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Cooper erreicht mit Guayulekautschuk einen „Meilenstein“

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Nachdem in der Branche längere Zeit viel über Naturkautschukersatz auf Basis von Russischem Löwenzahn gesprochen wurde, meldet sich nun Cooper Tire mit einem offenbar vielversprechenden Zwischenergebnis eines laufenden Forschungsstipendiums zu Wort. Ziel desselben: Die Entwicklung von Verfahren zur Herstellung von Kautschuk auf Guayulebasis und zur Weiterverwendung der Produktionsrückstände als möglicher Energieträger. Der US-amerikanische Reifenhersteller und seine privaten wie staatlichen Konsortialpartner des Stipendiums „Biomass Research and Development Initiative (BRDI)“ – ausgelobt durch die Landwirtschafts- und Energieministerien der USA – arbeiten seit 2012 gemeinsam an diesen Zielen. Nun berichtet die Beteiligten unter der Federführung von Cooper Tire von „mehreren zentralen Fortschritten“ und einem „Meilenstein“, die im Laufe der Monate seit dem vergangenen Jahresbericht erzielt werden konnten. Man könne nun bald den ersten Konzeptreifen auf die Straße bringen, in dem sowohl Synthese- als auch Naturkautschuk vollständig durch Guayulekautschuk ersetzt werden konnte; der Reifen soll Mitte 2017 produziert werden.

Dem vorausgegangen waren umfassende Produkttests. Dabei wurden bereits Testreifen gefertigt, in denen jeweils ein Gummi in einer der Komponenten des Reifens durch ein entsprechendes Adäquat auf Guayulebasis ersetzt wurde. Dieser Prozess sei nun „nahezu abgeschlossen“. Chuck Yurkovich, Coopers Senior Vice President of Global Research & Development, dazu: „Die Ergebnisse sind überaus vielversprechend. Wir haben nachgewiesen, dass wir traditionelle Polymere in bestimmten Komponenten durch Guayule ersetzen können und dass Reifen mit diesen Komponenten ähnliche Leistungseigenschaften zeigen wie konventionelle Reifen. Wir werden den Gebrauch unserer Guayuleformeln weiter optimieren, und zwar nicht nur, um einen vollständig auf Guayule basierenden Reifen zu entwickeln, sondern auch, um mögliche Guayulemischungen in bestimmten Komponenten zu bewerten, wo ein möglicher Vorteil zu bestehen scheint.“ Diese Untersuchungen seien die zwingende Voraussetzung einer möglicherweise kommerziellen Nutzung von Kautschuk auf Guayulebasis in der Reifenbranche.

Im Rahmen des Stipendiums forschen weitere Partner auch zur Optimierung der Anbaumethoden, die für einen großflächigen und vor allem wirtschaftlich betriebenen und nachhaltigen Anbau von Guayule vonnöten sind. Der Agricultural Research Service des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA-ARS) etwa untersucht, welche Bewässerungs- bzw. Berieselungsmethode für die Wüstenpflanze den größten Ertrag bei minimalem Wasserverbrauch erbringen. Der Cooper-Mitteilung zufolge habe man auch hier große und vor allem „entscheidende“ Fortschritte erzielen können.

Ebenfalls werden die möglichen ökologischen Folgen des kompletten Reifenlebenszyklus inklusive aller Rohstoffe auf Nachhaltigkeit hin überprüft. Erste Ergebnisse eines Computermodells zeigten dabei: „Unserer Arbeit zufolge kann eine einheimische Kautschukquelle nachhaltig sein; dazu müssen wir den Wasserverbrauch im Anbau minimieren und den Energieverbrauch sowie Sekundärprodukte in der Supply Chain optimieren“, heißt es dazu von wissenschaftlicher Seite. Auch sei von einem weiteren Stipendiumspartner das komplette Genom der Guayulepflanze entschlüssel worden, berichtet der Reifenhersteller. Das Stipendium läuft vorläufig noch bis zum kommenden Jahr. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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