Geschäftsverlauf 2011 wird vom BRV als „relativ gut“ bezeichnet

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„Wenngleich sich unsere Erwartungen angesichts des ausbleibenden Winterwetters Opens external link in new windownicht ganz erfüllt haben, so kann der Geschäftsverlauf des Jahres 2011 als relativ gut bezeichnet werden“, zieht der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) ein erstes positives Fazit mit Blick auf das ausklingende Jahr. „Wer hätte noch vor zehn Jahren gedacht, dass wir in Deutschland in einem jedenfalls bis Mitte Dezember eher schneefreien Winter eine Umrüstquote bei M+S-Reifen von ca. 90 Prozent erreichen werden? Wer hätte geglaubt, dass das sicherheitsrelevante Autoteil Reifen je sein Schattendasein als Low-interest-Produkt aufgeben und mindestens zweimal im Jahr verstärkt in das Bewusstsein des Automobilisten rücken wird?“, begründet der Branchenverband seine Sicht der Dinge. Gleichwohl geht man beim BRV davon aus, dass im deutschen Ersatzgeschäft 2011 mit knapp 24,6 Millionen Einheiten 1,3 Prozent weniger Pkw-Sommerreifen abgesetzt wurden. Bei den Pkw-Winterreifen wird sogar von einem Minus in Höhe von 5,2 Prozent auf etwa knapp 26,0 Millionen Einheiten ausgegangen. Ingesamt ergäbe sich so ein um rund 1,8 Millionen Stück bzw. 3,3 Prozent rückläufiger Pkw-Reifenabsatz in Deutschland. Mit gesicherten Marktdaten werde aber wohl erst im Februar zu rechnen sein, fügt der BRV dieser ersten vorläufige Bilanz hinzu.

„Dies ist nach unserer Einschätzung, nachdem wir 2010 mit der Einführung der ‚situativen Winterreifenpflicht’ sowie einem Januar und Februar 2010 mit recht winterlichen Straßenverhältnissen ein Ausnahmejahr zu verzeichnen hatten, ein Wert, der für die Branche verkraftbar scheint“, ist man beim BRV überzeugt. Zumal ihm Informationen vorliegen, nach denen es – resultierend vor allem aus der Weitergabe der Preiserhöhungen der Industrie an den Verbraucher sowie einer Optimierung des Produktmixes – zu deutlichen Umsatzsteigerungen und moderaten Ertragsverbesserungen im Handel gekommen sein soll. Nichtsdestotrotz wäre es nach Meinung des Verbandes ohne Frage besser für den Verlauf des Winterreifengeschäftes gewesen, wenn Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer „nicht konsequent die Entschließung des Bundesrates nach Präzisierung der Winterreifenpflicht ignoriert und die Erhöhung der Mindestprofiltiefe auf vier Millimeter bei Winterreifen Opens external link in new windowrechtzeitig verfügt hätte“. Dies hätte der Branche nach Schätzungen des BRV ein zusätzliches Absatzpotenzial von rund 2,5 Millionen M+S-Reifen beschert. Vor diesem Hintergrund wird einmal mehr bekräftigt, im Hinblick auf die M+S-Saison 2012/2013 die diesbezüglichen Aktivitäten des Ministeriums sehr aufmerksam verfolgen und insbesondere auch aus Gründen einer verbesserten Verkehrssicherheit des Verbrauchers die Opens external link in new windowVier-Millimeter-Thematik zum Schwerpunkt der BRV-Lobbyarbeit im kommenden Jahr machen zu wollen.

Nicht nur deshalb tut man sich vergleichsweise schwer, was den Ausblick auf 2012 betrifft. Denn auch die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt sei angesichts der Eurokrise nur schwer vorhersehbar. „Ob es die Politik schafft, durch überzeugende Maßnahmen zur dringend erforderlichen finanzpolitischen Solidität zurückzufinden, ist derzeit nicht vorhersehbar“, heißt es vonseiten des Verbandes, der in diesem Zusammenhang auf Prognosen der OECD verweist, wo für Deutschland von einem wirtschaftlichen Wachstum in Höhe von 0,6 Prozent ausgegangen wird. Bezogen auf das Reifenersatzgeschäft rechnet man aufseiten des BRV mit einem 2012er Absatzvolumen von 50,7 Millionen Pkw-Reifen: 24,6 Millionen Sommer- und – bei Nichteinführung der Mindestprofiltiefe von vier Millimetern im nächsten Jahr – 26,0 Millionen M+S-Reifen. Ein Plus von 2,3 Prozent auf gut 3,9 Millionen Stück wird bei Llkw-Reifen gesehen sowie ein Stückzahlvolumen von 3,1 Millionen bei Lkw-Reifen, was einem Zuwachs um zwei Prozent entspräche. „Wobei dieser Wert bei Eintritt einer konjunkturellen Delle eher eine gewisse Skepsis hervorruft“, schränkt der BRV ein. „Da Stückzahlen aber nicht alles sind und gute Umsätze und Erträge unsere betriebswirtschaftliche Existenz sichern, müssen wir 2012 alles daran setzen, dass das Produkt- und insbesondere das Dienstleistungspreisniveau weiterhin steigende Tendenz aufweist“, wird dem Reifenfachhandel im Vorfeld des Jahreswechsels ins Gebetbuch geschrieben. Zumal sich angesichts einer 2012 möglicherweise höheren Warenverfügbarkeit und eines über dem Vorjahresniveau liegenden Lagerbestandsaufbaus „ein Margenproblem entwickeln“ könne, dem rechtzeitig durch umsichtiges Agieren begegnet werden müsse. cm

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