Quick Reifendiscount rechnet mit weiterem Wachstum

Auch wenn der Reifenhandel in Deutschland immer noch stark von serviceorientierten Unternehmen bestimmt ist, hat in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten vor allem der Anteil der Discounter im Land deutlich zugenommen. Es sind insbesondere die sogenannten Preiskäufer, auf die es die Reifendiscounter abgesehen haben – und deren Anteil unter den deutschen Autofahrern nimmt offenbar stetig zu. Quick Reifendiscount gehört zu den Vorreitern dieses jungen Geschäftsmodells und macht seinen Franchisenehmern bzw. Investoren wie auch den Endverbrauchern simple Versprechungen, die dort offenbar verfangen. In über 16 Jahren ist das Reifen-Discount-Franchisekonzept sowie dann auch das Investorenmodell am Start, so dass die Verantwortlichen in der Kölner Systemzentrale heute 55 Outlets in Deutschland zählen – Tendenz steigend.

Die Verkaufsräume bei Quick sind hochgradig standardisiert und gelten als modern und zweckmäßig und spiegeln das Konzept wider

Wer Discounter hört, denkt vielleicht immer noch zuallererst an die sprichwörtliche ‚Hinterhofbude’. Doch genau wie sich mittlerweile im Lebensmitteleinzelhandel die Betriebsform des Discounters fest etabliert und den Nimbus des irgendwie Schmuddeligen abgelegt hat, haben die Outlets von Quick Reifendiscount rein gar nichts mit dem zu tun, was ein service- und qualitätsorientierter Endverbraucher und Fachhandelskunde womöglich hinter dem Konzeptnamen vermuten könnte – im Gegenteil. Bei Quick Reifendiscount sei „alles auf das Wesentliche konzentriert“, sagt Peter Wegener. Der Leiter Quick in der GDHS-Zentrale in Köln sieht darin aber eben kein Manko, sondern den großen Vorteil seiner Organisation. Unter dem Motto „billig, gut, schnell!“ biete Quick Reifendiscount den Endverbrauchern eben „günstige Preise, eine hohe Qualität der Produkte und Schnelligkeit in den Abläufen“. Dabei versucht man gar nicht erst, von allem etwas anzubieten, sondern konzentriere sich ganz bewusst auf die Kernkompetenzen Reifen, Felgen, die Radmontage und Achsvermessung. Wer im Quick Reifendiscount nach Autoservice fragt, muss sich indes einen anderen Anbieter suchen. Dies nennt man bei Quick „professionelle Einfachheit“.

Und dass der Endverbraucher dies honoriere, könne am Wachstum des Quick-Reifendiscount-Konzeptes in den vergangenen Jahren abgelesen werden, so Peter Wegener im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Die Zielgruppe der Preiskäufer bzw. preisbewussten Käufer biete ein bereits großes Kundenpotenzial; bis 2015, so sagt der Leiter Quick, sei schon jeder zweite Autofahrer dieser Gruppe zuzurechnen. Aber Wegener untermauert dies auch mit aktuellen Ergebnissen der Wettbewerbsstudie „ServiceAtlas Reifen- und Kfz-Service 2011“, die Ende des vergangenen Jahres von der ServiceValue GmbH veröffentlicht wurde. Bei 30 abgefragten Kriterien zum sogenannten Serviceprofil schnitt Quick 29 Mal besser ab als der Durchschnitt, worauf man in Köln durchaus stolz ist; lediglich beim Kriterium „räumliche Nähe/Erreichbarkeit“ schnitt das auf Ballungszentren ausgelegte Handelskonzept schlechter ab. Beim „Preis-Leistungs-Verhältnis“ wiederum erreichte Quick den Bestwert unter den getesteten Anbietern.

Aber auch bei Franchisenehmern und bei Investoren habe Quick Reifendiscount mit seinen Versprechungen offensichtlich Gehör gefunden in den vergangenen Jahren. Seitdem 1995 der erste Quick-Betrieb eröffnet wurde, ist das Netzwerk insgesamt auf 55 Outlets angewachsen; insbesondere in den vergangenen Jahren habe jede Neueröffnung an bisher nicht durch Reifenhändler bedienten Standorten stattgefunden. Quick Reifendiscount scheue demnach in bestehenden Märkten nicht den Wettbewerb, so Wegener weiter. Doch das Selbstbewusstsein geht noch weiter: Insbesondere durch „einen um mindestens 30 Prozent niedrigeren Kostenapparat als bei herkömmlichen Reifenfachhandelsbetrieben“ könnten Quick-Reifendiscount-Outlets bereits nach drei Jahren „eine durchschnittliche Umsatzrendite von fünf bis acht Prozent erwarten“; die Gewinnschwelle erreichten die Betriebe in der Regel nach zwei bis drei Jahren. Und für Unternehmer, die sich nicht als Franchisenehmer selber um weite Teile des operativen Geschäftes kümmern wollen, sondern nach einer profitablen Investmentmöglichkeit suchen, biete das sogenannte Investorenmodell während der ersten drei Jahre nach Eröffnung eines neuen Quick-Betriebs eine „Ergebnisgarantie“ – die Quick-Zentrale übernimmt folglich in dieser Zeit das unternehmerische Risiko vollkommen. Bei den umfangreichen Planungen verrechnet hätte man sich bisher nur sehr, sehr selten, so Wegener.

Heute gehören 20 der insgesamt 55 Betriebe sogenannten Investoren, deren Betriebe dann von Quick-Betriebsleitern geführt werden. Wenn die Verantwortlichen in Köln einen neuen möglichen Quick-Standort im Auge haben, ziehe man die Zusammenarbeit mit Franchisenehmern vor, da unternehmergeführte Betriebe in der Regel erfolgreicher betrieben werden als solche, die von einem ‚abhängig Beschäftigten’ geführt werden, auch wenn dieser mit einer 20-prozentigen Gewinnbeteiligung rechnen darf. Franchiseinteressenten, die einen Standort suchten, gebe es einige. Daher erwartet Wegener auch, dass im laufenden Jahr fünf neue Quick-Outlets gegründet werden; bis 2015 soll das Netzwerk dann auf immerhin 70 Outlets anwachsen.

Während der Franchisenehmer bzw. Investor die Kosten für die Anfangsinvestitionen in den neuen Betrieb alleine schultern muss – in der Quick-Zentrale rechnet man mit rund 150.000 Euro „schlüsselfertig“ –, sei das Lager des Betriebs fremdfinanziert. Insbesondere die hohe Umschlagshäufigkeit, die laut Wegener zwei bis drei Mal höher sei als die eines herkömmlichen Reifenfachhandelsbetriebes und durch das Goodyear-eigene Bestandsmanagementsystem VMI („Vendor Managed Inventory“) als Standard gesteuert werde, bringe einen kräftigen Finanzierungsvorteil mit sich, mit dem selbst die deutlich höheren Aufwendungen für Werbung – bis zu zehn Prozent vom Umsatz in der Start-up-Phase eines neuen Outlets – decken können. Faktisch läge der Konzernanteil an den Reifen, die über die Quick-Betriebe vermarktet werden, bei 75 bis 80 Prozent, gesteuert „über Anreizsysteme“, so Wegener weiter.

Während andere Reifendiscounter am Markt Quick-Analysen zufolge auf einen Anteil an Budgetreifen am Gesamtabsatz an Reifen auf etwa zwei Drittel kommen, liege dieser bei Quick bei einem Drittel. Bei Quick setze man eben auf das Konzept „Markenreifen zu günstigen Preisen“, was den Interessen der Zielgruppe entspreche. Jeder dritte beim „Markendiscounter Quick“ vermarktete Reifen sei ein Premiumreifen, wobei man sich nicht scheut, in Prospekten die Logos von Continental und Michelin noch vor dem von Goodyear abzubilden. Die Abverkaufspreise wiederum seien lokal angepasst und werden demnächst in allen Show-Rooms dem Endverbraucher über ein elektronisches Preisauszeichnungssystem mitgeteilt. arno.borchers@reifenpresse.de

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