Nach Restrukturierung: Genan jetzt „wirklich frei, nach vorne zu blicken“

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Genan – weltweit größter Altreifenentsorger mit Hauptsitz in Dänemark – kommt ganz augenscheinlich gut durch seine Restrukturierungsphase; man könne positiv auf die Zukunft blicken und wolle „jetzt beginnen, die Vergangenheit zu beerdigen“. Und in der war es turbulent zugegangen. Nachdem das Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten war, sah sich Genan-Gründer und damaliger Mehrheitsgesellschafter Bent A. Nielsen mit Betrugsvorwürfen konfrontiert; der dänische Pensionsfonds PKA übernahm 97 Prozent der Unternehmensanteile. Zusammen mit den Gläubigerbanken kam eine finanzielle und organisatorische Restrukturierung in Gang, die ihren vorläufigen Höhepunkt Anfang 2015 fand. Jetzt will man in Viborg am Sitz des Unternehmens den Blick nach vorne richten.

Damals wurden die operativen Genan-Gesellschaften – darunter auch die drei Recyclingfabriken in Deutschland – unter einer neugegründeten dänischen Holdinggesellschaft namens Genan Holding A/S zusammengeschlossen, die wiederum zu 100 Prozent von Genan Invest A/S gehalten wird. Außerdem wurde 2015 eine neue Geschäftsführung mit Peter Thorsen als Chairman und später Poul Steen Rasmussen als Managing Director etabliert.

Der damals auf den Weg gebrachte Turnaround zeige jetzt, so berichtet das Unternehmen weiter, erste wichtige Erfolge. Wie Genan kürzlich berichtete, stiegen im Geschäftsjahr 2016 nicht nur die Umsätze deutlich an, sondern auch das Betriebsergebnis erfuhr einen deutlichen Anschub, so dass man in Viborg am Sitz der Genan-Unternehmensgruppe der Ansicht ist, 2017 werde das erste Geschäftsjahr sein, das die wahre Stärke des Unternehmens zeige. Dem Bericht zufolge konnte Genan 2016 einen Umsatz von 299 Millionen Dänische Kronen (40,2 Millionen Euro) erzielen. Im Vorjahr waren dies noch 201 Millionen Kronen. Selbst wenn man bedenkt, dass aus dem Jahr 2015 lediglich acht Monate in die Gewinn- und Verlustrechnung Eingang fanden, konnte Genan seinen Umsatz immer noch um 18 Prozent steigern. Der EBITDA stieg unter diesen Bedingungen immer noch von 20 auf jetzt 40 Millionen Kronen (5,4 Millionen Euro), was einer EBITDA-Marge von 13,4 Prozent entspricht. „Mit der Entwicklung 2016 sind wir in höchstem Maße zufrieden, begann Genan doch, sein Potenzial zu zeigen“, kommentierte Peter Thorsen die Zahlen.

Man wolle auch in Zukunft den Blick auf das operative Geschäft richten. Mit Blick auf das neue, solide finanzielle Fundament und die jüngsten Jahreskennzahlen sei man bei Genan nun „wirklich frei, nach mehreren Jahren der Restrukturierung nach vorne zu blicken“, heißt es dazu in einer Mitteilung des dänischen Recyclingkonzerns. Im laufenden Jahr, so die Erwartung in Viborg, werde man das EBITDA noch einmal um fünf bis zehn Millionen Kronen (650.000 bis 1,3 Millionen Euro) und damit um bis zu 25 Prozent steigern.

Genan betreibt insgesamt fünf Fabriken, in denen Reifen recycelt werden können, drei davon in Deutschland (Oranienburg/Brandenburg, Dorsten /Nordrhein-Westfalen und Kammlach/Bayern), eine am Stammsitz im dänischen Viborg und eine weitere – die größte des Konzerns – in den USA. Darin können insgesamt jährlich 375.000 Tonnen Reifen recycelt werden. Zum Vergleich: Auf dem deutschen Markt fielen 2016 immerhin 577.000 Tonnen Altreifen an; und der zu ATU gehörende Recycler Estato schaffte im vergangenen Jahr rund 70.000 Tonnen. Genan produziert aus den in den fünf Werk recycelten Reifen jährlich rund 280.000 Tonnen Gummigranulat und -pulver, rund 55.000 Tonnen Stahl sowie 40.000 Tonnen Textilreste. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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