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Zweifel an Goodyear – Aktien weiter südwärts – Teilverkäufe geplant

Kann Goodyear sich noch selbst aus dem Dilemma befreien? Analysten hegen Zweifel. Goodyear-Aktien haben in den letzten Tagen weiter an Wert verloren. Sie notierten gerade noch bei 5,35 US-Dollar. Bisher hat die Börse weder den Führungswechsel noch die eingeleiteten bzw. angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen honoriert. Die Sparte Engineered Products (Umsatz 2001: 1,12 Milliarden US-Dollar) steht Gerüchten zufolge zum Verkauf; das wollen Wettbewerber aus gut informierten Kreisen erfahren haben. Höhere Rohstoffpreise kann der Reifenkonzern derzeit wahrhaftig überhaupt nicht brauchen vor dem Hintergrund der Liquidität verschlingenden Restrukturierungsbemühungen, die zeitgleich mit weiteren Marktanteilsverlusten in den USA durchzuführen sind. Somit erwartet man, dass Goodyear für das vierte Quartal 2002 einen Verlust pro Aktie von 0,10 US-Dollar bekannt geben wird; bisher war man noch von einem Gewinn pro Aktie von 0,10 US-Dollar ausgegangen. Viel mehr als break even (im positiven Fall) wird auch für das ganze laufende Jahr nicht erwartet. Mit größtem Interesse erwartet die Finanzwelt nun die Vorstellung des für Ende Februar/Anfang März von Keegan angekündigten aggressiven Restrukturierungsplans. Hierbei könnte es um Werksschließungen gehen, um weitere Produktionsverlagerung in Billiglohnländer sowie auch um die Aufgabe unattraktiver Erstausrüstungslieferungen. Die Dunlop-Fabrik in Huntsville sowie die vormalige Kelly-Fabrik in Tyler/Texas gelten als gefährdet, als Fabriken mit den höchsten Kosten. Goodyear hat in den letzten sechs Jahren einen Restrukturierungsaufwand von 640 Millionen US-Dollar in den Büchern stehen, ohne eine durchgreifendes Ergebnis vorzeigen zu können. Die Zuversicht von Investoren in die Fähigkeit von Goodyear, sich aus eigener Kraft noch aus der Misere befreien zu können, ist weiter gesunken.

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