Pilotphase der neuen Kurz-Feinvermahlungsanlage läuft

Dienstag, 20. September 2016 | 0 Kommentare
 
Vor der Feinvermahlung werden nicht mehr anderweitig verwertbare Lkw-Reifen in ‚Schlangen’ geschält; daraus entsteht dann bis zu 0,4 Millimeter feines Mehl, das völlig frei von jeglicher Verunreinigung durch Metall oder Textilien ist
Vor der Feinvermahlung werden nicht mehr anderweitig verwertbare Lkw-Reifen in ‚Schlangen’ geschält; daraus entsteht dann bis zu 0,4 Millimeter feines Mehl, das völlig frei von jeglicher Verunreinigung durch Metall oder Textilien ist

Das Recycling von Altreifen ist eine der großen ökologischen Herausforderungen der Gegenwart. Jährlich fallen in Deutschland nach groben Schätzungen von Kurz Karkassenhandel rund 65 Millionen Altreifen an. „Was nicht für die Runderneuerung oder den Export infrage kommt, wird entweder als Brennstoff verwendet oder zu Gummigranulat und -mehl verarbeitet“, heißt es dazu in einer Mitteilung; ein Werkstoff, der Anwendung in den unterschiedlichsten Bereichen findet. Die Feinvermahlungsanlage, die Kurz Karkassenhandel in diesem Jahr eingeweiht hat, kann bei vollem Betrieb stündlich rund zwei Tonnen des vielseitigen Produkts auswerfen.

Auf dem Gelände von Kurz Karkassenhandel wird eine große Menge sogenannter Schälschlangen verarbeitet. Bei den langen schwarzen Bändern handelt es sich um die Überreste defekter, nicht mehr anderweitig verwertbarer Lkw-Reifen. Anders als üblich wurden sie zur Weiterverarbeitung nicht in handtellergroße Gummistücke geschreddert, sondern parallel zur Lauffläche in etwa fünf Zentimeter breite Streifen geschnitten. Die so entstandenen Gummischlangen warten nun darauf, in der Feinvermahlungsanlage von Kurz in feinstes Gummimehl verwandelt zu werden. „Bis zu 0,4 Millimeter fein sind die einzelnen Körnchen des vielseitigen Werkstoffs am Ende des Prozesses, der europaweit in dieser Form bislang einmalig ist“, betont das Unternehmen mit Sitz in Wendlingen am Neckar und weiter.

Die Feinvermahlungsanlage von Kurz Karkassenhandel liefert feinstes Gummimehl, und zwar bis zu zwei Tonnen pro Stunde

Die Feinvermahlungsanlage von Kurz Karkassenhandel liefert feinstes Gummimehl, und zwar bis zu zwei Tonnen pro Stunde

Der Stoff, aus dem die Straßen sind

Das Gummimehl ist völlig frei von jeglicher Verunreinigung durch Metall oder Textilien – die anderen Bestandteile von Reifen – und wird abschließend gemäß Kundenanforderung in EVA- bzw. LDPE-Säcken verpackt. Das Material wird in der Produktion von Neureifen oder von Förderbändern sowie bei Bitumenanwendungen benötigt: Durch Beimischung von Gummi zu Asphalt werde dessen Standfestigkeit und Haftung deutlich verbessert, ist man bei Kurz Karkassenhandel überzeugt. „Das ist besonders bei Fahrbahnen, die großer Belastung ausgesetzt sind, sehr wichtig. Aber Gummimehl kommt zum Beispiel auch für Tritt- und Schallisolierungen im Innenbereich zum Einsatz. Dabei wird die hervorragende Dämmfähigkeit, Belastbarkeit und Langlebigkeit des Materials ausgenutzt.“

Die Feinvermahlungsanlage von Kurz Karkassenhandel könne aber weitaus mehr, als nur Schälschlangen zu Mehl pulverisieren. „Ihre Eigenschaft, auch Industrieabfälle und andere Sekundärmaterialien zu verarbeiten, prädestiniert sie für viele weitere Recyclinganwendungen. Noch befindet sich die Maschine in der Pilotphase. Das heißt, sie wird vorerst noch auf gedrosseltem Niveau gefahren, um Funktionsweisen und Eigenschaften genau kennenzulernen und zu testen.“ ab

 

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Kategorie: Produkte

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