Die Zeit tickt: Wer liefert in Zukunft die Reifen für die Formel 1?

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Wer liefert in Zukunft die Reifen für die Formel 1? Seit Langem ist bekannt, dass Ausrüster Pirelli eigentlich gerne für weitere Jahre über das Ende der aktuellen Saison hinaus den Teams als Einheitsreifenlieferant dienen möchte. Doch das Hin und Her um die vermeintlich geheimen Reifentests mit Mercedes und die Haltbarkeit der Pirelli-Reifen in den Formel-1-Rennen sowie die angebliche Hinhaltetaktik der Formel-1-Verantwortlichen gegenüber dem italienischen Reifenhersteller nährt in der Fachpresse Gerüchte, wonach auch das Ausscheiden von Pirelli immer mehr als denkbar erscheint. Denn für einen Verbleib in der Formel 1 wird die Zeit langsam knapp, denn bereits binnen zwölf Wochen müsste Pirelli – oder welcher Hersteller auch immer – erste Daten über die neuen Reifen für 2014 bereitstellen. Das Problem dabei: „Die Veränderungen [am Fahrzeug] sind so groß, dass man fast von einem weißen Blatt Papier aus startet“, kommentierte Pirellis Motorsportdirektor Paul Hembery die Situation. Wenigsten über Streckendaten könne Pirelli verfügen, was Hembery zufolge aber nur ein bedingter Vorteil gegenüber etwaigen Wettbewerbern darstelle; letzten Endes starteten alle bei Null. Auch müsse Pirelli nicht unbedingt Exklusivlieferant bleiben; die Entscheidung, ob nun ein Einheitsreifen gefahren werde oder eben nicht, müssten die Formel-1-Verantwortlichen treffen, woraufhin Pirelli dann „eine Evaluation machen“ könne, so Hembery weiter, ob man weiterhin in der Formel 1 bleiben möchte. Doch während sich Ex-Lieferant Michelin – war bis 2006 engagiert – weiter vage einen Einstieg vorstellen kann, haben die Verantwortlichen bei Hankook zu dem Thema bereits ganz konkrete Vorstellungen.

Auch wenn man sich Berichten aus Spanien zufolge bereits „mehrfach“ mit Bernie Ecclestone getroffen habe, um Pirelli zu ersetzen, redet Hankook-Chefingenieur Michael Eckert jetzt Klartext: „Für 2014 ist es komplett unmöglich, nicht nur aufgrund der fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten. Selbst wenn Hankook drei, vier oder fünf Jahre Anlauf nehmen würde, würden die fehlenden Testmöglichkeiten es unmöglich machen. Selbst wenn wir in diesem Jahr die ersten Reifentests machen würden, würde es drei Jahre dauern, bis man sichere und leistungsfähige F1-Reifen hat“, so Eckert weiter. „Wir sind nicht bereit, 2014 in die Formel 1 einzusteigen, das ist kein kurzfristiges Ziel. Aber wir werden das weiter beobachten.“

Was aber passiert, sollte Pirelli nun die Lust verlassen, auch weiterhin den Einheitsreifen für die Formel 1 zu bauen, während gleichzeitig Hankook abwinkt und sich Michelins Ziele diesbezüglich noch völlig im Ungefähren bewegen, kann nicht abgeschätzt werden. Dies sei ein „Horrorszenario für die F1“, heißt es dazu in der deutschen Fachpresse. ab

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