Goodyear Dunlop: Größter Personalabbau in der Firmengeschichte

Freitag, 7. April 2017 | 7 Kommentare
 
Goodyear Dunlop: Größter Personalabbau in der Firmengeschichte
Goodyear Dunlop: Größter Personalabbau in der Firmengeschichte

Der Reifenhersteller Goodyear Dunlop steckt mitten im größten Personalabbau seiner Firmengeschichte, heißt es in einer Mitteilung vom Gesamtbetriebsrat des Reifenherstellers. Das Gremium kritisiert Tempo und Umgang mit den Betroffenen und bezweifelt die Sinnhaftigkeit der weiteren Abbaupläne. In den vergangenen 16 Monaten sei der Abbau von über 1.100 Stellen an allen deutschen Standorten bekannt geworden, darunter die komplette Schließung des Werkes Philippsburg zum Ende des Jahres. Für den GBR-Vorsitzenden Jörg Pohl ist das angesichts der Unternehmensentwicklung nicht nachvollziehbar: „Dem Unternehmen geht es gut. In 2016 gab es erneut einen Rekordgewinn. Es gibt also überhaupt keine wirtschaftliche Notwendigkeit, Stellen abzubauen.”

Bei Betriebsversammlungen in allen Werken berichteten die Betriebsräte am Freitag (7. April) über die weiteren Pläne des Unternehmens. „Im Rahmen des Projektes ,Solar‘ soll nicht etwa die Energieversorgung von Goodyear Dunlop nachhaltiger, sondern schlicht ein großer Teil der EEG-Umlage eingespart werden. Dazu will man Teile des Unternehmens zerschlagen. Rund 2.200 Mitarbeiter sollen in eine neue Gesellschaft wechseln. Bestandsschutz und Arbeitsplatzgarantien sind nicht vorgesehen“, heißt es weiter.  „Wie viele Arbeitsplätze diese Umstrukturierung letztlich kosten wird, ist dabei völlig offen”, sagt Beate Rohrig, Bezirksleiterin der IG BCE Mittelhessen. Die Besorgnis in der Belegschaft sei groß. Die Betriebsräte wollen diesem Betriebsübergang nicht zustimmen, bevor nicht alle Pläne und Informationen auf dem Tisch liegen und eine unabhängige Prüfung der Notwendigkeit und der Folgen möglich ist.

Goodyear bedauert, dass der Gesamtbetriebsrat und auch die IG BCE jetzt den Zusammenschluss der energieintensiven Produktionsbereiche in eine neue Gesellschaft mit notwendigen Maßnahmen der Vergangenheit vermischt. In einer Mitteilung betont das Unternehmen, „dass die Gründung der neuen Gesellschaft ausschließlich den Sinn hat, den Energiebereich kostenmäßig zu entlasten und so die finanzielle Grundlage des Unternehmens zu verbessern und zukunftssicherer zu machen“. Die involvierten Belegschaftsmitglieder blieben nach wie vor mit allen Rechten in der „Muttergesellschaft“. Durch die Umstrukturierung werde kein einziger Arbeitsplatz verloren gehen. Die Unternehmensleitung wolle weiterhin im Sinne der Belegschaft eng mit der Arbeitnehmervertretung zusammenarbeiten.  cs

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Kategorie: Markt

Kommentare (7)

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  1. Running Man sagt:

    Ich kann allen Beschäftigten in Fulda und Fürstenwalte nur eins raten:
    Bleibt nicht es gibt sehr viele andere gute Unternehmen!!

  2. Betroffene sagt:

    Es sind nicht nur Mitarbeiter aus Deutschland betroffen, sondern auch in der Schweiz und Österreich. Langjährige, treue und fleissige Mitarbeiter werden innert Minuten auf die Strasse gestellt.
    In der Wahl der Entlassungen gibt es überhaupt keine Logik. Es handelt sich einen Kahlschlag als um eine vernünftige Personalpolitik.
    Angebliche Sparmassnahmen sind so schräg, dass sie Geld kosten anstatt solches einzusparen. Es ist ein geballte Ladung von katastrophalem Missmanagement!

  3. Ali sagt:

    Ich arbeite in Hanau hier sollen auch Mitarbeiter gekündigt werden
    Was dunlop da macht ist unter aller Sau

  4. Wolf sagt:

    Ein Konzern der jedes Jahr riesen Gewinne einfährt aber seinen Arbeitern und kleinen Angestellten keine Bonuszahlungen ausschüttet. Nix! Nicht einen Cent!
    Am Gewinn freuen sich aber Aktionäre und andere.

    Einige Werke in Europa wurden trotzdem geschlossen und die Arbeiter verarscht und auf die Straße gesetzt. Standortsicherungspakt wurde aus diesem Grund von Goodyear gekündigt.
    Jedem der etwas darüber öffentlich äußert wird mit Kündigung gedroht.
    Goodyear spaltet alles in kleinere Tochtergesellschaften um später keine Abfindungen oder ähnliches zahlen zu müssen. Das kennen wir doch von vielen großen Unternehmen aus der Vergangenheit.
    Die Tochtergesellschaften können “pleite” gehen und die darin angestellten Arbeiter können einfach entlassen werden. Betriebsbedingt natürlich.
    Der Mutterkonzern brauch dann nix bezahlen oder einen Sozialplan erstellen, denn nach einem Jahr haftet der Stammkonzern nicht mehr komplett für die neu gegründete Tochtergesellschaft und die Maschienen + Vermögen bleibt natürlich beim Mutterkonzern und kann dann Weltweit wieder anderswo aufgestellt werden.
    So schnell, einfach und kostengünstig können Werke in Zukunft geschlossen werden.

    Jedem Arbeiter kann man nur zum Widerspruch raten.
    Macht was draus! Stärkt euren Betriebsrat und eure Gewerkschaft!

    • Paul sagt:

      Widerspruch gegen etwas was noch nicht eingetreten ist?
      Selbst wenn es so kommt nützt uns der Widerspruch sicher auch herzlich wenig.
      Was tut unsere Gewerkschaft u Betriebsräte gegen diese Machenschaften????

      Jahre lang den Arsch aufgerissen……und jetzt als Dank werden wie beschissen!

  5. Wolf sagt:

    Traurig so viel Kapitalismus ohne Rücksicht.
    Ihr habt Betriebsrat und Gewerkschaft.
    Wegen dem Verhaltenskodex darf niemand öffentlich reden ohne Kündigung zu fürchten.
    Lasst euch nicht verarschen und haltet zusammen!!!

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