Wennemer verteidigt Stöcken-Schließung

Neben Nordamerika ist auch Deutschland vom Stellenabbau des Continental-Konzerns in der Reifenfertigung betroffen. Die Pkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken soll bis Ende 2007 geschlossen werden. Über einen Sozialplan für die rund 370 Mitarbeiter wird noch gestritten. „Manche träumen von einer Abfindung in Höhe von zwei bis drei Monatsgehältern pro Jahr Beschäftigung. Das ist jenseits aller Erfahrungswerte“, sagte Wennemer dazu. Arbeitnehmervertreter und Politiker hatten Wennemer im Zusammenhang mit der Schließung in Stöcken Profitgier vorgeworfen, da die Pkw-Reifenfertigung profitabel sei und Conti Rekordgewinne mache.

„Ich habe aber keine Sonderverantwortung speziell für die Hannoveraner, die Niedersachsen oder die Deutschen, sondern ich trage Verantwortung für alle 85.000 Conti-Mitarbeiter weltweit“, verteidigte der Manager die Entscheidung in der WirtschaftsWoche. In Westeuropa liege der Lohnanteil in der Reifenfertigung bei rund 30 Prozent, in Rumänien bei drei Prozent. „Wir Deutschen sollten endlich begreifen, dass wir uns auf ein komplett neues Wettbewerbsumfeld einstellen müssen“, sagte Wennemer mit Blick auf die Konkurrenz aus Asien, die in Europa bereits rund ein Fünftel des Marktes halte. Auch bei technologisch komplexen Autokomponenten wie Antiblockiersystemen „werden die Chinesen mittelfristig aufholen. Und sobald sie vergleichbare Standards haben, läuft alles über den Preis.“

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