CITEXPO feiert erfolgreichen Durchbruch

Was noch im vergangenen Jahr als zartes PflĂ€nzlein unter den immer zahlreicher werdenden Reifenmessen dieser Welt galt, hat mittlerweile eine stattliche GrĂ¶ĂŸe angenommen. Die dritte China International Tire Expo, kurz: CITEXPO, musste sogar in ein neues Veranstaltungszentrum umziehen, um die rund 150 Aussteller aus dem In- und Ausland zu beherbergen. Insgesamt fanden ĂŒber 5.800 Besucher den Weg nach Shanghai, darunter etwa ein Drittel AuslĂ€nder, was die CITEXPO ohne Frage zum grĂ¶ĂŸten Fachbesuchermagneten dieser Art in Ost- und SĂŒdostasien macht. AuffĂ€llig in diesem Jahr war insbesondere die steigende Anzahl nicht-chinesischer Aussteller und Besucher – der Reifenmarkt im Reich der Mitte öffnet sich scheinbar immer mehr.

FĂŒr die Veranstalter der China International Tire Expo kommt die ĂŒberaus positive Entwicklung nicht von ungefĂ€hr. „Die meisten Branchenexperten kennen unsere Messe mittlerweile“, sagt Wilko Fong. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Reliable International Exhibition Services Co., Ltd., Ausrichter der CITEXPO, ist der Ansicht, dass viele der jetzigen Aussteller bereits an den ersten beiden Veranstaltungen als Besucher teilgenommen hatten. Erst nun habe sich deren wait-and-see-Haltung in Standbuchungen ausgezahlt fĂŒr die dritte CITEXPO ausgezahlt, die vom 14. bis zum 16. Dezember im Everbright Convention & Exhibition Center in der Innenstadt Shanghais stattfand.

Wirkte die offizielle Zahl von 80 Ausstellern, die im September 2004 in Shanghai StandflĂ€che gebucht haben sollen, noch wie eine durchaus wohlwollende ZĂ€hlung der Veranstalter, so ließen sich die 150 Aussteller der jĂŒngsten CITEXPO durchaus nachzĂ€hlen. Cheforganisator Wilko Fong fĂŒhrt dies unter anderem auch auf die umfangreichen Werbemaßnahmen zurĂŒck, die man in den zurĂŒckliegenden Monaten weltweit unternommen hatte. So war Reliable etwa etliche Medienpartnerschaften mit international renommierten Fachzeitschriften der Reifenbranche eingegangen, unter anderem mit Tyres & Accessories, die englische Schwesterzeitschrift der NEUE REIFENZEITUNG, Tire Review (USA) oder Rubber Asia (Indien). Die Aussteller hatten eine FlĂ€che von rund 7.000 mÂČ belegt.

Aber auch aufseiten der Fachbesucher, so der Veranstalter, hat sich im dritten Jahr der CITEXPO einiges weiterentwickelt. WĂ€hrend in 2004 etwa 5.000 Besucher den Weg ins bereits ĂŒberfĂŒllt wirkende ehemalige Veranstaltungszentrum in Shanghai fanden, waren dies bei der aktuellen Messe ĂŒber 5.800, was einer Steigerung von gut 16 Prozent entspricht. 2.000 der Besucher kamen 86 auslĂ€ndischen Staaten nach Shanghai gereist. Auch darin zeige sich, so Wilko Fong, die stete Entwicklung der CITEXPO hin zur grĂ¶ĂŸten Messe ihrer Art in Ost- und SĂŒdostasien. Ein Blick in die Besucherlisten verrate, dass Vertreter zahlreicher großer Reifenhersteller unter den Besuchern waren, was laut Reliable den Schluss nahe lege, diese Hersteller seien September 2006 als Aussteller endlich mit von der Partie. Dann findet die vierte CITEXPO in Shanghai statt, mit der die Veranstalter endgĂŒltig die Etablierung als fĂŒhrende Reifenmesse in China und in der ganzen Region schaffen wollen. Auch erste Buchungen fĂŒr 2006 seien hier vielversprechend, so Fong im GesprĂ€ch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Zwei Drittel der ausstellenden sowie 15 neue Unternehmen hĂ€tten bereits jetzt 120 Prozent der AusstellungsflĂ€che der vergangenen Messe gebucht. Die Aussteller erwarten nun, dass im September 2006 erneut doppelt so viele Unternehmen doppelt so viel AusstellungsflĂ€che belegen wie in 2005.

Dennoch war auch die dritte CITEXPO eher eine Handels- als eine Industriemesse. Nicht nur der Querschnitt der Aussteller, unter denen die großen Hersteller der Branche wie auch viele namhafte chinesische Reifenhersteller fehlten, unterstĂŒtzt diesen Eindruck. Auch die teilweise Stimmung wie auf einem orientalischen Basar, auf dem der fremdlĂ€ndische Besucher an jedem Stand etwas – in diesem Fall Reifen – angeboten bekommt, spricht eine deutliche Sprache.

Dennoch, einige der großen chinesischen Reifenhersteller nutzten auch die aktuelle CITEXPO wieder, um sich einem internationalen Publikum zu prĂ€sentieren. Darunter etwa die Shandong Chengshan Tire Co., Ltd., die erst kĂŒrzlich ein Jointventure mit dem amerikanischen Reifenhersteller Cooper Tire & Rubber eingegangen war, oder die Shandong Linglong Rubber Co., Ltd.

Linglong Rubber aus der florierenden KĂŒstenprovinz Shandong gehört mit einer gegenwĂ€rtigen KapazitĂ€t von etwa neun Millionen Pkw- und Nutzfahrzeugreifen zu den grĂ¶ĂŸten Herstellern des Landes. International fĂ€llt Linglong auch dadurch auf, dass knapp zwei Drittel aller Reifen auf ExportmĂ€rkten vertrieben werden. Neben der Hauptmarke Linglong stellen die etwa 8.000 Arbeiter in den zwei Fabriken noch zwei weitere Marken her: Shanling und Leao. Außerhalb Chinas werden allerdings hauptsĂ€chlich Linglong-Reifen vertrieben, so auch in Deutschland. Erst seit der Errichtung einer zweiten Fabrik am Sitz des Unternehmens 2002, in der ausnahmslos Radialreifen gefertigt werden, sah sich der Hersteller in der Lage, Reifen auch auf dem europĂ€ischen Ersatzmarkt anzubieten, erklĂ€rt Exportmanagerin Merry Wang. Unter den europĂ€ischen MĂ€rkten, die fĂŒr Shandong Linglong eine große Rolle spielen, stehen neben Deutschland noch Portugal, Italien und Spanien.

GegenwĂ€rtig, so die Exportmanagerin, stelle das Privatunternehmen (EigentĂŒmer: Wang Xicheng) rund zwei Millionen Lkw-Reifen und rund fĂŒnf Millionen Pkw-Reifen her; darĂŒber hinaus produziert Linglong immer noch etwa zwei Millionen Diagonalreifen (Lkw, Llkw, OTR). Davon werden etwa vier Millionen Pkw-Reifen (80 %), 500.000 Lkw-Reifen (25 %) sowie eine Millionen Diagonalreifen (50 %) exportiert, erlĂ€utert die Exportmanagerin. „Unser Export wird mit der Anzahl der verfĂŒgbaren GrĂ¶ĂŸen noch weiter zunehmen“, so Merry Wang, womit Shandong Linglong im Markttrend liegt. Seit neuestem seien etwa auch Winterprofile fĂŒr Pkw-Reifen verfĂŒgbar und in Zukunft sollen spezielle High-Performance-Reifen hinzukommen.

Um die erwartete steigende Nachfrage nach Nutzfahrzeugreifen decken zu können, baut das Unternehmen derzeit seine dritte Reifenfabrik am Standort in der Shandong-Provinz. Nach Inbetriebnahme werden die zwei Produktionslinien einen Output von zwei Millionen radialen Lkw-Reifen pro Jahr schaffen. SpĂ€ter soll eine dritte Linie hinzugefĂŒgt werden; in 2008 sollen dann sogar Pkw-Reifen in der neuen Fabrik erstellt werden, darĂŒber könne die Exportmanagerin allerdings noch keine Details verraten. Insgesamt will Shandong Linglong die stattliche Summe von rund 300 Millionen Euro in die neue Anlage investieren, so Merry Wang. Der Jahresumsatz des Unternehmens soll sich Brancheninformationen zufolge auf rund 325 Millionen Euro belaufen.

Solche Investments werde man auch in Zukunft unter eigener FĂŒhrung vornehmen, so die Exportmanagerin. Es habe immer wieder Verhandlungen mit westlichen Herstellern ĂŒber eine engere Kooperation gegeben, so etwa mit Pirelli oder Continental. „Die wollten zusammenarbeiten und die Mehrheit haben“, so Merry Wang: „Aber nur wir wollen die Reifenfabriken kontrollieren“, gibt sich die Managerin resistent gegen resistent gegen die Übernahme durch einen westlichen Hersteller. Allerdings verhandle Linglong derzeit noch mit zwei anderen Reifenherstellern ĂŒber eine Kooperation, in der die Chinese das Sagen behalten sollen. Allerdings: „In Bezug auf technische Agreements kann alles diskutiert werden.“

Erstmalig unter den Ausstellern der CITEXPO war in diesem Jahr Giti Tire (China) Investment Comp. Ltd., die wie auch der indonesische Hersteller Gajah Tunggal zur international operierenden GT-Gruppe des chinesischen GeschĂ€ftsmanns Sjamsul Nursalim gehört. Giti Tire beliefert nicht nur zahlreiche ErstausrĂŒster in China (GM, Jeep, Mazda, Dongfeng, FAW, etc.), sondern versorgt ĂŒber seine 45 eigenen Outlets in China sowie ĂŒber etliche andere DistributionskanĂ€le einen Großteil des chinesischen Reifenersatzmarktes (Zahlen fĂŒr 2003 rechneten Giti Tire rund 15 Prozent Marktanteil bei Pkw-Reifen zu). Giti Tire’s erster Auftritt auf der China International Tire Expo stellte aktuelle Produkte in den Vordergrund, die unter anderem auch in Europa ĂŒber die entsprechenden Importeure wie Reifen Gundlach oder Stapleton’s (Großbritannien) erhĂ€ltlich sind.

Zu den Ausstellern der CITEXPO gehörte auch die Chaoyang Long March Tyre Co., Ltd. (Liaoning-Provinz im Nordosten des Landes). Der Nutzfahrzeugreifenspezialist Long March (LM) verfĂŒgt derzeit ĂŒber eine KapazitĂ€t von rund 800.000 Einheiten und gehörte einmal zu den ersten chinesischen Herstellern, die All-Steel-Radialreifen gefertigt haben. Damals kam man in den Genuss von technischer UnterstĂŒtzung durch Dunlop, UK. Die Anlagen am LM-Standort befĂ€nden sich auf dem neuesten Stand der Technik, hieß es am Messestand in Shanghai, und seien vorwiegend aus Europa und Japan von namhaften Herstellern importiert. Long March exportiert zwar in ĂŒber 40 LĂ€nder weltweit, Europa spiele als Exportmarkt nach Nord-, Mittel- und SĂŒdamerika sowie SĂŒdostasien allerdings kaum eine Rolle. Neben der Hauptmarke Long March stellt das Unternehmen noch die Lkw-Marke Roadlux her, deren Profilgestaltung den Long-March-Reifen weitest gehend entspricht und ĂŒber den Singapurer GroßhĂ€ndler Omni United auch nach Europa verschifft wird.

Mit ihrem gesamten Sortiment an Lkw-, Motorrad-, ATV-, Kart- aber auch Pkw-Reifen war die Tianjin Normandy Rubber Co., Ltd. in Shanghai auf der CITEXPO vertreten, wobei das Unternehmen eher durch seine Reifenmarke Kingstire bekannt ist. Kingstires Produktportfolio umfasst zwar hauptsĂ€chlich Diagonalreifen die verschiedensten Anwendungen. In den drei Reifenfabriken des Unternehmens (zwei davon befinden sich in der Provinz Tianjin östlich von Peking, eine liegt in Taiwan, wo das Unternehmen auch 1988 gegrĂŒndet wurde) stellen die 2.200 Arbeiter dennoch zunehmend auch Radialreifen her; nach Aussage des Herstellers werden jeden Monat bis zu 250 Container dieser Reifen in alle Welt verschifft.

Ebenfalls zu den mittelgroßen aber sicher wohl aufstrebenden Reifenherstellern Chinas gehört die Tire Group of Factories Ltd., Inc., die in der KĂŒstenprovinz Shandong immerhin drei Reifenfabriken betreibt. Das Unternehmen stellte bis vor kurzem ausnahmslos Diagonalreifen her, die unter anderem unter dem Markennamen Riverstone den Weg in die Welt fanden. Seit neuestem, so erklĂ€rt Sales Representative Lily Sun wĂ€hrend der CITEXPO, stelle die Tire Group of Factories auch radiale Pkw-Reifen fĂŒr westliche MĂ€rkte her. Diese werden zunĂ€chst nur in einigen wenigen GrĂ¶ĂŸen gefertigt, so etwa in 175/70 R13, weitere GrĂ¶ĂŸen sollen aber alsbald kommen und unter dem Namen Riverstone fĂŒr Absatzsteigerungen sorgen. Daneben stellt die Tire Group of Factories noch Reifen der Marke Durun her.

Die Qingdao Odyking Tyre Co., Ltd. ist ebenfalls mit radialen Pkw-Reifen noch nicht besonders in Erscheinung getreten, fĂŒhrt dennoch einige Profile fĂŒr westlichen Gebrauch im Sortiment, wie sich auf der CITEXPO zeigte. Allerdings habe man bisher noch kaum radiale Pkw-Reifen der Marke „Super King“ nach Europa verkaufen können; man pflege allerdings Kontakte nach Afrika, SĂŒd- und sogar Nordamerika.

Zu den vielversprechenden, ganz neuen Unternehmen auf dem wachsenden chinesischen Reifenmarkt gehört Qinddao Etyre International Trade Co., Ltd. Das Unternehmen aus der Shandong-Provinz wurde im Jahr 2004 gegrĂŒndet und lĂ€sst in einer Reifenfabrik in der zentralchinesischen Sichuan-Provinz seine drei aktuellen Pkw-Profile der Marke Techking produzieren; Etyre ist am Hersteller sogar beteiligt, möchte aber den Namen nicht veröffentlicht sehen. GegrĂŒndet wurde Etyre durch den Ingenieur Tech Wang, der fĂŒr 15 Jahre beim chinesischen Branchenriesen Triangle Tire (6,5 Millionen JahreskapazitĂ€t) in der Reifenentwicklung verantwortlich war.

Die drei Techking-Profile werden erst seit diesem Jahr gefertigt, erklĂ€rt Tech Wang im GesprĂ€ch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Zwei dieser Profile seien speziell auf MĂ€rkte wie der Mittlere Osten abgestimmt, wĂ€hrend das dritte Profil (ET757; derzeit in drei GrĂ¶ĂŸen erhĂ€ltlich) „fĂŒr den amerikanischen Markt gemacht wurde“, so Wang, der seine Funktion in seinem Unternehmen als General Manager bezeichnet. Derzeit wĂŒrden alle Pkw-Reifen lediglich exportiert; ein Absatz auf dem Heimatmarkt finde fĂŒr das junge Unternehmen noch nicht statt. „In China gibt es zu viele Marken“, kommentiert Wang die Situation der ÜberkapazitĂ€ten in der Pkw-Reifenproduktion und der sinkenden Verkaufspreise. „Wir wollen gute und keine billigen Reifen verkaufen“, betont der Ingenieur, und will sich daher die Herangehensweise an den kompetitiven, heimischen Markt genau ĂŒberlegen. Ebenfalls verfĂŒgt die Qinddao Etyre International Trade Co., Ltd. ĂŒber radiale Lkw-Reifen der Marke Techking und ab Sommer 2006 werden OTR-Reifen das Sortiment abrunden.

Da es fĂŒr das junge Unternehmen schwierig ist, „eine neue Marke zu promoten“, so der General Manager, sei man auf der Suche nach einem guten Partner. Dieser könne, so der Vorschlag, Etyres Kontakte zu den lokalen Reifenherstellern nutzen, um dort auch seine eigenen Private Brands herstellen zu lassen. DarĂŒber hinaus könne dieser noch zu findende Partner in die Vermarktung der Marke Techking eingebunden werden. Derzeit verkauft Tech Wang seine Reifen noch nicht in Europa, erwarte aber bald die ersten AuftrĂ€ge. Um bei der Partnersuche erfolgreich zu sein, werde Etyre im Mai auch auf der Reifen-Messe in Essen vertreten sein.

Zu den erfahrendsten Marktteilnehmern auf dem chinesischen Reifenmarkt gehört mit Sicherheit die Federal Corporation. Der namhafte Reifenhersteller aus Taiwan – der von China abgespaltenen Inselrepublik – betreibt in der Volksrepublik China seit 1997 mit Federal Tire Jiangxi (ehemals Hero Tire; in der Provinzhauptstadt Nanchang) eine eigenstĂ€ndige Produktion ohne lokalen Partner. Dass Federal mit seinen beiden als gleichwertig betrachteten Marken Federal und Hero als Lokalmatador auf der China International Tire Expo wahrgenommen wurde, durfte das Standpersonal gleich am ersten Messetag erfahren: Bei fast keinem anderen Neureifenhersteller war der Andrang dermaßen groß und die Nachfrage nach Prospekten und Informationsmaterial dermaßen stark.

Die Federal Corporation hatte allerdings auch einige neue Produkte im Sortiment, denen lokaler Benchmark-Charakter beigemessen werden kann. So etwa den neuen UHP-Reifen mit integrierter Motorsporttechnologie fĂŒr „anspruchsvollste Autos und Fahrer“: der Hero Milanza HZ1. Der Milanza fĂŒr den Straßeneinsatz wird ausschließlich im Werk in der Provinz Jiangxi gefertigt und kommt zunĂ€chst in 26 GrĂ¶ĂŸen mit Querschnitten zwischen 40 und 55 und Dimensionen von 14 bis 17 Zoll auf den Markt. Die Anwendung des Milanza HZ1 entspreche der des Federal SS-595, nur das dieser auf den internationalen Markt ausgerichtet ist. Das neue Hero-Flaggschiff besticht durch sein aggressiv wirkendes, laufrichtungsgebundenes, V-förmiges Profildesign sowie in der Seitenwand eingebauten Felgenschutz. Der Milanza HZ1 wirke zwar aggressiver als der SS-595, so Momo Tseng von Federal, gleichzeitig erzeuge er aber weniger AbrollgerĂ€usche, biete dafĂŒr dennoch mehr Performance. Derzeit wird der Milanza HZ1 nur in China und in Taiwan vermarktet, so die Mitarbeiterin des Federal-Unternehmens FederEx, das Reifen nach Taiwan importiert. In Europa könnte der neue Hero-UHP-Reifen in 2006 auf den Markt kommen. In der Volksrepublik, erklĂ€rt Momo Tseng, ist die Marke Hero immer noch weiter verbreitet als die vermeintliche Importmarke Federal. Folglich werden im Unternehmen beide Marken auch als gleichberechtigt angesehen.

Auch hat die Federal Corporation in Shanghai den neuen Federal Formoza FD2 vorgestellt, der zur SEMA-Show im November erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde. Der FD2 folgt dem Formoza FD1 nach, und soll zum Ende des Jahres auf die internationalen MĂ€rkte kommen. Hergestellt wird er im Stammwerk in Taiwan. Welche QuerschnittsverhĂ€ltnisse und welche Dimensionen angeboten werden, stehe derzeit allerdings noch nicht fest.

Ebenfalls seit einigen Jahren (seit 1999; vorher Fabrik in Japan) mit eigenen ProduktionsstĂ€tten in China vertreten ist Kyoto Japan Tire Corp. Ltd. Vermarktet werden die Reifen aus den beiden Fabriken in Shanghai und Qingdao allerdings erst seit anderthalb Jahre auf dem heutigen „Heimatmarkt“, so dass die Verbesserung der Absatzzahlen auf dem chinesischen Markt auch oberste PrioritĂ€t hat, erklĂ€rt Dagmar Ochmann-Klimkowski, die das Europa-BĂŒro des Unternehmens in Essen leitet. Von den rund vier Millionen Reifen, die Kyoto Japan in seinen beiden chinesischen ProduktionsstĂ€tten jĂ€hrlich fertigt, darunter gut 2,5 Millionen Pkw-Reifen, gehen derzeit rund 70 Prozent in den Export, der Rest (1,2 Millionen) verbleibt in China. Gut zwei Drittel des Absatzes auf dem heutigen Heimatmarkt besteht aus Pkw-Reifen, die unter der Produktlinie Maxima vertrieben werden. Auf den internationalen MĂ€rkten ist hingegen nur jeder zweite abgesetzte Reifen ein Pkw-Reifen; die anderen 50 Prozent sind vornehmlich Lkw-Reifen.

Um den Absatz auf dem Heimatmarkt deutlich zu steigern – „die KapazitĂ€ten sind da“, sagt Dagmar Ochmann-Klimkowski –, fahre man eine intensive Marketingkampagne in China. So hatte man etwa in der Millionenmetropole Shanghai lange Zeit Werbung auf Bussen und Taxen laufen; zum Jahreswechsel 2005/2006 sind sogar Werbespots fĂŒrs chinesische Fernsehen geplant. Erste Erfolge dieser einfĂŒhrenden Imagekampagnen seien bereits zu spĂŒren, ergĂ€nzt Pervez Aslam Khan, der im International Marketing Office in Peking als Exportmanager fĂŒr Kyoto Japan tĂ€tig ist; Kyoto betreibt in Shanghai ein weiteres BĂŒro.

Zur wachsenden Gruppe der HandelshĂ€user mit vertragliche Verbindungen in die chinesische Reifenindustrie gehört die Qingdao Antyre Trade Co., Ltd. Das Unternehmen mit Sitz in der Shandong-Provinz lĂ€sst unter anderem die drei seit kurzem auch in Europa bekannten Reifenmarken Antyre, Clear und Fullrun bei Vertragsherstellern in China als Private Brands fertigen. Insgesamt, so Vice General Manager Liu Zijin im GesprĂ€ch mit der NEUE REIFENZEITUNG, fungiere Antyre als Agent fĂŒr rund 100 (Fremd-)Reifenmarken aus ĂŒber 50 chinesischen Reifenfabriken.

WĂ€hrend Antyre in 2006 einen Absatz von rund vier Millionen Reifen erwartet, sind dies im Vorjahr nur etwa 1,5 Millionen Einheiten gewesen. Bei der Herstellung der drei oben genannten Marken, deren Profile teilweise miteinander ĂŒbereinstimmen, arbeite man derzeit mit zwei Reifenfabriken zusammen. Da man ab 2006 aber nicht mehr nur ExportmĂ€rkte bedienen will sondern eben auch den heimischen chinesischen Markt, werde ein dritter Hersteller demnĂ€chst hinzukommen und zusĂ€tzliche KapazitĂ€ten fĂŒr die Produktion von Antyre-, Clear- und Fullrun-Reifen bereithalten. Ab April soll sogar ein SUV-Reifen in 24 Zoll lieferbar sein, verspricht der Vize General Manager. Die Marke Antyre wird seit kurzem in weiten Teilen Europas durch Tyre Trading International aus Holland vertrieben; in Großbritannien ist Treadsetters Importeur der Marke. Die Marke Clear hingegen wird europaweit durch Van Den Ban vermarktet, wĂ€hrend Fullrun von Intersprint vertrieben wird.

Als Handelshaus mit guten Verbindungen zu zahlreichen chinesischen Reifenherstellern kann die Shanghai Durotyre International Trading Co., Ltd. gelten. Das Unternehmen vermarktet seit Ende der 1990er Jahre Reifen der chinesischen Marken und Eigenmarken Chengshan, Austone, Longmarch, Wanli, West Lake, Jintong, Double Happiness, Linglong, Feichi, Durotyre (Eigenmarke) und etliche andere. Erst kĂŒrzlich habe man die neue Eigenmarke Tian Fu aufgelegt, so Operation Director Yaya Ni. Diese neue Pkw- und Lkw-Reifenmarke sei spezielle fĂŒr den europĂ€ischen Markt entwickelt worden. Durotyre vertreibt im Jahr knapp eine Millionen Reifen, wovon ein Großteil in den Export gehen, darunter auch Gabelstapler- und andere Industriereifen.

Zu den kleineren Vertretern der chinesischen ReifengroßhĂ€ndler zĂ€hlt sicherlich die Qingdao Banghao International Trade Co., Ltd. Das Unternehmen mit Sitz in der KĂŒstenstadt Qingdao (Shandong-Provinz) sieht seine Rolle allerdings vornehmlich als Lieferant von Rohstoffen fĂŒr die Reifenproduktion, so Wei Lei. „Nebenbei“, so der Manager weiter, „exportiert unser Unternehmen aller Art Reifen und SchlĂ€uche, darunter Diagonal- und Radialreifen.“ Banghao International vertreibt etwa Pkw-Reifen der Marken Jintong und Durun, die in GrĂ¶ĂŸen zwischen 13 und 15 Zoll zu haben sind.

Auch das Unternehmen Best Choice International Trade Co., Ltd. lĂ€sst in diese Gruppe einordnen. Neben einem Sammelsurium an chinesischen Marken wird Best Choice Ende 2006 mit einer neuen Eigenmarke namens „Rubberman“ auf den Markt kommen, erlĂ€utert Exportmanager Tim Yan. Zur Herstellung dieser „High-Performance-Reifen fĂŒr Pkw“ habe man sich bereits mit einem chinesischen Produzenten verstĂ€ndigt, ist allerdings noch auf der Suche nach einem zahlungskrĂ€ftigen Partner aus Europa oder Amerika, der sich an den hohen Anfangsinvestitionen fĂŒr die Formen beteiligen wolle. Der entsprechende Partner, so Tim Yan, mĂŒsste ĂŒber ein adĂ€quates Vertriebsnetzwerk verfĂŒgen. Pro Jahr erreicht Best Choice einen Umsatz von rund 40 Millionen Dollar.

In dieselbe Gruppe der Alleskönner gehört A.H.A. International Co., Ltd., spielt mit einem Jahresumsatz von knapp 200 Millionen US-Dollar allerdings in einer anderen Liga; A.H.A. gehört zur Anhui Chemicals Import & Export Co., Ltd. und vertreibt neben Reifen und Zubehör noch zahlreiche andere Produkte der Chemie- und Rohstoffbranche, sogar Spielzeug gehört dazu. Das Handelsunternehmen aus Hefei (Anhui-Provinz) fĂŒhrt allerdings neben einigen wenigen Pkw-Radialreifen hauptsĂ€chlich diagonale Nutzfahrzeug- und Landwirtschaftsreifen.

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