Michelin beliefert Opel wieder mit Reifen

Reifenhersteller Michelin wird ab dem kommenden Jahr wieder Reifen für die Autos der europäischen GM-Tochtergesellschaften Opel, Vauxhall und Saab liefern. Damit legen beide Konzern einen seit 2002 schwelenden Streit bei. Bereits in diesem Jahr sollen die Lieferungen in kleinem Umfang beginnen, wie die Frankfurter Allgemeine schreibt. In 2008 dann solle wieder ein großes Volumen erreicht werden, dann nämlich läuft der neue Opel Vectra vom Band. Die Reifen werden vorwiegend aus Bad Kreuznach kommen. Im Sommer 2002 hatte sich Edouard Michelin mit dem GM-Vorsitzenden Rick Wagoner über die Preise zerstritten. Man habe grundsätzlich unterschiedliche Geschäftsinteressen verfolgt, hieß es. Michelin wollte seine Reifen als Hochleistungsprodukt zu entsprechenden Preise etablieren, GM hingegen blickte auf die geringsten Kosten und forderte stets Nachlässe.

Nun haben sich die vormals zerstrittenen Partner offenbar über neue Lieferbedingungen geeinigt, die für beide Seiten akzeptabel seien, heißt es aus dem Unternehmen. Opel wolle die anerkannt hohe Qualität der Michelin-Reifen auch als Marketinginstrument nutzen und die Autos damit aufwerten. Michelin wiederum erreiche eine bessere Auslastung seiner Fabrik. Über das Liefervolumen schweigen sich beide Seiten aus. Damals umfasste der Vertrag für Europa rund fünf Millionen Reifen pro Jahr. Continental hatte damals große Teile des Michelin-Auftrags übernommen. Inwieweit Conti oder andere Hersteller durch die neuerliche Vereinbarung zwischen Michelin um dem Autokonzern verdrängt werden, sei noch nicht absehbar. Nach dem offenen Bruch in Europa wurden die Lieferungen an General Motors in den Vereinigten Staaten (ebenfalls rund 5 Mio. Reifen pro Jahr) deutlich reduziert. Auch hier sollen neue Verträge geschlossen worden sein, schreibt die Zeitung weiter. Die aktuelle Vereinbarung stehe in keinem Zusammenhang mit dem Unfalltod des Konzernchefs Edouard Michelin, sondern sei von ihm bereits zuvor geschlossen worden.

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