Weckruf für den Reifenfachhandel: Raus aus dem „Stand-by-Modus“

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Im Rückblick auf 2012 hat Peter Hülzer, geschäftsführender Vorsitzender des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV), bei einer Tagung unlängst einmal mehr von einem Opens external link in new window„grottenschlechten Jahr“ für den deutschen Reifenfachhandel gesprochen. Auch von „sehr, sehr Opens external link in new windowschwierigen ersten Monaten 2013“ berichtete er angesichts einer bisher teils deutlich hinter dem Vorjahreszeitraum zurückgebliebenen Absatzentwicklung im Reifenersatzgeschäft. Stagnierende bzw. rückläufige Märkte ziehen in der Regel dann aber vor allem eines nach sich: einen stärkeren „Kampf“ jedes Einzelnen um ein möglichst großes Stück vom „Kuchen“.

Und bei dem sei der Reifenfachhandel in jüngerer Vergangenheit – wie Hülzer es formuliert – verstärkt „unter die Räder“ gekommen bzw. habe zugunsten konkurrierender Vertriebskanäle wie dem B2C-Onlinegeschäft, vor allem aber Autohäusern/Kfz-Werkstätten mehr und mehr an Boden verloren. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, hat der BRV Anfang dieses Jahres den Arbeitskreis „Reifenfachhandel 2020“ gegründet mit dem Ziel, einerseits die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen bzw. die Stärken und Schwächen der Wettbewerber des Reifenfachhandels zu analysieren sowie ihm andererseits konkrete Handlungsempfehlungen zu geben, damit er sich besser im Markt behaupten kann.

Die so entstandene Studie wird zwar erst im Rahmen der BRV-Mitgliederversammlung kommenden Freitag in Konstanz in Gänze veröffentlicht, aber Peter Hülzer hat auf besagter Tagung vorab schon einmal ein paar Teilergebnisse durchblicken lassen. Stark verkürzt – mehr dazu wird dann in der Juli-Ausgabe der NEUE REIFENZEITUNG zu lesen sein – lässt sich das Ganze in etwa so zusammenfassen: Einfacher wird es nicht, und wenn der Reifenfachhandel seine lange Zeit führende Position im deutschen Pkw-Reifenersatzmarkt wieder zurückerobern will, dann wird er sich schon ein wenig anstrengen müssen.

Derartige Beschwörungsformeln hat man zwar schon des Öfteren gehört und sind deswegen beileibe nichts Neues. Allein die Nachdrücklichkeit, mit der das Ganze jetzt vorgetragen wird, lässt erahnen, wie angespannt die Situation im Handel tatsächlich zu sein scheint oder zumindest wie ernst es für ihn noch werden könnte. Dabei sagt der geschäftsführende BRV-Vorsitzende zwar selbst, die Branche habe weniger ein Erkenntnisproblem als vielmehr ein Umsetzungsproblem. Oder in anderen Worten: Eigentlich sollte jeder Reifenfachhändler wissen, dass er sich bewegen bzw. auf sich ändernde Marktbedingungen – seien sie beeinflusst durch die Nachfrageseite oder aufgrund technischer Herausforderungen wie beispielsweise die Pflicht zu Reifendruckkontrollsystemen oder die vergleichsweise anspruchsvolle (De-)Montage von UHP-/Runflat-Reifen – einstellen muss.

Doch offenbar hapert es genau daran bzw. setzen nur die wenigsten dies dann auch tatsächlich in irgendeiner Form in die Praxis um. Hülzer spricht in diesem Zusammenhang von einer Art „Stand-by-Modus“, in dem der Reifenfachhandel schon seit Längerem verharre. Die diesjährige BRV-Mitgliederversammlung bzw. die Vorstellung der Studie „Reifenfachhandel 2020“ soll da als so etwas wie ein Weckruf fungieren. Denn ohne Entfaltung einer gewissen Dynamik aufseiten des Reifenfachhandels könne aus den sprichwörtlichen „fünf vor zwölf“ ganz schnell „fünf nach zwölf“ werden, heißt es. Sprich: Es besteht die Gefahr, dass der Handel noch mehr an Gewicht als bislang schon im deutschen Reifenersatzgeschäft verliert. Aber das kann ja wohl niemand wirklich wollen, oder? christian.marx@reifenpresse.de

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