Feuer bei Ellerbrock in Henstedt-Ulzburg

Am frühen Morgen ist bei der Ellerbrock Reifenrunderneuerungs-Technologie GmbH in Henstedt-Ulzburg ein Großfeuer ausgebrochen, bei dem eine 6.500 Quadratmeter große Produktionshalle Opfer der Flammen geworden und nach Informationen des Rundfunksenders Radio Schleswig-Holstein (RSH) vollständig niedergebrannt ist. Rund 200 Feuerwehrleute sind noch immer im Einsatz, und die Nachlöscharbeiten werden wohl noch das ganze Wochenende über dauern. Die weithin sichtbare Rauchsäule des Feuers hat Feuerwehr und Polizei veranlasst Anwohner im näheren Umkreis des Werkes aufzufordern, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Um 2:18 ist der Brand bemerkt und von der Technischen Leitung des Betriebes der Feuerwehr gemeldet worden. „Als wir um 2:34 Uhr am Brandort eintrafen stand die Halle schon im Vollbrand“, sagte der Leiter der Einsatzkräfte vor Ort gegenüber RSH. „Glücklicherweise ist es bis auf eine leichte Rauchvergiftung bei einer Person zu keinen weiteren Personenschäden gekommen“, ist Dirk Rohmann, Leiter der Abteilung Marketing bei dem Unternehmen vor den Toren Hamburgs, erleichtert.

„Da wir Südwestwind haben hat sich das Feuer offenbar in einer unglaublichen Geschwindigkeit ausgebreitet durch die ganze Halle. Die Feuerwehr wurde sofort gerufen, aber als sie kam, stand schon die gesamte Halle von immerhin 65 x 100 Meter – 6.500 Quadratmeter – lichterloh in Flammen. Alarm hat es auch gegeben automatisch, aber was ich hier sehe – ich bin eigentlich sprachlos“, sagte Ellerbrock-Geschäftsführer Klaus Zimmermann zu dem Feuer am RSH-Mikrofon.

„Eine solche Rauchsäule habe ich noch nicht gesehen. Der Brand ist entstanden in der Halle. Die Arbeiter haben dieses Feuer entdeckt und versucht, es selbst zu bekämpfen – es war ihnen aber nicht möglich. Wir haben die Bevölkerung alarmiert wegen des Rauches, sodass eine Gefährdung ausgeschlossen werden kann bzw. festgestellt werden kann, um was es sich handelt“, erklärte Volker Dornquast, Bürgermeister der Gemeinde Henstedt-Ulzburg, in einem Interview mit dem Radiosender.

Die von RSH genannte „erste Schadensschätzung der Unternehmensleitung“ von angeblich 15 Millionen Euro kann Dirk Rohmann auf Nachfrage der NEUE REIFENZEITUNG nicht bestätigen. „Dafür ist es definitiv noch viel zu früh. Die Produktion ist zwar sehr stark in Mitleidenschaft gezogen, doch erst wenn die Halle komplett gelöscht ist können wir uns einen genaueren Überblick über das Ausmaß der Schäden verschaffen“, so Rohmann. Aus dem selben Grund lägen auch noch keinerlei Erkenntnisse zur Brandursache vor, die Polizei sei jedoch bereits vor Ort und habe ihre Ermittlungen aufgenommen.

„Das ist ein herber Rückschlag nachdem dieses Geschäftsjahr bislang außerordentlich erfolgreich für uns gelaufen ist“, meint Rohmann. Die Unternehmensleitung des italienischen Mutterkonzerns Marangoni ist bereits auf dem Weg zum Unglücksort, um sich ebenfalls ein Bild von den Schäden zu machen. Zu klären wird auch sein, wie der zu erwartende Produktionsausfall in dem Henstedt-Ulzburger Werk abgefedert werden kann. „Schließlich waren wir dank der guten Auftragslage sowohl hier als auch in Italien gut ausgelastet“, so Rohmann weiter. Geschäftspartner und sogar Wettbewerber hätten ihm gegenüber ihr Bedauern ausgedrückt und ihre Hilfe angeboten. „Tatsächlich können wir derzeit aber nichts tun als zu warten bis das Feuer endgültig gelöscht ist“, kommentiert Rohmann die Anteilnahme der Branche.

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.