Entwicklung der Nutzfahrzeugmärkte

In den USA konnte die Talfahrt des Nutzfahrzeug-Marktes auch im April noch nicht gestoppt werden. Zwar stiegen die Verkäufe von Medium Trucks aufgrund verstärkter Verkaufsprogramme um 4 Prozent, im Segment der schweren Nutzfahrzeuge fiel der Absatz jedoch nochmals um 7 Prozent schwächer aus als ein Jahr zuvor. Dies war der geringste Rückgang seit Mitte 2000. Diese leichte Verbesserung ist in erster Linie auf vorgezogene Verkäufe im Zusammenhang mit der im Herbst 2002 angekündigten Verschärfung der Abgasvorschriften, aber auch auf die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung in den USA zurückzuführen. Trotz dieser positiven Impulse im April gingen die Verkäufe in den ersten vier Monaten insgesamt auf 99.800 Fahrzeuge zurück (-18 Prozent). In Lateinamerika zeigt sich zu Beginn des Jahres 2002 ein eingetrübtes Bild: In Brasilien lagen die Neuzulassungen von mittleren und schweren Nutzfahrzeugen von Januar bis April um 11 Prozent unter dem Vorjahresniveau. In Argentinien brach der Nutzfahrzeugmarkt noch stärker ein: In den ersten vier Monaten lag der Absatz mit 1.050 Fahrzeugen 58 Prozent unter dem Vorjahresniveau. In Deutschland bleibt das Nutzfahrzeuggeschäft weiterhin schwierig. Der Ordereingang bei den deutschen Transporterherstellern lag in den ersten vier Monaten dieses Jahres 5 Prozent unter dem letztjährigen Bestellvolumen. Dabei stand einem deutlichen Nachfragerückgang aus dem Ausland um 8 Prozent ein leichter Zuwachs aus dem Inland um 2 Prozent gegenüber. Im April haben sich die inländischen Auftragseingänge saisonbereinigt etwas stabilisiert (+1 Prozent), die Auslandsorder unterschritten den Märzwert dagegen saisonbereinigt um 11 Prozent. Die Bestellungen im mittelschweren und schweren Lkw-Bereich über 6 t blieben sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland saisonbereinigt um 4 Prozent hinter dem jeweiligen Vormonatsergebnis zurück. Im bisherigen Jahresverlauf stagnierten die ausländischen Ordereingänge für Nfz über 6 t auf Vorjahresniveau; dagegen kam es zu einem kräftigen Nachfragerückgang aus dem Inland um 13 Prozent. Hierin spiegeln sich die nach wie vor verhaltene Situation in den wichtigsten Industriebranchen wie auch die Verunsicherung durch die Maut und die Wettbewerbsverzerrungen in Europa wider. Die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen bis 6 t fielen im April 2002 um 1 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor; im ersten Tertial unterschritten sie das Volumen der ersten vier Monate 2001 um 8 Prozent. Im Bereich über 6 t wurden im April 7 Prozent weniger Nutzfahrzeuge zugelassen. Im bisherigen Jahresverlauf kam es sogar zu einem Rückgang um 19 Prozent. Die Ausfuhr von Nutzfahrzeugen hat sich nach dem Einbruch zu Jahresbeginn in den letzten beiden Monaten wieder gefangen. Im Transportersegment wurden im April 18 Prozent mehr Fahrzeuge exportiert als vor einem Jahr, im Bereich über 6 t waren es 8 Prozent. Bis April 2002 kam es zu einem Ausfuhrrückgang um 10 Prozent bei den Nfz bis 6 t und im Bereich über 6 t sogar um 15 Prozent. Die Produktion von Nutzfahrzeugen lag in beiden Gewichtsklassen im April um 11 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresvolumen, in den ersten vier Monaten 2002 fiel das jeweilige Fertigungsvolumen jedoch um 18 Prozent geringer aus. Die Lage im deutschen Omnibus-Sektor ist weiterhin unbefriedigend. Die Neuzulassungen blieben im bisherigen Jahresverlauf um 22 Prozent hinter dem Vorjahresvolumen zurück und die Produktion von Omnibussen sank in diesem Zeitraum um 21 Prozent. Die Ausfuhr von Bussen blieb dagegen im bisherigen Jahresverlauf – aufgrund der erheblichen Zunahme der Fahrgestellexporte – relativ stabil (+1 Prozent). Die Auftragseingänge im Bussektor lagen in den ersten vier Monaten dieses Jahres leicht um 1 Prozent über dem Ordervolumen Anfang 2001. Dabei stand einem deutlichen Nachfrageanstieg aus dem Inland um 16 Prozent ein Bestellrückgang um 8 Prozent aus dem Ausland gegenüber. Die Neuzulassungen von Bussen in Westeuropa unterschritten sowohl im April 2002 als auch im bisherigen Jahresverlauf das entsprechende Vorjahresvolumen um 8 Prozent; im Bereich der Busse über 8 t betrug der Rückgang sogar 10 Prozent. Neben der schwachen Zulassungsentwicklung in Deutschland kam es dabei zu deutlichen Absatzrückgängen in Frankreich und Italien, während auf den Busmärkten in Großbritannien und Spanien in den ersten vier Monaten dieses Jahres noch Zuwächse erzielt werden konnten. Die sonstigen Länder Westeuropas zeigten im April 2002 einen leichten Aufwärtstrend: Insgesamt fielen die Neuzulassungen um 9 Prozent höher aus als ein Jahr zuvor. In den ersten vier Monaten unterschritt der Absatz von Bussen in den sonstigen Ländern Westeuropas das Volumen des Vorjahreszeitraums jedoch noch um 10 Prozent.

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