Westeuropa: Absatz von schweren Nutzfahrzeugen auf Talfahrt

Frankfurt, 30. Januar 2003. In Westeuropa hinterließen die schwache Gesamtkonjunktur und die eingeschränkte Investitionsneigung deutliche Spuren auf dem Nfz-Markt. Die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen (ohne Busse) nahmen insgesamt um 4 Prozent auf 2,1 Mio. Einheiten ab. Vor allem im Segment der mittleren und schweren Lastkraftwagen über 6 t war ein deutlicher Absatzrückgang um 12 Prozent auf 290.100 Fahrzeuge hinzunehmen. Etwas positiver schnitten die Neuzulassungen im leichten Segment unter 6 t ab: der Transporterabsatz schwächte sich 2002 um 3 Prozent auf gut 1,8 Mio. Fahrzeuge ab. Von den Volumenländern entwickelten sich die Nfz-Neuzulassungen in Italien und Großbritannien noch positiv, dagegen sank der Absatz in Frankreich um 7 Prozent, in Spanien um 6 Prozent und in Deutschland um 9 Prozent. In den USA war der Absatz von mittleren und schweren Nutzfahrzeugen mit einem Rückgang von 8 Prozent auf 322.300 Trucks auch im Jahr 2002 negativ. Während die Verkäufe von Medium Trucks mit 176.300 Fahrzeugen um 16 Prozent schwächer ausfielen als ein Jahr zuvor, verzeichnete der Absatz im Nfz-Segment der Klasse 8 eine in der zweiten Jahreshälfte einsetzende Belebung. Diese Absatzsteigerung auf 146.000 Einheiten (+5 Prozent) war im Wesentlichen auf die seit Oktober 2002 verschärften Emissionsvorschriften zurückzuführen, die viele Spediteure zu vorgezogenen Käufen veranlassten und dem U.S.-Markt in der Klasse 8 damit zu einer kurzfristigen Belebung verhalfen. In China setzte die Nfz-Industrie auch im vergangenen Jahr ihren Wachstumskurs eindrucksvoll fort. Mit gut 2,1 Mio. verkauften Nutzfahrzeugen wurde das Vorjahresergebnis um 29 Prozent übertroffen. Besonders deutlich legte der Absatz von mittleren und schweren Nfz über 6 t zu: die Verkäufe dieser Gewichtsklassen stiegen 2002 um fast ein Drittel auf 407.100 Fahrzeuge – damit wurden in China erstmals mehr mittlere und schwere Lkw abgesetzt als im gesamten NAFTA-Raum. In Deutschland dämpften neben der schwachen Konjunktur auch die geringe Investitionsneigung im Ausrüstungssektor und in der Bauindustrie sowie die Verteuerung des Straßengüterverkehrs die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen. Im Bereich über 6 t fiel die Inlandsnachfrage um 10 Prozent niedriger aus als 2001. Eine Konsolidierung scheint hingegen im Transportersektor eingetreten zu sein. Nachdem im ersten Quartal 2002 die Binnennachfrage nach Transportern noch 2 Prozent unter Vorjahresniveau lag, übertraf sie im Jahresdurchschnitt das Ordervolumen des Vorjahres um 1 Prozent. Insgesamt fiel die Binnennachfrage über alle Gewichtsklassen hinweg um 2 Prozent niedriger aus als 2001. Auch die Bestellungen aus dem Ausland konnten 2002 nicht am Auftragsergebnis des Vorjahres anknüpfen. Insgesamt wurden 5 Prozent weniger Nutzfahrzeuge bestellt als 2001. Während allerdings die Auftragseingänge im leichten Bereich bis 6 t um 8 Prozent niedriger ausfielen, zogen die ausländischen Bestellungen in der Gewichtsklasse über 6 t um 4 Prozent an. Die insgesamt schwache In- und Auslandsnachfrage nach deutschen Nutzfahrzeugen schlug sich 2002 in einer deutlichen Drosselung der Produktion nieder. Mit 336.300 Einheiten rollten 11 Prozent weniger Nutzfahrzeuge (ohne Busse) von den Bändern als ein Jahr zuvor. Die Fertigung von leichten Nfz bis 6 t unterschritt mit 212.000 Einheiten das entsprechende Vorjahresvolumen um 14 Prozent. Auch bei den Nfz über 6 t wurde die Herstellung um 6 Prozent auf 124.300 Fahrzeuge zurückgenommen. Analog zur schwachen Auftragslage aus dem Ausland sanken auch die Exporte. Die Lieferungen von leichten Nutzfahrzeugen ins Ausland fielen mit 148.300 Fahrzeugen erheblich schwächer aus als ein Jahr zuvor (-13 Prozent). Die Ausfuhr von Nfz über 6 t stabilisierte sich hingegen im Jahresverlauf, dennoch sind 2002 mit 96.300 Fahrzeugen 2 Prozent weniger schwere Nutzfahrzeuge ausgeführt als im Vorjahr. 195.300 im vergangenen Jahr in Deutschland neu zugelassene Transporter bedeuten, dass das Absatzvolumen des Vorjahresjahres um 6 Prozent unterschritten wurde. Bei den schweren Nfz über 6 t musste mit 69.500 Fahrzeugen sogar ein Rückgang um 15 Prozent hingenommen werden. Die Lage im deutschen Omnibus-Sektor blieb auch im vergangenen Jahr unbefriedigend. Die Finanzierungsprobleme der Kommunen haben die Nachfrage nach Bussen stark beeinträchtigt. Die Auftragseingänge von deutschen Bussen lagen 2002 insgesamt leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres. Dabei stand einem Orderanstieg aus dem Inland um 7 Prozent ein Bestellrückgang aus dem Ausland um 4 Prozent gegenüber. Entsprechend der schwachen Auslandsnachfrage fielen die Exporte deutscher Busse mit 7.300 Einheiten 6 Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor. Auch die deutsche Omnibus-Produktion musste zurückgefahren werden. Ein schwacher Bus-Markt in Europa sowie Produktionsverlagerungen deutscher Hersteller ins Ausland führten dazu, dass im Gesamtjahr mit 9.700 Fahrzeugen 18 Prozent weniger Busse die Bänder in Deutschland verließen. Mit 5.700 Fahrzeugen unterschritten auch die Neuzulassungen das letztjährige Absatzvolumen nochmals um 6 Prozent. Der Absatz von Bussen in Westeuropa lag im Gesamtjahr 2002 um 5 Prozent über dem Vorjahresvolumen; im Bereich der Busse über 8 t betrug der Rückgang 6 Prozent. Neben der schwachen Zulassungsentwicklung in Deutschland und Frankreich kam es dabei zu noch deutlichen Absatzrückgängen in Portugal, Italien und Spanien, während auf dem Busmarkt in Großbritannien ein kräftiger Zuwachs erzielt wurde. Die sonstigen Länder Westeuropas zeigten 2002 ebenfalls einen Abwärtstrend: Hier fielen die Neuzulassungen allerdings aufgrund der positiven Entwicklung in einigen nordeuropäischen Ländern insgesamt lediglich um 2 Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor; im Bereich der Busse über 8 t konnte sogar ein Zulassungsplus von knapp 2 Prozent erzielt werden

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