„Hightech-Reifen nichts für Hobby-/Hinterhofschrauber“, meint der BRV

Als Folge der zunehmenden Vielfalt an Fahrzeugmodellen und -typen sowie deren Ausstattungsvarianten hat auch die Zahl der Reifendimensionen in den unterschiedlichsten Profilausführungen, Last- und Geschwindigkeitsindizes zugenommen. Diese Entwicklung wird sich – schätzt der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) – in Zukunft noch fortsetzen, begleitet vom Trend, immer größere und leistungsfähige Bremssysteme in der Erstausrüstung der Fahrzeuge zu verbauen. Dies wiederum habe zur Folge, dass immer größere Rad-/Reifenkombinationen und auch immer mehr Reifen mit größeren Innendurchmessern und niedrigem Querschnittsverhältnis zum Einsatz kommen.

Hinzu komme eine zunehmende Zahl von Notlaufreifen im Markt, und auch von der ab September diesen Jahres in den USA verbindlich vorgeschriebenen Ausstattungsquote mit Luftdruckkontrollsystemen für dort verkaufte Neuwagen erwartet der BRV, dass diese auch dem europäischen Markt Impulse verleiht und sich Reifen dadurch nur noch mehr in Richtung eines Hightech-Produktes wandeln. „Ich bin mir sicher, dass dies erst der Anfang einer weitergehenden Entwicklung ist“, prognostiziert Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Branchenverbandes. „Zukünftig werden die Sensoren für die Reifendruckkontrolle als Chip in der Reifenlauffläche verbaut werden. Und wenn sich dort schon ein Chip befindet, warum sollte dieser in Zukunft nicht die Ausgangsdaten für die kompletten elektronischen Sicherheitssysteme im Fahrzeug – Bremsen, Fahrstabilitätsprogramme etc. – liefern?“

Angesichts dieser Entwicklung hin zu immer komplexeren Fahrzeugkomponenten, zu denen auch die Bereifungen gezählt werden, seien die Zeiten vorbei, in denen Autos noch im Do-it-yourself-Verfahren oder vom Hinterhofschrauber gewartet bzw. repariert werden konnten. Für alle Arbeiten „unterhalb der Gürtellinie des Fahrzeugs“ (Räder/Reifen/Fahrwerk) sollten Verbraucher daher – so der BRV – vor allem Betriebe des Reifenfachhandels und -handwerks ansteuern. „Wer, wenn nicht in erster Linie wir, die sich seit Jahrzehnten auf das Geschäft rund um Rad und Reifen spezialisiert haben, sollte prädestiniert sein, die Komplexität von Wissen und handwerklichen Fähigkeiten zu beherrschen?“, meint Drechsler.

Wer das Reifengeschäft zum großen Teil „nur nebenbei“ betreibe, habe zwangsläufig bei weitem weder das Know-how noch das Equipment noch die handwerklichen Fähigkeiten eines Reifenspezialisten. „Räder und Reifen sind Hightech-Produkte, und als solche sollten sie mit der bestmöglichen Fachkompetenz gepflegt werden“, findet der BRV und hält daher auf den eigenen Webseiten unter www.bundesverband-reifenhandel.de ein Stationenverzeichnis von Reifenfachhandelsbetrieben bereit.

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