Automobilklubs veröffentlichen ihre Winterreifentests

Dienstag, 22. September 2015 | 1 Kommentar
 
Aufwändige Tests (Bild: ÖAMTC)
Aufwändige Tests (Bild: ÖAMTC)

Wie in jedem Herbst haben die drei großen Automobilklubs aus Deutschland (ADAC), Österreich (ÖAMTC) und der Schweiz (TCS) die im Allgemeinen identischen Ergebnisse ihrer Winterreifentests veröffentlicht. Wir beziehen uns hier auf die Resultate des ÖAMTC, der 16 verschiedene Reifentypen in der Größe 165/70 R 14T auf VW Polo und 19 in der Größe 205/55 R16H auf VW Golf getestet hat und in diesem Jahr recht sparsam sowohl mit Spitzenplatzierungen als auch am anderen Ende mit echt durchgefallenen Produkten ist. Contis WinterContact TS850 in der kleineren und Michelins Alpin 5 in der größeren Größe, die bei ihrer Einführung vor einigen Jahren das Maß aller Dinge waren, eint das gleiche Schicksal: Die Reifenentwicklung schreitet derart schnell voran, dass man bereits nach wenigen Saisons nicht mehr auf dem Podest steht und mit der Spitzenwertung glänzen kann, sondern gewissermaßen „durchgereicht“ wird.

ÖAMTC-Reifenexperte Friedrich Eppel sieht das Ergebnis in mehreren Faktoren begründet: „Es ist von Modell zu Modell etwas unterschiedlich – jedoch sind schwache Eigenschaften auf nasser Straße bei vielen Reifen der Grund für eine Abwertung. Speziell die Produkte, die mit „bedingt“ bzw. „nicht empfehlenswert“ beurteilt wurden, zeigen bei diesem Fahrbahnzustand deutliche Schwächen. Und Nässe ist im Winter der häufigste Fahrbahnzustand.“ Einige der „empfehlenswerten“ Modelle sind hingegen bei Nässe gut, wurden aber wegen Schwächen bei Schnee, Eis oder trockener Fahrbahn abgewertet. Auch eine Kombination aus diesen Faktoren ist beim aktuellen ÖAMTC-Test immer wieder vorgekommen. „Daran erkennt man schon, wie komplex die Reifeneigenschaften ineinander greifen. Dreht man an einer „Schraube“, können die Folgen ganz woanders merkbar werden“, erklärt Eppel.

Bei den 14-Zöllern drei Premiumhersteller am meisten überzeugen und wurden mit „sehr empfehlenswert“ beurteilt: der Goodyear UltraGrip 9, der Michelin Alpin A4 und der Dunlop Winter Response 2. „Abgesehen davon sind alle drei Modelle sehr ausgewogen und leisteten sich beim ÖAMTC-Test in keinem Kriterium Schwächen“, hält Eppel fest. Das breite und mit „empfehlenswert“ bewertete Mittelfeld bestreiten in dieser Reihenfolge Fulda Kristall Montero 3, Bridgestone Blizzak LM001, ContiWinterContact TS850, Falken Eurowinter HS449, Uniroyal MS plus 77, Pirelli Winter Snowcontrol Serie 3, Barum Polaris 3, Firestone Winterhawk 3 und noch „bedingt empfehlenswert“ Matador MP54 Sibir Snow, der bei Nässe schwächelt. „Noch auffälliger sind die Schwächen auf nasser Fahrbahn allerdings bei Aeolus Snowace AW02, Linglong Green-Max Winter HP und Mentor M200. Alle drei Modelle wurden daher mit „nicht empfehlenswert“ beurteilt, fasst der ÖAMTC-Experte zusammen. Laut Anbieter wurde die Produktion des Mentor M200 eingestellt.

Auch bei den breiteren Winterreifen im aktuellen Test ergibt sich ein ähnliches Bild. Von den 19 getesteten Produkten wiesen mit dem Continental ContiWinterContact TS 850, der in dieser Größe seine führende Position verteidigen kann, und der Yokohama W.drive V905 so ausgewogene Eigenschaften auf, dass sie mit „sehr empfehlenswert“ beurteilt werden konnten. „Vor allem der Continental konnte zudem mit Bestnoten auf nasser Fahrbahn, bei Schnee und im Verschleiß glänzen“, analysiert Eppel. Ansonsten ist auch bei den 16-Zöllern die Schwäche bei Nässe ein häufiger Grund für die Abwertung einzelner Modelle. „Das betrifft viele der 16 mit „empfehlenswert“ beurteilten Pneus, ganz besonders aber den Avon Ice Touring ST“, erklärt der ÖAMTC-Experte. „Dieser Reifen musste aufgrund der schwachen Nassgriffeigenschaften sogar auf ‘nicht empfehlenswert’ abgewertet werden.“ Laut Anbieter ist bereits das Nachfolgemodell erhältlich. Mit den „empfehlenswert“-Aufklebern können sich die Industrieverkäufer für Goodyear Ultra Grip 9, Nokian WR D3, Bridgestone Blizzak LM001, Falken Eurowinter HS449, Vredestein Snowtrac 5, Firestone Winterhawk 3, Fulda Kristall Control HP, Barum Polaris 3, BFGoodrich g-Force Winter, Michelin Alpin 5, Sava eskimo hp, Semperit Speed-Grip 2, Kumho Wintercraft WP51, Viking SnowTech II, Kleber Krisalp HP 2 und Toyo Snowprox S953 auf den Weg in die Verkaufsräume des Reifeneinzelhandels machen. detlef.vogt@reifenpresse.de

Im Allgemeinen stimmen die Testergebnisse der drei Automobilklubs ADAC, ÖAMTC und TCS überein

 

Schlagwörter: , ,

Kategorie: Produkte

Kommentare (1)

Trackback-URL | Kommentare als RSS Feed

  1. Willy.matzke@gmx.at sagt:

    Kein Wunder dass die Ergebnisse der Clubs überinestimmen, weil nur der ADAC testet und die anderen einfach abschreiben. Schlimm, dass die neueste Generation der Ganzjahresreifen nicht dabei sind, weil die Abhängigkeit von Conti das nicht zulässt. Michelin heut seinen schön 2 Millionen mal verkauft, pirelli ist fast so gut wie der Winterreifen und das trifft auch auf Vredestein zu. Der ADAC Test ist halt wieder ein Jahr alt, ich mach ganz was Neues, sobald auf meiner eigenen Testsrecke Schee liegt und der kommt am Wochenend und das mit Reifen, die ganz neu aus den Händlerregalen stammen. Auch Autobild, Gtü, ace und damit der Arbö sowie ams sind aktueller .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *