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Erneute Meisen-Insolvenz

Im Sommer 2008 – ausgerechnet im Jahr des 80-jährigen Firmenjubiläums – musste der Solinger Reifenhändler Reifen Meisen Insolvenz anmelden. Nachdem sich kein Investor gefunden hatte und einem Prozess der (vermeintlichen) „Gesundschrumpfung“ auf etwa ein Drittel der Größe versuchte die Familie – die vier Geschwister Susanne Becker, Andrea Haensel, Michael und Stefan Meisen – einen Neuanfang. Jetzt musste für die D. Meisen Vertriebs GmbH durch das Amtsgericht Wuppertal ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet werden.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Holger Rhode (Wuppertal), der auch schon 2008 zuständig war, sehe nach einem „ersten Überblick über die wirtschaftliche Situation und die Marktstellung (…) gute Chancen für eine Sanierung und Erhaltung des Unternehmens“, heißt es in einem Schreiben, das von Stefan Meisen – neben Susanne Becker einer der beiden Geschäftsführer – und dem Insolvenzverwalter unterzeichnet ist. Der Geschäftsbetrieb werde jedenfalls fortgeführt.

Die Meisens hatten nach der ersten Insolvenz vor sechseinhalb Jahren einiges in Bewegung gesetzt, um den Karren wieder flott zu bekommen. Man besann sich auf die Wurzeln des Unternehmens und sah sich primär wieder als regionaler Grossist für das Bergische Land, auf dem über Jahre erworbenen prächtigen Image als Offroad-Spezialist wollte man aufbauen. Man versuchte sich mit Runderneuerten der Marke Marix (von Marangoni), einem Newcomer auf dem Markt unter dem Namen Fenix (aus Indonesien), Industriereifen der Nexen Tire Corp. (Korea) und aus Italien Malatesta und Italmatic, vermietete nicht mehr benötigte Lagerfläche, um als „Kontraktlogistiker“ den Vertrieb von Marangoni-Neureifen zu optimieren (inzwischen gibt es diese Produkte nicht mehr), und vermarktete auch Werkstattausrüstung. Noch im Juni letzten Jahres hat Indiens Sun Tyre & Wheel Systems auf der CeMAT Reifen Meisen als neuen „strategischen Partner“ für die Vollgummireifenmarke vorgestellt. Dass sie nicht alles versucht hätten, um für das Traditionsunternehmen ein tragfähiges Fundament zu finden, müssen sich die Meisens gewiss nicht vorwerfen. detlef.vogt@reifenpresse.de

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