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Halbjahresergebnis von Michelin: Präzise Punktlandung

Das Geschäft mit Pkw- und kleinen Lkw-Reifen meldet einen Umsatz für die ersten sechs Monate 2002 von 3,995 Milliarden Euro, das sind 51 Prozent des Gesamtumsatzes des Konzerns. Zum Operating Income trug dieser Geschäftsbereich 357 Millionen Euro bei, das sind 62,6 Prozent vom Operating Income insgesamt. Es sei gelungen, insbesondere in der Erstausrüstung zu einem besseren Produktmix zu gelangen und die Preiserhöhungen seien umgesetzt worden. Im übrigen kommen im ersten Halbjahr diesen Jahres die niedrigeren Rohstoffkosten aus den letzten Monaten des Vorjahres zum Tragen. Mit General Motors gibt es nach Rolliers Worten keinen Konflikt, allerdings habe man das Erstausrüstungsgeschäft mit GM in Europa mit Ablauf diesen Monates beenden müssen, weil man weniger die “Commodities” als die UHP-Reifen liefern wolle. Diese Entwicklung habe sich seit Monaten aber abgezeichnet und sie führe nicht zu einer Revision der Zahlen des Konzerns. In den USA bleibe man im übrigen in vollem Umfang im Geschäft mit GM. Michelin verfügt dort über Verträge mit einer Laufzeit über mehrere Jahre und beide Partner, so heißt es, seien auch mit diesen Verträgen sehr zufrieden. Während der Anteil der Massenreifen 1998 noch bei 63 Prozent lag, so werden HVZ und SUV-Reifen zum Jahresende bereits bei 46 Prozent angelangt sein. Das Lkw-Reifengeschäft meldet einen Nettoumsatz von 1,934 Milliarden Euro ( 24,7 % vom Gesamtumsatz) und einen Operating Profit von 215 Millionen Euro (37,7 %). Damit erreicht Michelin im hart umkämpften Lkw-Reifenbereich mit 11,1 Prozent eine Marge, von der Wettbewerber nur träumen können. Tatsächlich dürften die meisten Wettbewerber mit Lkw-Reifen sogar Verluste einfahren. Alle anderen Sparten, deren Umsatz etwa 24 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, waren demnach bei Michelin leicht im Minus oder mehr oder weniger break even. Lag die Nettoverschuldung des Konzerns im Juni 2001 noch bei 5,3 Milliarden Euro und zum Jahresende 2001 bei 4,881 Milliarden Euro so konnte diese weiter abgebaut werden und liegt jetzt bei 4,324 Milliarden Euro. Der Ausblick in die zweite Jahreshälfte verheißt keine durchgreifenden Verbesserungen für die Märkte. Michelin rechnet in den USA mit einem weiteren starken Rückgang des LKW-Reifen Erstausrüstung und sieht auch für die LKW-Reifenersatzmärkte in Europa für dieses Jahr keine Verbesserung mehr. Das Pkw/SUV-Reifenersatzgeschäft sollte in Nordamerika nach Michelin-Prognosen indessen stabil bleiben. Hier ist allerdings zu bedenken, dass der SUV-Markt stärker zurück gegangen ist als erwartet worden war und im Vorjahr durch die Reifenrückrufe von Firestone und Ford einmalig ein hoher Extrabedarf zu befriedigen war. Diesen ganzen Problemen will Michelin aber durch Wachstum und scharfe Kostenkontrolle ein ausreichendes Gegengewicht entgegensetzen. Der 1999 in Gang gesetzte Restrukturierungsplan für das Europa-Geschäft mit einer Streichung von 7000 Stellen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, ist vollständig umgesetzt und mit dem im Vorjahr in Nordamerika entwickelten Restrukturierungsplan “Call to Action”, der eine Reduzierung der Belegschaft in Nordamerika um 2000 Jobs vorsieht bis zum Jahresende 2003, sei man schneller als geplant unterwegs, teilte Rollier mit. klaus.haddenbrock@reifenpresse.de

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