“Flow-Forging-Räder” von BBS für den M3 sparen ca. 15 Kilogramm

Die jüngste Applikation der BBS-Leichtbaureihe FI reduziere beim M3 das Radgewicht an der Hinterachse um jeweils 2,4 Kilogramm und an der Vorderachse zweimal um 2,5 Kilogramm, schreibt BBS in einer Presseaussendung. Das so eingesparte Gewicht von knapp zehn Kilogramm wird mit dem Massenträgheitsfaktor von 1,5 bis 1,7 multipliziert. Ca. 15 Kilogramm weniger Massenträgheit bedeuten erhebliche Vorteile von Fahrdynamik, Komfort und Verbrauch. Rotierende Massen fallen im Fahrzeugleichtbau nämlich deutlich stärker ins Gewicht. Dies gilt beispielsweise auch für Getriebeteile oder Nockenwellen, aber ganz besonders eben für die Felgen. Man spricht auch von einer Reduzierung der Radträgheit. Dies führt zu besseren Beschleunigungswerten.

Der physikalische Zusammenhang ist auch als Pirouetteneffekt bekannt: Legt ein Tänzer in der Drehbewegung die Arme an den Körper, verringern sich die außen rotierenden Massen. Die Drehung beschleunigt sich. Eine Reduzierung der rotierenden Massen verschiebt auch den Grenzbereich bei Kurvenfahrten und ermöglicht somit höhere Kurvengeschwindigkeiten. Physikalische Ursache: weniger Kreiseleffekt bzw. Kreiselpräzession. Die Präzession ist ein Phänomen der rotierenden Massen, das Motorradfahrer sehr gut kennen. Im Automobilbereich wird es bisher nur im Rennsport gebührend gewürdigt.

Höhere Lenkgenauigkeit

Der entscheidende Moment für die Ideallinie in der Kurve ist das Einlenken in die Kurve. Motorradfahrer bewegen den Lenker etwas nach links, wenn sie in eine Rechtskurve wollen. Das rotierende Rad neigt sich nämlich immer entgegengesetzt dem Lenkeinfluss. So legt sich das Motorrad wie von selbst nach rechts in die Kurve. Bei der Radaufhängung am Auto gilt das prinzipiell genau so.

Auch dort wirkt die Präzession an den Rädern der Vorderachse dem Lenkeinschlag erst einmal entgegen. Man spricht vom korrigierenden Drehmoment. Es setzt sich aus dem Produkt von Trägheitsmoment und Winkelbeschleunigung zusammen. Daher hängt auch der Präzessionseffekt vom Radius der rotierenden Massen ab. Derselbe Zusammenhang lässt sich über den Drall der Räder herleiten. Er berechnet sich als Produkt von Massenträgheitsmoment und Winkelgeschwindigkeit.

Auch der Drall wächst folglich proportional zum Massenträgheitsmoment. Je geringer der Drall, desto besser die Lenkwilligkeit. Je mehr außen rotierende Masse, desto mehr Schwungmoment. Daher haben Schwungräder auch möglichst viel Masse möglichst weit außen. Umgekehrt verbessern sich die Bremswerte, wenn die außen rotierende Masse reduziert wird. Die Standzeiten der Bremsen erhöhen sich.

Steigerung des Fahrkomforts

„Die ungefederten Massen sind vor allem auch für den Fahrkomfort entscheidend. Hier geht es um die möglichst niedrige Vertikalbeschleunigung des Rades“, erklärt BBS-Geschäftsführer Norbert Zumblick. Je geringer die ungefederten Massen, desto besser der Fahrbahnkontakt, die Genauigkeit der Lenkung und das Eigenlenkverhalten. Leichte Räder verbessern die Rückmeldung von Fahrbahn und Lenkung. Auch die Abnutzung der Radaufhängung und der Stoßdämpfer fällt geringer aus. Grund: die niedrigeren Feder- und Stoßdämpferraten. Entsprechend reduziert sich auch das Schwingungsverhalten zwischen gefederten und ungefederten Massen. Das Fahrverhalten wird deutlich ruhiger. Oder anders ausgedrückt: Je geringer die ungefederten Massen, desto straffer kann die Federung sein, ohne unbequem zu werden.

Weniger Verbrauch

Entsprechend groß sind die Vorteile bei Fahrleistung, Kraftstoffverbrauch, CO2-Ausstoß und Reichweite. So gesehen fällt das Umrüsten auf die BBS FI-Räder letztendlich auch unter das „Öko-Tuning“. 15 Kilogramm weniger Massenträgheit bedeuten immerhin etwa 1,2 g/km weniger CO2-Ausstoß. Ganz vorsichtig gerechnet. „Die einzelnen dynamischen Vorteile sind vielleicht nicht immer so messbar wie die CO2-Emissionen, aber auf jeden Fall ist in der Summe spürbar, dass diese Räder mit Leidenschaft gebaut sind“, erläutert Zumblick. „Der engagierte Fahrer merkt den Unterschied sofort.“

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