21 deutschen First-Stop-Betrieben droht die Schließung

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First Stop hat jetzt einen Restrukturierungs- bzw. Konsolidierungsprozess angestoßen, an dessen Ende schlimmstenfalls die Schließung von bis zu 21 First-Stop-eigenen Betrieben in Deutschland zum Ende dieses Jahres stehen könnte – ein Drittel der aktuell 64 Filialen bzw. Regiebetriebe. Nachdem bereits im vergangenen Jahr fünf der bis dahin 69 sogenannten Regiebetriebe in Deutschland geschlossen wurden, könnten nun weitere folgen, wie seit Ende vergangener Woche klar ist. Ob bereits konkrete Schließungspläne gefasst sind, ist zunächst noch unklar. Dennoch machen sich aktuell 120 Mitarbeiter inklusive der Filialleiter sowie sicher auch der eine oder andere Mitarbeiter der First-Stop-Zentrale Sorgen um die eigene Zukunft. Dass diese Zukunft die in einem Regiebetrieb im Bridgestone-Konzern ist, scheint somit aber ausgeschlossen.

Der aktuell von First Stop in Deutschland verfolgte Plan sieht dem Vernehmen nach vor, dass die Zentrale in Bad Homburg für die 21 betroffenen Filialen zunächst interne Nachfolgelösungen sucht; man spricht hier etwa von „Management-Buy-out“. Ebenfalls könnten die betroffenen Filialen jetzt den unabhängigen First-Stop-Franchisepartnern zum Kauf angeboten werden, heißt es dazu weiter. Ermögliche auch dies keine Fortführung der betroffenen Filialen, wolle man an unabhängige Reifenhändler herantreten und diesen die Filialen zum Kauf anbieten. Lediglich als allerletzte Lösung sieht die First-Stop-Zentrale danach die Schließung der Filialen vor, die dann zum Ende dieses Jahres vollzogen werden würde. Um welche 21 Filialen es genau geht, scheint indes noch nicht festgelegt zu sein. Man könne strukturell oder geografisch keine grundsätzlichen Merkmale bzw. Muster erkennen, ist dazu zu hören.

Eins ist allerdings festzuhalten: Alle 21 Filialen, die aktuell auf der Liste möglicher Verkaufs- bzw. Schließungskandidaten stehen, hätten in den vergangenen zwei bis drei Jahren kontinuierlich rote Zahlen geschrieben und könnten nicht Glauben machen, dass sich dies in naher Zukunft ändern werde, so ist aus dem Umfeld der First Stop zu hören; man sehe auf Dauer dort kein rentables Geschäft mehr.

Insgesamt spricht man intern von fünf Faktoren, die die Zukunftsfähigkeit der betroffenen Standorte negativ beeinflussen und die sie somit in jedem Fall aus der Gruppe der First-Stop-eigenen Betriebe herauslösen werden: Neben der Wirtschaftlichkeit des Standortes sind dies die allgemeine Kostenstruktur (Personalkosten, Mieten, etc.), der Standort selber, dessen Entwicklungspotenzial sowie die strategische Bedeutung des Standortes. First Stop hat an einigen Standorten in Deutschland eben „strukturelle Probleme“, heißt es weiter aus dem First-Stop-Umfeld, folglich müsse nun der Restrukturierungsprozess anstoßen werden.

Wie in vielen anderen industrienahen Reifenhandelsorganisationen werden auch bei Bridgestone die Vorteile unabhängiger Partner gegenüber eigenen Betrieben anerkannt. Es sei stets die bessere Lösung, an einem bestehenden oder einem neuen Standort mit einem Unternehmer als First-Stop-Franchisepartner zusammenzuarbeiten; die Industrie als Reifenhändler sei immer nur die zweitbeste, wenn auch eine wichtige Alternative, bescheinigte First-Stop-Deutschland-Geschäftsführer Dr. Urban Uttenweiler zuletzt im Dezember 2012 im Gespräch mit dieser Zeitschrift. Nur wenn ein solcher Partner nicht gefunden werden könne, investiere First Stop bzw. der Bridgestone-Konzern selbst in einen neuen Betrieb. Dass First Stop grundsätzlich über eigene Filialen verfügen müsse, dazu bekannte sich auch der Geschäftsführer schon damals. Es sei überaus wichtig, um direkt und ungefiltert zu erfahren, was den Endverbraucher umtreibt, um das Angebot kontinuierlich zu verbessern und um gewisse Angebote für die Franchisepartner selbst zu testen. Auch in Zukunft werde das Unternehmen Filialen kaufen, wenn sich „eine günstige Gelegenheit“ ergebe, hieß es dazu; man bekenne sich zu diesem Vertriebskanal.

Ob dies bedeutet, dass es aktuell keine Pläne gibt, die dann verbleibenden 43 First-Stop-eigenen Betriebe ebenfalls im Rahmen eines Restrukturierungsprozesses in die Unabhängigkeit zu entlassen oder gar zu schließen, ist ebenfalls derzeit noch unklar.

Parallel zu den Gesprächen über mögliche Nachfolgelösungen der „bis zu 21 Filialen im Fokus“ spreche man derzeit mit dem First-Stop-Betriebsrat und versuche einen Sozialplan für den schlimmsten Fall zu erarbeiten. Dieser könnte binnen sechs bis acht Wochen stehen, heißt es dazu weiter. Erst wenn dies beides abgeschlossen ist, wolle man mitteilen, welchen Standort genau welche Zukunft erwartet. Außerdem müsse man jetzt in Kontakt mit möglichen Käufern der betroffenen Betriebe treten.

Die in der Schweiz ansässigen sechs First-Stop-eigenen Betriebe seien von etwaigen Plänen im Übrigen nicht betroffen, so ist zu erfahren. Der Restrukturierungsprozess sei ein rein deutscher Prozess. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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  1. […] 21 First Stop vestigingen in Duitsland zullen eind dit jaar waarschijnlijk worden verkocht of gesloten. Dit schrijft Neue Reifenzeitung. […]

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