Zuwächse bei ZF erst wieder ab 2004 erwartet

Der Automobilzulieferkonzern ZF Friedrichshafen AG wird nach eigenen Angaben in diesem Jahr voraussichtlich nur ein geringes Umsatzwachstum von 9,2 auf 9,3 Milliarden Euro erreichen. Als Gründe dafür werden die schwache Konjunktur in den für ZF relevanten Branchen und Märkten sowie Währungseinflüsse durch einen starken Euro angegeben. „Mit der währungsbereinigten Umsatzentwicklung von plus vier Prozent können wir in Anbetracht von stagnierenden beziehungsweise leicht rückläufigen Produktionszahlen in unseren Kernmärkten zufrieden sein“, sagte ZF-Vorstandsvorsitzender Dr. Siegfried Goll während der Jahresabschlusspressekonferenz in Stuttgart. Allerdings hätten hohe Investitionskosten in Höhe von etwa 729 Millionen Euro bzw. acht Prozent vom Umsatz das Ergebnis belastet.

„Die sehr hohe Entwicklungs- und Investitionsquote 2002 und 2003 war zur Stärkung unserer Marktposition unbedingt erforderlich, wir haben damit die notwendigen Weichen für die Zukunft gestellt“, so Goll. Ab 2004 sollen die Investitionen allerdings wieder schrittweise auf ein normales Maß zurückgeführt werden. Darüber hinaus hat der ZF-Konzern zur Verbesserung der Ergebnissituation in diesem Jahr Kostensenkungs- und Restrukturierungsprogramme aufgelegt, die sich nach Ansicht des Unternehmens ab dem nächsten Jahr positiv auswirken werden. Nichtsdestotrotz werde man in diesem Jahr „ein schwarzes Betriebsergebnis realisieren“ – so zitieren jedenfalls das „Handelsblatt“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ Goll im gleichen Wortlaut. Genaueres dazu war von dem Vorstandsvorsitzender gleichwohl offensichtlich nicht zu erfahren.

Wie dem auch sei, für das Jahr 2004 prognostiziert ZF wieder ein stärkeres Umsatzwachstum. Das konjunkturelle Umfeld verbessere sich weltweit und lasse in den Branchen Wachstumsraten zwischen zwei und drei Prozent erwarten. Speziell in der dynamischen Region Asien/Pazifik will ZF stark wachsen: Alleine in China – derzeit ist man dort mit neun Produktionsstätten vertreten und hat erst im November in Changchun die neue Gesellschaft ZF Fawer Chassis Technology Co. Ltd. zur Produktion von Pkw- und Nfz- Fahrwerkkomponenten bzw. kompletter Pkw-Achssysteme gegründet – soll ein jährliches Wachstum von 20 Prozent erzielt werden.

Auch in den USA sieht ZF Zeichen für Wachstum, da das Unternehmen nach eigenen Aussagen im nächsten Jahr beispielsweise für die neuen Ford-Modelle Five Hundred und Freestyle komplette Achssysteme aus einem neuen Werk in Chicago liefern wird. Ingesamt sagt der Konzern für den nordamerikanischen Markt für 2004 ein zweiprozentiges Wachstum in der Automobilproduktion (inklusive leichter Nutzfahrzeuge) voraus, während in Deutschland ein Plus von drei bzw. in ganz Westeuropa ein Zuwachs von zwei Prozent erwartet wird. In China sollen es 15 Prozent sein – weltweit liege das Mittel bei einer Steigerung von drei Prozent. Bei schweren Lkw über sechs Tonnen prognostiziert ZF ein weltweites Wachstum der Produktionszahlen um zwei Prozent, in Deutschland und Westeuropa um drei sowie in Nordamerika um 15 Prozent. Lediglich für Asien erwartet der Zulieferer 2004 diesbezüglich ein Minus von fünf Prozent.

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