Goodyear vom Arbeitsgericht in Amiens wegen „unbegründeter“ Entlassungen verurteilt

Über sechs Jahre, nachdem Goodyear seine Landwirtschaftsreifenfabrik in Amiens-Nord geschlossen hat, urteilt jetzt das Arbeitsgericht in der nordfranzösischen Stadt, dass es dabei zu 832 ungerechtfertigten und unrechtmäßigen Entlassungen gekommen sei. Jahrelang lagen zuvor der Arbeitgeber, die Arbeitnehmer sowie deren gewerkschaftliche Vertreter im Streit über die bereits 2007 angekündigte geplante Zusammenlegung mit der Pkw-Reifenfabrik am Ort, der in einem aufsehenerregenden 30-stündigen Boss-Napping gipfelte. Nachdem die Zusammenlegung genauso gescheitert war wie der daraufhin geplante Verkauf der Fabrik an Titan International, hatte Goodyear Kündigungen für die 1.143 Mitarbeiter in Amiens-Nord ausgesprochen, wogegen 832 der Entlassenen geklagt haben. Wie die Tageszeitung Le Monde jetzt berichtet, habe der damals weltweit Gewinne erwirtschaftende Reifenhersteller die „Entlassungen ohne gültigen wirtschaftlichen Grund“ ausgesprochen, die Entlassungen seien demnach „unbegründet“ gewesen, so die Zeitung weiter. Die Höhe einer etwaigen Schadensersatzleistung legte das Gericht dem Vernehmen nach noch nicht fest, und der Reifenhersteller erwäge, gegen das gestrige Urteil in Berufung zu gehen. Goodyear betreibt sein Pkw-Reifenfabrik in Amiens  übrigens weiterhin. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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