Michelin rückt Zweitlinienmarken in den Vordergrund – Euromaster wächst

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Michelin präsentierte auf der diesjährigen Reifen-Messe in Essen sein umfangreiches Produkt-, Marken- und Dienstleistungsportfolio – die Runderneuerung eingeschlossen. Thematisch im Mittelpunkt der Präsentation stand dabei das Thema Laufleistung, für das Michelin seit jeher Benchmark-Charakter im Markt hat. Was Spediteure aus Kostengründen an Michelin-Nutzfahrzeugreifen schätzen, will der Hersteller nun auch durch aktuelle Tests für seine Pkw-Reifen belegen, nämlich dass die Reifen des französischen Herstellers eine durchschnittlich um 8.000 Kilometer höhere Laufleistung im Vergleich zu den relevanten Mitbewerbern erreichen. Dies entspricht beispielsweise einer Rundfahrt durch die Metropolen Europas von Berlin über Paris und Bern bis nach Lissabon und zurück.

Um den Nachweis zu erbringen, dass Michelin-Pkw-Reifen eben eine höhere Laufleistung aufweisen als die jeweils relevanten Wettbewerber in den verschiedenen Produktsegmenten, hat der Hersteller die Dekra mit entsprechenden umfassenden Produkttests beauftragt. Bei den Tests im Dekra Test Center bei Narbonne in Frankreich im Januar konnten Reifen wie der Energy Saver+, der Primacy 3, der Pilot Super Sport oder der Latitude Sport 3 überzeugen, so der Hersteller in Essen.

Auch habe der neue Ganzjahresreifen CrossClimate – Anfang des vergangenen Jahres präsentiert – in Bezug auf Laufleistung gegenüber seinen Wettbewerbern von Goodyear, Hankook, Pirelli, Vredestein und Nokian überzeugen können. Während der Michelin-Reifen mit 38.265 Kilometer die längste Laufleistung der sechs von der Dekra getesteten Reifen aufwies (100 Prozent), lagen die der Wettbewerber in oben genannter Rangfolge bei 94, 90, 83, 82 und 67 Prozent dieser Laufleistung. Auch der neue Pilot Sport 4 habe im Dekra-Test den Wettbewerb hinter sich gelassen, hieß es dazu am Michelin-Stand in Essen. Im Test kam er auf eine Laufleistung von 25.364 Kilometern (100 Prozent) und setzte sich damit ebenfalls deutlich von den Produkten von Goodyear (93), Continental (92), Bridgestone (82), Pirelli (76) und Dunlop (75) ab.

Auch wenn Michelin traditionell die Premiummarke mit dem größten Ruf in Bezug auf Laufleistung ist, der Hersteller aber mit der Einführung des Primacy 3 vor sechs Jahren mehr auf die sogenannte „Balance of Performance“ setzte, also neben Laufleistung mehr noch auf Bremsleistungen auf trockener und nasser Fahrbahn sowie auf Rollwiderstand in den Fokus rückte, wollte der Hersteller auf der Reifen-Messe in Essen vor allem dokumentieren: Laufleistung ist immer noch und vor allem die Domäne der Franzosen.

Aber nicht nur Laufleistung war für Michelin ein Messe-Thema. Der Hersteller zeigte erstmals auf der Reifen-Messe in Essen Produkte der Marken Kleber und BF Goodrich und folgte damit der überall erkennbaren Dynamik im Zweitlinienbereich großer Reifenhersteller. So zeigte Michelin etwa erstmals den neuen Kleber-Ganzjahresreifen Quadraxer 2. Dessen Vorgänger ist erst seit fünf Jahren im Markt, was für ein Produkt einer Zweilinienmarke eigentlich noch kein Alter ist; auch hier kommt die besagte Dynamik zum Ausdruck. Der Reifenhersteller reagiert mit der Neuerscheinung auf die steigende Nachfrage europäischer Autofahrer, die auf den saisonalen Reifenwechsel verzichten und dennoch für plötzliche Wetterumschwünge bestens gerüstet sein wollen. Der Reifen ist in 30 Dimensionen zwischen 15 bis 18 Zoll erhältlich. Ebenfalls neu von Kleber: der Winterreifen Krisalp HP3, der „ein hohes Maß an Sicherheit in der kalten Jahreszeit“ bieten soll.

Für die Michelin-Handelstochter Euromaster ist die Reifen-Messe „eine reine Kontakt- und Informationsplattform“

Für die Michelin-Handelstochter Euromaster ist die Reifen-Messe „eine reine Kontakt- und Informationsplattform“

Auch unter der Marke BG Goodrich bietet der Michelin-Konzern Ganzjahresreifen an, etwa den neuen g-Grip All Season 2, dessen Profil große Ähnlichkeiten mit dem des Michelin CrossClimate hat, dem Michelin-„Sommerreifen mit Wintereigenschaften“; der neue BF Goodrich g-Grip All Season 2 verfügt ebenfalls über das 3PMSF-Symbol. Insgesamt dokumentierte Michelin auf der Reifen-Messe eben nicht nur Produktkompetenz, sondern auch, dass man sich zunehmend um das sich in Europa stark entwickelnde Segment der Ganzjahresreifen kümmert.

Auch Motorrad-, Lkw-, Landwirtschafts- und EM-Reifen zeigte Michelin in Essen an seinem Stand und präsentierte sich damit als Vollsortimenter, der auch in der Runderneuerung mit Remix, Recamic und Laurent einiges für dynamische Märkte zu bieten hat.

Ebenfalls viel Dynamik erkennen Beobachter im deutschen Reifenfachhandel allgemein. Folglich nutzte auch die Michelin-Handelstochter Euromaster die Reifen-Messe, um sich interessierten Franchise-Partnern zu präsentieren und die Vorzüge des eigenen Angebotes zu erklären. Für Bärbel Rankl, die bei Euromaster seit Februar den Bereich Franchise für Deutschland und Österreich leitet, ist die Messe daher zentraler Kontaktpunkt zu bestehenden und auch zu potenziellen neuen Franchisenehmern, auch wenn die Messe freilich nicht den Rahmen bietet, um detaillierte Franchisepläne auszuarbeiten. „Die Messe ist eine reine Kontakt- und Informationsplattform“, sagt Bärbel Rankl, deren achtköpfiges Team ebenfalls vor Ort war. Der enge Kontakt zahlt sich augenscheinlich aus, wächst doch das Netzwerk kontinuierlich. Derzeit werden von der Euromaster-Zentrale in Kaiserslautern 350 Servicecenter und darunter 80 Partnerbetriebe in Deutschland betreut. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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