Der Oldtimermarkt: Ein Hobby wird zur Industrie

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Erst vor etwa 30 Jahren hat sich in Deutschland die Oldtimer-Liebhaberei zu einem etablierten Hobby entwickelt. Ob VW Käfer, Opel GT oder Mercedes-300-SL-Flügeltürer: Die Begeisterung für klassische Fahrzeuge hat in den vergangenen Jahren nie erkannte Höhen erreicht. Laut der Oldtimer-Studie 2013/2014 vom IfD Allensbach freuen sich zwei Drittel aller männlichen Pkw-Fahrer, wenn sie einen Oldtimer auf der Straße sehen, und jeder Vierte hätte selbst gerne einen in seinem Besitz. Damit einher ging in den vergangenen Jahren der Niedrigzinspolitik auch ein deutlicher Preisanstieg. Denn immer häufiger haben Privatpersonen – neben Aktien, Wertpapieren und Münzen – Oldtimer als neue Anlageform entdeckt.

Gemessen am sogenannten „Oldtimer-Index“ der Südwestbank haben historische Fahrzeuge im Jahr 2015 im Durchschnitt einen Wertzuwachs von gut 14 Prozent erzielt und damit andere Anlageformen bei Weitem übertroffen. Im Zeitraum zwischen 2005 und 2016 stiegen deren Preise sogar um 338 Prozent. Damit liegen Oldtimer laut den Luxusexperten von Knight Franck in der Wertentwicklung weltweit vor allen anderen Luxusanlageklassen auf Platz eins. Aber auch für schmalere Geldbeutel gibt es etwas: Am günstigsten sind die Ascona-B- und Manta-B-Modelle der Jahre 1975 bis 1984 von Opel. Ihr Durchschnittswert betrug laut Südwestbank zu Jahresbeginn 5.300 Euro; auf Elfjahressicht hat sich ihr Wert dennoch mehr als verdreifacht, wie die Bjooli GmbH aus Berlin vorrechnet, führender Onlinemarktplatz für Oldtimerteile.

Die 2014 gegründete Onlineplattform Bjooli bietet etliche Teile für Old- und Youngtimer, darunter auch Reifen, Schläuche und Räder

Die 2014 gegründete Onlineplattform Bjooli bietet etliche Teile für Old- und Youngtimer, darunter auch Reifen, Schläuche und Räder

Diese positive Wertentwicklung bezieht sich aber nicht nur auf klassische Oldtimer, welche mit mehr als 30 Jahren ein sogenanntes H-Kennzeichen für „historisch“ tragen können, sondern auch auf viele jüngere Fahrzeuge, sogenannte Youngtimer, die erst älter als 20 Jahre sind. Hier erfreuen sich der Mercedes SL, die alte E-Klasse der Baureihen W123 (1976-1986) und W124 (1984-1997), der Porsche 911, aber auch der Golf 1 und der BMW 3er besonderer Beliebtheit.

Neben den Fahrzeugwerten wächst auch der Bestand an Old- und Youngtimern. So werden laut BBE-Prognose beide Fahrzeugsegmente zusammen von 1,18 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2010 auf über 3,15 Millionen Fahrzeuge bis 2020 anwachsen. Das entspricht einem Zuwachs von über 167 Prozent in zehn Jahren. Den größten Anteil daran haben die 20- bis 29-jährigen Fahrzeuge, denn diese fahren noch zahlreich auf Deutschlands Straßen und werden von ihren Besitzern besonders gehegt und gepflegt.

„Mit der Zunahme des Fahrzeugbestands steigen wiederum auch die Gesamtausgaben für die Wartung und Reparaturen klassischer Fahrzeuge. Dies wird voraussichtlich zu einem stärkeren Fokus des Automobilhandels auf dieses Fahrzeugsegment und zu neuen Angeboten durch Finanz-, Versicherungs- und Serviceanbieter führen. Denn momentan spielt der klassische Autohändler in diesem Markt nur eine untergeordnete Rolle“, so Bjooli weiter.

Im Durchschnitt investieren Oldtimerhalter für Wartung, Reparaturen und periphere bzw. freizeitorientierte Ausgaben mehr als 5.260 Euro pro Fahrzeug und Jahr; bei Youngtimer-Liebhabern liegt dieser Wert bei 2.900 Euro. Klassische Fahrzeuge werden meist aufwendig gewartet und gepflegt, damit sie sicher unterwegs sind und – sprichwörtlich – glänzend dastehen. Die Ausgaben erstrecken sich dabei von obligatorischen Wartungsarbeiten über Reparaturen, Restaurierungen, bis hin zu Versicherungen, Events und Reisen. Insgesamt werden für Oldtimer- und Youngtimer-Reparaturen, -Wartungen und sonstige fahrzeugnahe Dienstleistungen über 9,8 Milliarden Euro pro Jahr ausgegeben, heißt es dazu im BBE Wirtschaftsfaktor Young- und Oldtimer 2015. Davon entfallen rund 200 Millionen Euro allein auf den Reifenmarkt. Rechnet man dieses Marktvolumen auf den europäischen Markt hoch, ergibt sich ein Potenzial von über 25 Milliarden Euro jährlich. „Ein Hobby wird zur Industrie“, so Bjooli.

Das besondere an Besitzern klassischer Fahrzeuge gegenüber Fahrern moderner Fahrzeuge sei deren starke Neigung zum Do-it-yourself. 91 Prozent der Oldtimerbesitzer Schrauben nach eigenen Angaben, „weil es Spaß macht, selbst Hand anzulegen.“ Dabei ist der Kauf hochwertiger Originalteile nicht immer einfach, denn begrenzte Verfügbarkeit auf der einen und eine Vielzahl von Anbietern unterschiedlichster Qualität auf der anderen Seite lassen die Teilebeschaffung manchmal zur sprichwörtlichen Suche nach der „Nadel im Heuhaufen“ werden. Die 2014 gegründete Onlineplattform Bjooli habe diesen Trend erkannt und biete Liebhabern klassischer Fahrzeuge ein breites Angebot hochwertiger Ersatzteile und Zubehör von ausgewählten Lieferanten. ab

Mehr dazu unter: www.bjooli.com

 

 

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