter Konjunkturnachrichten und einer sich aufhellenden Arbeitsmarktsituation ist dieser Aufschwung im Automobilgeschäft bislang noch nicht angekommen. Das Anziehen der Konjunktur geht zwar mit einem steigenden Vermiet- und Firmenwagengeschäft einher. Dieser positive Trend wird jedoch auch im Mai von einer anhaltenden Kaufzurückhaltung der privaten Halter überlagert. Im Mai wurden mit voraussichtlich 294.000 Pkw elf Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr neu zugelassen. Allerdings wies der Vorjahresmonat das für einen Mai mit Abstand höchste Zulassungsergebnis der letzten sechs Jahre auf. Für den bisherigen Jahresverlauf bedeutet dies ein Minus von 9,6 Prozent.

Die Gründe hierfür sind ein Mix aus Mehrwertsteuereffekt, der inzwischen überlagert wird von einer breiten Verunsicherung der Autokäufer. Diese ist von einer Vielzahl von Faktoren geprägt: Wieder kräftig angezogene Spritpreise und die Neuausrichtung der Pendlerpauschale führen zu zusätzlichen Belastungen der – so der Branchenverband – ohnehin bereits über Gebühr angespannten Mobilitätsbudgets der privaten Haushalte, auf die der private Autokäufer mit einer anhaltenden Kaufzurückhaltung reagiert. „Wir beobachten diese aktuelle Zurückhaltung, die durch die aktuelle CO2-Diskussion und die nach wie vor ungeklärte Neuregelung einer CO2-basierten Kfz-Steuer noch verstärkt wird, mit Sorge“, betonte Wissmann: „Hier ist zu allererst die Politik gefordert, durch klare Rahmenbedingungen wieder mehr Vertrauen bei den Bürgern zu schaffen und damit den Knoten auch bei der Automobilnachfrage zum Platzen zu bringen.“

Angesichts der einstweilen noch anhaltenden rückläufigen Inlandsnachfrage – im Mai blieben die inländischen Ordereingänge erneut um neun Prozent hinter denen des Vorjahresmonats zurück – scheint eine Belebung des Inlandsabsatzes einstweilen noch nicht in Sicht. Auf dem hart umkämpften Inlandsmarkt konnten die deutschen Hersteller ihre führende Position allerdings ausbauen. Die deutschen Konzernmarken erreichten einen Marktanteil von 71 Prozent: Hierzu beigetragen hat der Trend zu kraftstoffeffizienten Dieselfahrzeugen, der sich im Mai fortsetzte. Der Dieselanteil stieg damit gegenüber dem Vorjahresmonat um vier Prozentpunkte und erreichte nahezu 48 Prozent.

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