Vorboten einer besseren Autokonjunktur

Obwohl die Verunsicherung der Konsumenten durch rückläufige Konjunkturbarometer, gestiegene Kraftstoffpreise oder die Anschläge in Madrid sogar noch verstärkt wurde, hat die deutsche Automobilindustrie im März 2004 besser abgeschnitten als in den ersten beiden Monaten dieses Jahres. Mit voraussichtlich 345.000 Fahrzeugen wurden in Deutschland acht Prozent mehr Personenkraftwagen neu zugelassen als ein Jahr zuvor, wie der Verband der Verband der Automobilindustrie (VDA) meldet. Damit haben sich im März erste positive Zeichen beim Pkw-Absatz eingestellt.

Allerdings sei dabei zu berücksichtigen, dass dieser Monat zwei Arbeitstage mehr als der März im Vorjahr hatte. Arbeitstäglich bereinigt unterschritten die Neuzulassungen das Vorjahresniveau nur um ein Prozent. Auch das erste Quartal 2004 blieb mit 777.300 Personenkraftwagen noch ein Prozent unter dem Vorjahr. Der März hat damit die beiden schwachen Vormonate fast egalisiert. Hierin komme inzwischen vor allem die positive Auswirkung der neuen Modelle im Markt zum Tragen, die im Verlauf des Jahres zu einer weiteren Besserung der Gesamtentwicklung im deutschen Automobilabsatz führen dürfte.

Die deutschen Hersteller haben im März gegenüber ihren Wettbewerbern überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Während sich bei den französischen Marken der rückläufige Trend der vergangenen Monate weiter fortsetzte, wiesen die Japaner Zuwachsraten auf, die jedoch unterhalb der Marktentwicklung und der der deutschen Marken lagen.

Die erkennbaren Verbesserungen im Absatz und in den Ordern ließen erwarten, dass sich die Automobilkonjunktur zur Jahresmitte weiter aufhellt, glaubt der VDA weiter. So ist der inländische Auftragseingang von deutschen Personenkraftwagen im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 16 Prozent gestiegen. Dieser erfreuliche Auftragsschub hat dazu geführt, dass die inländischen Bestellungen im ersten Quartal bereits um zwei Prozent höher ausfielen als vor einem Jahr. Damit steigt der Auftragsbestand – wenn auch von niedriger Basis – wieder an. Angesichts noch zu erwartender weiterer Neuvorstellungen habe das Autojahr 2004 durchaus Perspektiven. Aus dem Ausland gingen bei den deutschen Pkw-Herstellern im März knapp sechs Prozent mehr Bestellungen ein als ein Jahr zuvor. Seit Anfang dieses Jahres lagen auch die Auslandsorder damit zwei Prozent über dem bereits relativ hohen Vorjahresniveau.

Erfreulich für die deutschen Autobauer entwickelte sich im März 2004 auch der Export. Mit 380.900 Einheiten lieferten die Hersteller 17 Prozent mehr Personenkraftwagen ins Ausland als im Vorjahresmonat. Selbst arbeitstäglich bereinigt konnte ein Plus von sieben Prozent erzielt werden. Im ersten Quartal 2004 übertraf die Ausfuhr von deutschen Personenkraftwagen das Vorjahresniveau mit 965.200 im Ausland abgesetzten Fahrzeugen um drei Prozent. Basis dafür war der anhaltend positive Export nach Asien und Osteuropa sowie wie der im März überraschend starke Absatz in Westeuropa. Bis auf Italien konnten alle wichtigen Automobilmärkte kräftig zulegen, teilweise sogar zweistellig, wie z. B. in Spanien. In Westeuropa sei der Autofrühling somit unverkennbar ausgebrochen, so der Branchenverband.

Getragen von der verbesserten Auftragssituation im In- und Ausland rollten im März in Deutschland 526.200 Personenkraftwagen von den Bändern. Das entsprach einem Anstieg gegenüber dem März des Vorjahres um 13 Prozent. Unter Berücksichtigung der beiden zusätzlichen Arbeitstage wurden drei Prozent mehr Personenkraftwagen gefertigt als ein Jahr zuvor. Im ersten Quartal lag die Pkw-Produktion mit 1,3 Mio. Fahrzeugen auf dem Niveau des Vorjahres.

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