Für 2011 erwartet Lanxess hohen EBITDA-Zuwachs

Die Lanxess AG erwartet, dass 2011 ihr EBITDA vor Sondereinflüssen erstmals die Schwelle von einer Milliarde Euro übertreffen wird. Basis für diese Prognose ist das bisher beste Ergebnis, das der Konzern jemals in den ersten drei Monaten eines Geschäftsjahres erzielt hat. Wie der Spezialchemiekonzern meldet, ist das EBITDA vor Sondereinflüssen im ersten Quartal verglichen mit demselben Zeitraum 2010 um 38 Prozent auf 322 Millionen Euro gestiegen, wobei zweistellige Zuwachsraten aus allen Segmenten und Regionen berichtet werden. Der von Januar bis März erzielte Konzernumsatz konnte demnach um 29 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zulegen, wobei zu diesem Wachstum neben größeren Absatzvolumina auch Preissteigerungen beigetragen haben sollen, mit denen höhere Kosten für Rohmaterialien wie insbesondere für Butadien, Cyclohexan und Benzol in den Markt weitergegeben wurden. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen verbesserte sich auf 15,5 Prozent von 14,4 Prozent ein Jahr zuvor. Der Konzerngewinn stieg um 60 Prozent auf 166 Millionen Euro. „Der Gewinnsprung zeigt klar, dass sich unsere ehrgeizige Wachstumsstrategie bewährt”, meint der Lanxess-Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann angesichts dessen. „Dank unseres Portfolios aus Premiumprodukten und der konsequenten Ausrichtung auf globale Megatrends wie Mobilität und Landwirtschaft haben wir das Marktwachstum abermals übertroffen”, ergänzt er.

Bei all dem habe sich die Region EMEA (Europa ohne Deutschland, Naher Osten und Afrika) abermals als umsatzstärkste Region erwiesen und 31 Prozent des gesamten Quartalsumsatzes beigesteuert. Mit einem Umsatzanstieg um 33 Prozent auf 642 Millionen Euro verzeichnete diese Region nach Unternehmensangaben darüber hinaus das stärkste Wachstum aller Regionen. Russland, Ungarn, Polen und die Türkei erzielten die stärksten Zuwachsraten. Der Umsatz im Heimatmarkt Deutschland stieg um 29 Prozent auf 398 Millionen Euro – das sind 19 Prozent des Konzernumsatzes. In der Region Nordamerika konnte der Umsatz um 31 Prozent auf 328 Millionen Euro zulegen und steht damit nun für 16 Prozent des Konzernumsatzes. Die Region Lateinamerika steigerte die Umsätze um 25 Prozent auf 244 Millionen Euro (entsprechend zwölf Prozent des Gesamtumsatzes), wobei dies vor allem auf eine „gute Position von Lanxess in Brasilien“ zurückgeführt wird. Der Umsatz in Asien-Pazifik stieg um 23 Prozent auf 461 Millionen Euro und erreichte damit einen Anteil von 22 Prozent am gesamten Konzernumsatz. Aus den Ländern China, Indien und Südkorea wird dabei das größte relative Umsatzwachstum dieser Region berichtet. In den sogenannten BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika kletterten die Lanxess-Umsätze um 25 Prozent auf 458 Millionen Euro zu, was einem 22-prozentigen Anteil am Konzernumsatz entspricht.

Bezogen auf die einzelnen Geschäftsbereiche konnte vor allem das Segment Performance Polymers im ersten Quartal kräftig zulegen: beim Umsatz um 35 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro und bezüglich des EBITDA vor Sondereinflüssen um sogar 52 Prozent auf 199 Millionen Euro. „Sämtliche Geschäfte profitierten von starker Nachfrage in ihren Kundenindustrien und konnten steigende Rohmaterialkosten in den Markt weitergeben. Die Business Units Butyl Rubber und Perfomance Butadiene Rubbers profitierten von ihrer engen Verbindung mit der boomenden Reifenindustrie, während die Geschäftsbereiche Semi-Crystalline Products and Technical Rubber Products starke Ergebnisse im Automobilsektor erzielten“, so Lanxess. Um die hohe Nachfrage nach Kunststoffen von Lanxess zu befriedigen, hat das Unternehmen jüngst eine Reihe von Projekten für weiteres organisches Wachstum auf den Weg gebracht. Dazu gehört auch der Bau neuer Fabriken in Indien und den USA. Der Quartalsumsatz im Segment Advanced Intermediates soll um 22 Prozent auf 416 Millionen Euro und das EBITDA vor Sondereinflüssen um 32 Prozent auf 75 Millionen Euro gewachsen sein. Sowohl Basic Chemicals als auch Saltigo hätten unter anderem von der Erholung der Kundenunternehmen in der Agrochemie sowie von der steigenden Nachfrage in der Bauindustrie sowie in der Farben- und Lackindustrie profitiert, heißt es. Im Segment Performance Chemicals stieg der Umsatz demnach um 22 Prozent auf 556 Millionen Euro und das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 15 Prozent auf 90 Millionen Euro. Rhein Chemie sei dabei die starke Nachfrage aus der Automobilindustrie und der Integration der zu Jahresbeginn übernommenen lateinamerikanischen Darmex-Gruppe zugutegekommen.

„Der Auftakt des zweiten Quartals verläuft sehr erfreulich. Für das Gesamtjahr erwarten wir bei verbessertem Umsatz gegenüber 2010 eine Steigerung des EBITDA vor Sondereinflüssen um zehn bis 15 Prozent. Damit überschreiten wir erstmals die Schwelle von einer Milliarde Euro“, gibt sich Heitmann mit Blick auf den Rest des Geschäftsjahres optimistisch. Dieser Ausblick beinhalte die Umsatzbeiträge in Höhe von rund 350 Millionen Euro aus dem von Syngenta übernommenen Materialschutzgeschäft und aus dem EPDM-Kautschukgeschäft von DSM, das zum 1. Mai übernommen wurde. „Unsere zweigleisige Strategie organischen und externen Wachstums werden wir konsequent weiterverfolgen. Wir haben gezeigt, dass wir neu erworbene Unternehmen sehr gut integrieren können. Daher werden wir auch rasch positive Beiträge unserer jüngsten Akquisition von DSM Elastomers sehen“, so der Lanxess-Vorstandsvorsitzende. Aus heutiger Sicht erwartet der Konzern nur einen geringen Einfluss aus der Umweltkatastrophe in Japan für den weiteren Jahresverlauf. Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung werden vielmehr in einem beschleunigten Kursrückgang des US-Dollar, geopolitischen Unruhen und dem weiterhin hohen Niveau der Staatsverschuldung in vielen Ländern gesehen. Und vor dem Hintergrund steigender Kosten für Rohstoffe und Energie will man auch an der eigenen „Preis-vor-Menge-Strategie“ festhalten. „Angesichts des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds bleiben wir für den weiteren Jahresverlauf optimistisch. Wir sind auf sehr gutem Weg, unser Ziel von 1,4 Milliarden Euro EBITDA vor Sondereinflüssen im Jahr 2015 zu erreichen“, glaubt Heitmann. cm

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