Dr. Peter E. Rieth erhält U.S.-Award

Als Anerkennung und Würdigung seiner außergewöhnlichen Leistungen auf dem Gebiet der Sicherheitstechnologien im Fahrzeug wird Dr.-Ing. Peter E. Rieth, Leiter Zukunftsentwicklung der Division Automotive Systems der Continental AG, heute in Washington D.C. der „U.S. Government Award for Safety Engineering Excellence“ verliehen. Diese besondere Auszeichnung vergibt die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA), die oberste US-Bundesbehörde zur Prävention und Kontrolle von Verkehrsunfällen, alle zwei Jahre im Vorfeld der internationalen Technical Conference on the Enhanced Safety of Vehicles (ESV).

Dr. Peter E. Rieth ist seit über 22 Jahren auf dem Gebiet der Fahrzeugtechnik und Verkehrssicherheit tätig und Inhaber von über hundert Patenten weltweit. Auf Symposien, Kongressen, Messen, an Universitäten oder als Autor zahlreicher Publikationen ist der promovierte Maschinenbauer ein kompetenter und gefragter Fachmann bei allen Themen der Sicherheitstechnologien und der Fahrzeugdynamik. Durch seine Entwicklungen konnte die Unfallwahrscheinlichkeit im Straßenverkehr entscheidend reduziert werden. „Maßgeblich dazu beigetragen haben wir mit unseren führenden Technologien wie dem Bremsassistenten, ESP und ESP II“, erläutert Rieth. „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung und mein besonderer Dank geht an mein Team bei Automotive Systems, ohne das die Entwicklung dieser Technologien nicht möglich gewesen wäre.“

Rieth, geboren 1951 in Eltville am Rhein, studierte von 1973 bis 1978 Maschinenbau und promovierte, nach fünfjähriger wissenschaftlicher Tätigkeit am Institut für Werkstoffkunde, an der TU Darmstadt. Seine weitere berufliche Laufbahn begann er 1983 bei der damaligen Alfred Teves GmbH in Frankfurt erst als Leiter Referat Festigkeit, später als Hauptabteilungsleiter Entwicklung Fahrwerksysteme.1994 bis 1998 war Rieth für den Bereich Zukunftsentwicklung und Technologien bei ITT Automotive verantwortlich. Mit der Eingliederung des Unternehmens in den Continental-Konzern wurde Rieth 1998 Mitglied der Geschäftsleitung der Continental Teves AG & Co. OHG und übernahm die Verantwortung für den Bereich Technologie und Fahrzeug Systeme. Seit 2003 leitet er den Bereich Zukunftsentwicklung von Continental Automotive Systems und ist Mitglied der Geschäftsleitung der Division.

Im Zentrum der beruflichen Karriere von Dr. Peter E. Rieth standen von Beginn an Entwicklungsarbeiten zur Erhöhung der Fahrzeugsicherheit und der Unfall-Prävention. Hier widmete sich Rieth in den ersten Jahren der Optimierung des Bremswegs und der Entwicklung von leistungsfähigen Bremssystemen, die Continental Teves 1984 auf den Markt brachte.

Unter der Verantwortung von Rieth wurde Anfang der 90er Jahre ein aktives Sicherheitssystem entwickelt, das instabile Fahrzustände bereits im Ansatz erkennt und selbsttätig korrigiert: Die intelligente Vernetzung von ABS, elektronischer Bremskraftverteilung, Antriebsschlupf- und Giermomentregelung ermöglichte das so genannte elektronische Stabilitätsprogramm ESP, mit dem Continental Teves 1998 in Serie ging.

Weitere entscheidende Beiträge zur Verkehrssicherheit leistete Rieth durch die Entwicklung des Bremsassistenten, der aus der Analyse der Bremspedalbetätigung auf eine gegebene Notfallsituation schließt und dem Fahrer sodann maximale Bremskraftverstärkung zur Verfügung stellt. Auf diese Weise kann der Fahrer eine Vollverzögerung mit nur geringem Pedalkraftaufwand einleiten, was den Bremsweg gegenüber einem System ohne diesen elektronischen Schutzengel erheblich verkürzt.

Mit der weitergehenden Vernetzung des elektronischen Brems- und Stabilitätsregelsystems mit weiteren elektronischen Chassisregelsystemen wie z. B. der elektrischen Lenkung oder der Fahrwerkregelung zum Global Chassis Control GCC konnte Rieth nicht nur die Bremsleistung und Fahrzeugstabilität weiter verbessern, sondern auch die zum Teil im Widerspruch stehenden Kriterien Fahrkomfort und Fahrfreude fahrsituativ optimieren. Seine aktuelle Neuentwicklung, das ESP II, nutzt z. B. neben den üblichen Eingriffen in Motorleistung und Bremse auch aktive Eingriffe in Lenkung und Fahrwerksregelung, um insbesondere bei Fahrzuständen mit unterschiedlicher Griffigkeit der einzelnen Räder die Fahrstabilität weiter zu verbessern.

Im nächsten Schritt vernetzte Rieth die aktiven und passiven Sicherheitssysteme und integrierte die Umfeldsensorik. So war es möglich, APIA (Active Passive Integration Approach) zu realisieren, der Weg zum unfall- und verletzungsvermeidenden Fahrzeug. Die Unfallwahrscheinlichkeit wird hier in einem Gefahrenrechner für die aktuelle Verkehrssituation ermittelt und es werden gestuft Maßnahmen zum Schutz der Insassen und anderer Verkehrsteilnehmer eingeleitet. Gemeinsam mit Automobilherstellern wird dieses Projekt zurzeit zur Serienreife geführt werden.

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