Räderbranche geht wohl überwiegend zur „The Tire Cologne“

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Mit dem Angebot zweier Reifenmessen – der 2018 im Rahmen der Automechanika in Frankfurt dann stattfindenden 30. „Reifen“ und der neuen „The Tire Cologne“ – müssen sich wohl auch die Räderhersteller und -vermarkter entscheiden, wohin sie als Aussteller gehen werden. Kaum einer dürfte bereit sein, beide Messen mit Ständen zu belegen: Dafür sind sie zu klein, dafür reicht das Budget nicht, welcher Zeitpunkt – Ende Mai oder September – der bessere oder passendere ist, das ist durchaus diskussionswürdig.

Die meisten im Rahmen der diesjährigen Essener „Reifen“ befragten Aluradanbieter jedenfalls haben sich bereits festgelegt bzw. sogar schon angemeldet: Es geht nach Köln. Das trifft auch auf das einzige in den Essener Hallen in diesem Jahr fehlende größere Unternehmen aus der Branche zu: die Alcar-Gruppe. Der hatte man im Vorfeld einen Standplatz angeboten, den Alcar nicht bereit gewesen ist zu akzeptieren. Aussteller aus der Räderbranche auf der „Reifen 2016“ in alphabetischer Reihenfolge:

Autec: Zweites Mal am gleichen Platz

Willkommen auf der „Reifen“, willkommen auf dem Autec-Messestand

Willkommen auf der „Reifen“, willkommen auf dem Autec-Messestand

Aluminiumräderanbieter Autec & Co. KG hat in der populären Halle 3 ausgestellt, direkt am Eingang West, den ein Großteil der Besucher nutzt und für Autec damit an gewohnter Stelle, war man dort doch auch schon vor zwei Jahren platziert, woran Jeanette Freitag – bei den Schifferstädtern fürs Marketing verantwortlich – erinnert. Messe-Highlights waren die Räder Oktano und Hexano aus dem aktuellen Frühjahrsprogramm. Als neue Winterräder wurden die Designs Mugano und Polaric vorgestellt, die auf der Messe ihre Weltpremiere feierten. Mugano ist ein Mercedes-Rad alternativ in Silber oder in Schwarzmatt, die brillant-silberne Polaric eine Abrundung des fürs Unternehmen so wichtigen Wintergeschäftes, wird doch der Anteil Winter zu Sommer mit etwa 70 zu 30 beziffert. Außerdem informierte das Räderunternehmen über sein breites RDKS-Angebot. Neben dem Programm an Originalsensoren wurde ein besonderer Blick auf den exklusiv von Autec vertriebenen Replacement-Sensor iM TPMS gerichtet.

BBS: Der „Nischen-Performance-Hersteller“

Eher als Marketingmaßnahme gedacht, wird das CH-R mit Zentralverschluss doch ganz konkret nachgefragt

Eher als Marketingmaßnahme gedacht, wird das CH-R mit Zentralverschluss doch ganz konkret nachgefragt

Der deutsche Premiumradhersteller BBS – das „made in Germany“ wird bei den gegossenen Rädern ja gerne mal betont – hat sich bereits für die „The Tire Cologne“ 2018 angemeldet, schließlich müsse man da sein, wo die Kunden sind, so der „Vice President IAM“ erwin Eigel. 2016 auf der „Reifen“ feierte erst einmal die eigens für den Porsche 911 GT3 Typ 991 aufgelegte Zentralverschlussvariante des BBS-Designklassikers CH-R ihre Weltpremiere. Das in 20 Zoll angebotene Rad wurde am Messestand auf einem echten Tracktool, dem Porsche GT3 von RSR Nürburgring, vorgestellt. Man habe das Projekt ursprünglich eher aus Marketinggründen gestartet, sehe sich jetzt aber mit einer Nachfragewelle konfrontiert, so Eigel.

Minimale Masse, maximale Stabilität: Mit seinem ultraleichten Schmiederad FI-R haben die Schiltacher einen weiteren Akzent gesetzt. Die „Nürburgring Edition“ des CH-R-Rades spannt eine Brücke zum Motorsport. Der Neuling der BBS-Performance Line wird für alle gängigen Anwendungen in 18, 19 und 20 Zoll angeboten und besticht durch eine mattschwarze Optik mit kontrastierendem Anfahrschutz in BBS-Rot. Für Fachhändler, die die Kollektion in ihren Verkaufsräumen präsentieren wollen, hat das Unternehmen aus dem Schwarzwald ab sofort einen praktischen Radständer aus Aluminium im Programm. Er ist für vier Räder ausgerichtet und verfügt über eine platzsparende Aufhängung.

Geschäftsführer Jürgen Lohmann hat die Essener Veranstaltung auch genutzt, um von den ersten Erfahrungen mit den neuen koreanischen Mehrheitsgesellschaftern zu berichten. Die NICE Holdings kündige nicht nur an, sondern initiiert auch Investitionen, die auch dem Handelsgeschäft zugute kommen sollen, sodass er von einem stabilen Verhältnis 80 (Erstausrüstung) zu 20 (Ersatzgeschäft) ausgeht, von den neuen Kapazitäten also nicht nur die Automobilhersteller, sondern auch Eigels Bereich profitieren sollen. Wenn man eine höhere Nachfrage habe als zur Verfügung stehendes Volumen, so sei das ein Luxusproblem, so Lohmann. Das Erstausrüstungsportfolio wird verbreitert und von Porsche kommend im Volkswagen-Konzern auf Marken wie Lamborghini und Bentley, vor allem aber Audi erweitert. Eher kleinere Losgrößen werden produktionstechnisch nicht als Hindernis empfohlen, sondern darauf sei man förmlich spezialisiert bzw. als „Nischen-Performance-Hersteller“ in der Fabrik geradezu ausgerichtet.

Borbet: Offeneres Konzept

Eines der neuen Borbet-Räder: Typ „RB“ in klassischem Silber

Eines der neuen Borbet-Räder: Typ „RB“ in klassischem Silber

Einen „Standard-Messestand“ habe man nie gehabt, so Borbets Verkaufsleiterin Inland Birgit Grebe-Frese in der Essener Halle 3 „direkt ums Eck“ vom Messestand der NEUE REIFENZEITUNG. Man passe von Messe zu Messe immer an, nehme bewährte Bausteine und auch immer wieder neue. In diesem Jahr sei der Auftritt offener als je zuvor. Wovon sich übrigens auch der neue Geschäftsführer der Gruppe Dr. Roland Schmelzle ein Bild machen konnte.

Das Familienunternehmen hat mit den Stylings DY und dem XRS zwei neue Felgen vorgestellt, die unterschiedlicher kaum sein können. Während das DY als 10-Speichen-Rad einem Y-Design folgt und selbst in 20 Zoll durch feine Ornamentik glänzt, folgt das XRS einer anderen Designsprache. Fünf geradlinige Doppelspeichen schlagen ihren Weg von der Radmitte hin nach außen und werden in der Farbvariante „black polished glossy“ in bis zu 20 Zoll in Szene gesetzt.

Auch die Kategorie Sports erhielt Zuwachs: Mit dem LS2 stellte Borbet eine besondere Felge vor: Neun Doppelspeichen im Turbinen-Look werden durch aufwendige Ebenenkontraste in Szene gesetzt. Ein weiteres sportliches Rad ist das RB: 20 Speichen werden durch ihre Anordnung optisch in fünf Gruppen gegliedert und stellen ein auffälliges Muster dar, es ist in 18 und 19 Zoll erhältlich.

Rädervielfalt bei Brock und RC

Rädervielfalt bei Brock und RC

Brock: Denken zuerst an die eigenen Marken

Aluminiumradhersteller Brock Alloy Wheels hat die Neuheiten für 2016/17 vorgestellt. Wobei darauf hinzuweisen ist, dass Brock im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern ja auch tatsächlich selbst produziert. Und das Werk in Bosnien-Herzegowina werde schon wieder ausgebaut, berichtet Geschäftsführerin Claudia Brock, macht aber auch klar, dass diese Kapazitätserweiterung den beiden Hausmarken dienen soll und weniger Auftragsarbeiten, für die man ohnehin aktuell nicht mehr akquirieren will und deren Anteil zurückgeht.

An den Messetagen fungierte das Familienunternehmen als kompetenter Ratgeber des Fachpublikums in allen Fragen rund um das Rad. Auf dem Messestand, welcher sich in Kooperation mit der Radcenter Derkum GmbH präsentierte, wurden neue und bewährte Felgendesigns der Marken Brock & RC-Design in verschiedensten Größen und Farbenvarianten den Besuchern zur Schau gestellt. Ein besonderer Schwerpunkt wurde in diesem Jahr wieder auf die Informationsverbreitung zu den Themen ECE und RDKS gelegt, stand aber bei sämtlichen Fragen zu Felgen, Fahrzeugen, Größen, Designs, Lochkreisen oder Einpresstiefen natürlich ebenfalls beratend zur Seite.

CMS: Der „Plus X Award“

Wer CMS finden wollte, der hat CMS auch in Halle 4 gefunden

Wer CMS finden wollte, der hat CMS auch in Halle 4 gefunden

Dass der CMS-Aluminiumradtyp B1 den „Plus X Award“ für Qualität und Design erhält (Preisverleihung am 23. Juni), war für Andreas Göbel, der hierzulande das Ersatzgeschäft für den türkischen Hersteller führt, die herausragende Meldung zur Essener „Reifen“, bei der er sich als einziger der bedeutenden Marktteilnehmer in Halle 4 wiederfand. Wer einmal seinen guten Platz aufgegeben habe, der müsse dann eben mit dieser Konsequenz leben, „aber wer uns finden will, der findet uns“. Und das waren – jedenfalls während der Visite der NEUE REIFENZEITUNG – nicht wenige.

Mit einer internationalen unabhängigen Fachjury aus 25 Branchen, 23 strategischen Partnern und mehr als 600 teilnehmenden internationalen Marken gilt der „Plus X Award“ heute als vielleicht weltgrößter Innovationspreis für Technologie, Sport und Lifestyle. Die Auszeichnung wurde zum Schutz und zur Stärkung der Marke, des Handels sowie zur verbesserten Orientierung des Endverbrauchers initiiert. Das CMS B1 ist in den Größen 7,5×17, 8×17, 8×18 sowie 8,5×19 Zoll verfügbar und ab August auch in 8,5×20 Zoll. Neu auch, dass es als ECE-Rad für BMW angeboten werden kann, dass es mit Lochkreis 5/112 für Audi- und Mercedes-, mit Lochkreis 5/114 auch für viele asiatische Modelle verfügbar ist.

Nein, das Jahr 2016 sei bislang eher keines mit großen Designneuheiten gewesen, räumt Göbel in der ihm eigenen Offenheit ein. Dabei kommt mit dem C22 ein Doppelspeichenrad im „Concave-Design“ auf die Straße, das dank 780 Kilogramm Radlast unter anderem für die V-Klasse von Mercedes und den VW Multivan eine neue „Stil-Dekade“ in gleich drei Farbvarianten – Racing Silber, Titan Glanzoptik und Schwarz glänzend – einläuten soll. Es ist verfügbar in den Größen 6×15, 6,5×16, 7×16, 7,5×16, 7,5×17, 8×17 sowie 8×18 Zoll und wintertauglich. Im Detail gehe man immer wieder gerne eigene Wege, um sich vom Wettbewerb abzuheben, so Göbel, sei aber ja auch bei Farben dem Markttrend gefolgt, wobei er einräumt, dass dezentes Rot in feiner Linie auf dem Felgenhorn der einzige Bereich sei, der wirklich gut angenommen werde. Gut angenommen wird im Übrigen auch das C21, dessen Spektrum daher jetzt auf die Größe 7×16 Zoll ausgedehnt worden ist.

Einer der eher jüngeren Marktteilnehmer, aber einer, der sich etabliert hat

Einer der eher jüngeren Marktteilnehmer, aber einer, der sich etabliert hat

Diewe: Flexibler geworden

Josef Ankner, bei Diewe Wheels (Kissing) Bereichsleiter Verkauf, hebt auf der Essener „Reifen“ hervor, dass man mit der Inbetriebnahme eines 4-Achs-Bearbeitungszentrums (gemeinhin Bohrzentrum genannt) wesentlich flexibler geworden sei und vor allem auf neu in den Markt kommende Fahrzeugmodelle sofort reagieren könne. Eine weitere Besonderheit: Diewe hat jedenfalls bislang den Run zu (vermeintlich?) günstigeren Produktionsstätten in Fernost nicht mitgemacht, sondern lässt im „Aluminiumrädertraditionsland“ Italien gießen.

Zu den Spezialitäten im Diewe-Programm zählen das Transporter- und Wohnmobilrad Massimo in 6,5×16 und 7,5×18 Zoll mit Radlasten bis zu 1.250 Kilogramm, das ECE-Rad Matto von 14 bis 18 Zoll, das nicht nur im Winter einsetzbare Inverno (man achte auf die Schreibweise) und das 8×18-Zoll-Rad Barba mit geschlossener Kappe. Die Designs Vittoria und Alito seien Highlights im Frühjahrsgeschäft gewesen, so Ankner, Farbe inzwischen fast kein Thema mehr.

Oxigin: Gegen die Trends

Nischen, die andere scheuen, werden bei Oxigin gefüllt: Mehrteiligkeit, Farben …

Nischen, die andere scheuen, werden bei Oxigin gefüllt: Mehrteiligkeit, Farben …

Das kann Wolfgang Späth, der bei Oxigin im Wesentlichen die Key Accounter betreut, gar nicht nachvollziehen: Farbe werde bei der Vimotion GmbH (Unterensingen, Marken Oxigin und Carmani) immer mehr. Auch die Aussage, Mehrteiler seien „tot“, hält er für falsch und verweist auf ein zweiteiliges Rad auf dem Messestand („Dreiteiler machen nur Ärger“). Bei den Produzenten der Räder ist Oxigin flexibel, der vormals privilegierte Hersteller in Bosnien-Herzegowina ist jetzt neben anderen aus der Türkei und Fernost (inklusive Flowforming) nurmehr einer von mehreren. Was Späth aber besonders hervorhebt: Die Marke wird immer bekannter, die häufigen Messebeteiligungen finden ihren Niederschlag. Und der Mut, mit gewagten Kreationen Nischen zu besetzen, wird belohnt. Von der – preislich unter Oxigin angesiedelten – Marke Carmani war im Frühjahr die 13 Twinmax der Clou, mit Aufmerksamkeit erzeugenden Aktionen wie der 20 Attraction auf dem Golf 7 GTI Clubsport ist und bleibt Oxigin im Gespräch.

OZ: Premiummarke OZ strahlt auf MSW ab

Das Wintergeschäft steht vor der Tür: MSW-Rädern auf den beiden ausgestellten Autos

Das Wintergeschäft steht vor der Tür: MSW-Rädern auf den beiden ausgestellten Autos

Bei den Tuningveranstaltungen des Frühjahres – wie dem GTI-Treffen am Wörthersee – stand noch die Premiummarke OZ im Fokus, auf den beiden Ausstellungsfahrzeugen im Rahmen der Essener „Reifen“ – einem Golf GTD und einem Mercedes A180d – waren dann allerdings MSW-Räder montiert, die klassische Winterrädermarke, auf die der Glanz der UHP-Marke abstrahlen möge. Im Übrigen hat das Unternehmen, das seine Deutschland-Dependance in Biberach an der Riß hat, mit Sparco noch eine dritte Marke im Angebot, die zwar in Deutschland (noch) nicht unbedingt so angenommen werde wie in einigen anderen Ländern, in denen Motorsport einen höheren Stellenwert habe als hierzulande, sagt Verkaufsleiter Robert Kuschnierz. Sparco ist nun einmal mit Motorsport verhaftet, das Räderprogramm unter dieser Marke richtet sich primär an ein junges Publikum mit Motorsportaffinität, das auch gerne motorsportnahe Räder hätte, bei dem aber das Budget für die „Formel-1-Marke“ OZ nicht ganz reichen dürfte. Das neue OZ-Modell „Zeus“ stammt aus der Serie „Atelier Forged“, ist also geschmiedet und wird in gebürstetem oder auch hochglanzpoliertem Finish angeboten. „Superturismo“ und „Ultraleggera“ bzw. „Ultraleggera HLT“ sind Klassiker und stehen doch auch in einem sich stets wandelnden Markt on top im Premiumsegment. Genannt seien auch „Alleggerita“ und „Leggera HLT“, für die es Feinabstimmungen in diesem Frühjahr im Form von neuen Finishes gab. Doch zurück zur „Wintermarke“ bzw. dem klassischen „Winterrad“ MSW 77: Auch das versuche man als „Avantgarde“-Einstufung aus der Masse der Billigheimer herauszuheben, so Kuschnierz.

Mit der AZ 20 (auf dem rechten Räderständer) will RH zurück zu alten Tugenden

Mit der AZ 20 (auf dem rechten Räderständer) will RH zurück zu alten Tugenden

RH Alurad: „Back to the roots“

„Back to the roots“ – das ist eine Kernaussage von Wolfgang Böhmer, geschäftsführender Gesellschafter des Aluminiumräderanbieters RH Alurad, zur Präsentation eines sehr eigenständigen Designs: Gemeint ist das dreiteilige Leichtmetallrad AZ 20, das erst kurz vor der „Reifen“ im Rahmen der Tuning World Bodensee seine Deutschlandpremiere erlebt hatte, dort – so Böhmer – eine sehr positive Resonanz erfahren habe und in Essen das Produkthighlight auf dem Messestand war. Die Turbinenoptik verbunden mit extremer Konkavität sei derzeit schwer angesagt, hat das Unternehmen zwei Markttrends identifiziert. Markantes Markenzeichen der AZ 20 sind 20 turbinenartig angeordnete Speichen, welche bis ans Felgenhorn reichen. Tiefer liegende Kanten an den Speichen sind ein weiteres Designelement, der mittlere Teil des Sterns wirkt sehr kompakt. Insbesondere auf der Hinterachse verläuft das Rad AZ 20c extrem konkav (53 Millimeter) zur Radmitte. RH Alurad bietet seinen neuen Mehrteiler mit Fünflochanbindungen anfangs in den Farben Schwarz und Silber an. Das neue AZ 20 ist in den Dimensionen 19 und 20 Zoll erhältlich. Die Kompatibilität mit den Sensoren gängiger Reifendruckkontrollsysteme ist bei allen Radvarianten gegeben.

Zurück zu den Wurzeln, das heißt auch hin zu größeren Dimensionen, steckt Wolfgang Böhmer das Kerngeschäft von 17 bis 22 Zoll ab. Und so wie das AZ 20 das Sahnehäubchen für die Nische on top sei, könne man auf der anderen Seite des Portfolios auf das „Basisrad“ AR4 nicht verzichten, schließlich werde es für den Winter gebraucht, fängt bei 15 Zoll an und reicht bis 18 Zoll, so Michael Wegener aus dem RH-Vertrieb. Er und Böhmer verzeichnen darüber hinaus zwar kein sprunghaftes, aber kontinuierliches Wachstum bei den „colour-polished“-Rädern.

Ronal: „Planblue“ und mehr

Der größte Aluräderhersteller Europas hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben

Der größte Aluräderhersteller Europas hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben

Auf dem Stand der Ronal-Gruppe erwartete den Besucher ein Neuheiten-Portfolio der gesamten Gruppe. Gezeigt wurden alle vier Marken, begonnen mit der der Unternehmensgruppe den Namen gebenden Marke Ronal über die eher sportlich orientierte Italo-Marke Speedline Corse und das Hightechprodukt Carbon Revolution bis hin zu geschmiedeten Lkw-Rädern, die Speedline Truck heißen. Einen über die Produkte hinausgehenden Ansatz präsentierte Judith Pietschmann, die bei Ronal maßgeblich das Projekt „Planblue“ vorangetrieben hat.

Bemerkenswert in diesem Jahr, dass sämtliche Messeneuheiten für den Pkw-Aftermarket-Bereich echte Weltpremieren waren: Mit dem Ronal-Rad R60-blue – nomen est omen – wurde den Besuchern eine exklusive Produktinnovation präsentiert, die als erstes Produkt den Ansprüchen an Planblue gerecht wird und im werk Landau gefertigt werden soll. Als weitere Neuheit wartete das Unternehmen mit dem R61 auf, das in 17 Zoll in den Farbvarianten „kristallsilber-matt“ und „jetblack-matt-frontkopiert“ zu sehen war und sich auch als Winterrad eignet. Zudem wurde das neue Speedline Corse SL7 Gladiatore, ein sportliches und kraftvolles SUV-Rad in 18 Zoll, vorgestellt. Ebenfalls war das erste einteilige Carbon-Rad „Carbon Revolution CR-9“ zu sehen: Durch das reduzierte Gewicht und die geringere Trägheitsmasse sowie die sehr hohe Festigkeit verbessern Material und Technologie dieses Rad nachweislich Aspekte wie Beschleunigung und Bremsweg, Fahrqualität, Grip, Lenkkraft, Kraftstoffverbrauch sowie Effizienz, sodass sich Ford für die Innovation erwärmt hat und sie als Option beim Modell GT anbietet. Das ist ein Schritt in Richtung Marktakzeptanz, allerdings kann das Rad zwar im Gesamtpaket des Autos seinen Weg auf die Straßen finden, vor einer Anerkennung als Aftermarkt-Rad setzt der TÜV nach wie vor ein Stoppsignal. Auch für Nutzfahrzeuge, Trailer und Reisebusse war etwas Passendes am Stand: Vor allem das SLT 3598 in der Größe 19.5×14.00 Zoll (ET 120) dürfte Beachtung gefunden haben, handelt sich doch um das aktuell wohl einzige auf dem Markt erhältliche Aluminiumschmiederad in diesem Format.

„Planblue“ spiegelt Ronals Vision des nachhaltigen Wachstums wider, „Nachhaltigkeit“ ist das Wort, das Pietschmann immer wieder hervorhebt. Mit einem ganzheitlichen Ansatz will Europas führender Hersteller hochwertiger Qualitätsräder die konsequente Durchsetzung von Nachhaltigkeit sowie ökologischer und sozialer Verantwortung gegenüber Kunden, Mitarbeitenden und der Öffentlichkeit verfolgen. Beispielhaft in Sachen Umwelt- und Sozialverantwortung wird die R60-blue in den Fokus gerückt. Die Produktinnovation wird sehr energieeffizient mit hundert Prozent Ökostrom – in Landau wird Wasserkraft als Energiequelle genutzt – und unter besonderen Arbeitsbedingungen hergestellt, die gegebenenfalls auf andere Werke übertragen werden sollen. Wobei man flexibel ist: Wo sich eher Photovoltaik denn Wasserkraft anbietet, werde man entsprechend handeln, so die Ronal-Managerin, die angesprochen auf den hohen Energiebedarf bei der Aluminiumräderherstellung bekennt, dass man die erzeugte Energie für den Eigenbedarf nutzen will und keine Pläne hinsichtlich Netzeinspeisung verfolgt. Mit R60-blue-Felgen werden durch die Gewichtsreduktion (kein Flowforming!), die Materialbereitstellung und Optimierungen im Produktionsprozess die Umweltauswirkungen deutlich verringert. Die Felge ist damit einerseits Botschafterin für das unternehmenseigene Nachhaltigkeitskonzept „Planblue“ und andererseits Vorreiterin einer neuen, umweltfreundlichen Felgengeneration.

Für die Ronal-Gruppe sei „Planblue“ ein wichtiger Meilenstein, um die ökologische und nachhaltige Ausrichtung des eigenen Schaffens zu gewährleisten. Zudem sollen Produktinnovationen und Arbeitsweisen vorangetrieben werden, die zukünftig die Mobilität maßgeblich prägen, so Pietschmann. „Mit „Planblue“ schaffen wir die Plattform für ein nachhaltiges Wachstum. Ich will gemeinsam mit allen Mitarbeitenden der Ronal Group die ökologische und soziale Verantwortung gegenüber unseren Kunden und der Gesellschaft wahrnehmen und konsequent unsere Nachhaltigkeitsziele verfolgen“, lässt sich Ronal-CEO Yvo Schnarrenberger zitieren. In verschiedenen Bereichen wurden bereits erfolgreich Maßnahmen umgesetzt:
– Förderung des Arbeitsumfeldes: Dazu gehören Weiterentwicklungsmöglichkeiten für alle Mitarbei­tenden, ein Unternehmenskodex zur verantwortungsvollen Unternehmensführung, Arbeitsschutzmaßnahmen wie kostenlose Gesundheits-Check-ups für Produktionsmitarbeitende oder Schutzausstattung. Zudem ist es Ronal-Bestreben, die Compliance-Richtlinien der Kunden einzuhalten.
– Faire und lokale Produktion: Möglichst kurze Transportwege, modernste Produktionsstandards und faire Löhne für alle Beschäftigten werden als Grundlage der Zufriedenheit von Kunden, Mitarbeitenden und Geschäftspartnern angesehen.
– Recycling: Zu hundert Prozent wiederverwertbare Räder und – soweit technisch möglich – vollumfänglich im Herstellungs­prozess wiederverwendetes Aluminium-Restmaterial. Zudem sind sämtliche Kartonverpackungen aus hundert Prozent Recyclingmaterial.
– Innovationsorientierung: Innovative Materialien und Herstellungsprozesse für die Reduzierung des Aluminiumanteils durch möglichst leichte Räder, die zu einem verringerten Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen beitragen können.

– Energieeffiziente Fertigung: Umweltgerechte Herstellung in energieeffizienten Anlagen: Dank sieben neuer Warmbehandlungsanlagen werden jährlich 36,5 Prozent kWh pro Kilogramm Aluminium weniger Energie verbraucht. Mit einer Pilotanlage zur Nutzung der Abwärme von Schmelzöfen konnten pro Jahr bereits rund 38 Prozent des Gasverbrauchs der Anlage eingespart werden.

– Erfüllung moderner Standards: Alle Ronal-Produktionswerke sind nach DIN EN 14001 für ihr Umweltmanagement zertifiziert. Zudem verfügen die Standorte Härkingen, Landau und Forst über das Gruppenzertifikat Energiemanagement DIN EN 50001. Und bereits 25 Prozent des Aluminiums werden von Mitgliedern der „Aluminium Stewardship Initiative“ (ASI) bezogen, die für strenge Nachhaltigkeitskriterien bürgt.

Uniwheels: Vom Winterrad bis zum Rennsportfeeling

Eigene Markenwelten auf dem Uniwheels-Messestand

Eigene Markenwelten auf dem Uniwheels-Messestand

Uniwheels präsentierte auf seinem 250 Quadratmeter großen Messestand in Essen die Produkte von drei der vier hauseigenen Uniwheels-Marken: ATS, Rial und Alutec hatten jeweils eine eigene Markenwelt, auf der sie die aktuellen Produkte in Szene setzen konnten, während die vierte Marke im Bunde Anzio das Budgetsegment abdeckt, wofür eher keine Marketinginvestitionen vorgesehen sind. Zusätzlich gab es bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das Sortiment der kommenden Wintersaison. Die Marken zeigten sich trendbewusst und haben in diesem Frühjahr nicht nur ganz neue Designs ins Portfolio aufgenommen, sondern auch Designs um zusätzliche Farbgebungen und Dimensionen erweitert. Dank ECE-Gutachten, die für viele neue Räderdesigns verfügbar sind, steht einem unkomplizierten Start auf neuen Leichtmetallrädern nichts mehr im Wege.

In dieser Zeitschrift bislang noch nicht vorgestellt worden ist das Alutec-Design „Singa“: Ein tiefes Anwendungsprogramm, ein raffiniertes und dynamisches Design und ein besonders unkomplizierter Wechsel dank ECE – all das bietet die „Singa“, die in den vier Größen 6×15, 6×16, 6,5×16 und 7×17 Zoll über ein ECE-Prüfzeichen verfügt. Die zehn Speichen des Stylings sind dezent zur Radnabe hin versetzt, am anderen Ende werden sie bis an den äußersten Rand der Felgenfront geführt. Die Alufelge ist sowohl in klassischer Farbgebung polar-silber als auch in der sportlichen Variante diamant-schwarz frontpoliert erhältlich. Bei der Marke Rial stand das „Torino“ im Fokus, bei dem Designelemente von Y-Speichen- und Doppel-Speichen-Rädern gekonnt kombiniert werden. Bei ATS sorgt die Trendfarbe „dark-grey“ beim Design „Twister“ für Rennsportoptik.

Womit der Besucher bei einem weiteren Schwerpunktthema des Messestandes angelangt wäre: Denn besonders auch die Motorsportfans sollten auf ihre Kosten kommen. Im Bereich von ATS konnten die Besucher bereits einen interaktiven Blick auf das Design des viel beachteten neuen DTM-Einheitsrades werfen. Ab der Saison 2017 werden sämtliche Tourenwagen der DTM markenübergreifend mit dem neuen Schmiederad ausgestattet. Die Testphase beginnt bereits diesen Sommer, dann bekommen die Teams die ersten Testfelgen zur Verfügung gestellt.

Bei Wheelworld: Re-Design der Marken

Auch in diesem Jahr hat sich der Aluminiumradanbieter Wheelworld mit seiner gleichnamigen Marke und dem Designerlabel Axxion auf der Reifen in Essen präsentiert. Zu den Raddesigns WH11, WH12 und WH18 kommt jeweils die neue Farbe „Dark-Gunmetal glänzend lackiert“ (DGM+) hinzu. Die WH27 wird es zukünftig auch als Winterrad in „Race-Silber“ (RS) und „Schwarz matt lackiert“ (SW) geben. Bei Axxion ist die Rage (AX8) demnächst auch in „Schwarz matt lackiert” (SW) erhältlich. Künftig wird sie auch in den Dimensionen 9×21 und 10,5×21 Zoll angeboten.

Doch brachte der Räderhersteller nicht nur neue Produkte mit zur Messe. Das gesamte einheitliche Erscheinungsbild des Unternehmens wurde zwischenzeitlich komplett überarbeitet und hat einen neuen Anstrich bekommen. Somit durften sich die Besucher des Messestandes auf ein frisches Re-Design über beide Marken hinweg freuen, welches sich sowohl im Messestand selbst als auch in den gesamten Printprodukten sowie im Internetauftritt widerspiegelt. Wheelworld hat ein neues Corporate Design in Verbindung mit je einem neuen Claim eingeführt: „Wheelworld – for drivers“ und „Axxion“ – no limits“, so lauten die neuen Botschaften. Das Unternehmen möchte dadurch genauer zwischen beiden Marken differenzieren und die Marke Axxion als klare Premiummarke herausstellen. Wobei der Erschaffer von Wheelworld und Axxion Rolf Bene im direkten Gespräch die Beobachtung bestätigt, dass Axxion etwas stärker in den Vordergrund rückt.

Auf der Essener Messe wurden beide Marken gleichermaßen gepflegt

Auf der Essener Messe wurden beide Marken gleichermaßen gepflegt

In Verbindung mit dem modernisierten visuellen Auftritt möchte Wheelworld aber doch beide Marken dadurch weltweit weiter stärken. Das neue Corporate Design wird seit Mai schrittweise eingeführt. Kernelement des Markenauftritts von Wheelworld bleibt die bekannte Wortmarke in Kombination mit der unterbrochenen Ellipse, welche von nun an die Farbe Blau tragen wird. Axxion als Wortmarke bleibt bestehen, allerdings ohne den Schlangenkopf, welcher von nun an nur noch als exklusives Gestaltungselement dient. cs/detlef.vogt@reifenpresse.de

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