Neuer Nd-BR-Typ von Lanxess für sparsame Reifen

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess AG ergänzt seine Palette an hochelastischen Neodym-Polybutadien-Kautschuken (Nd-BR) um eine besonders hochviskose Variante: Buna CB 21. Das Produkt mit einer Mooney-Viskosität von 73 MU, wie sie bei kommerziell erhältlichen Typen dieser Kautschukfamilie bislang unerreicht ist, zeichne sich, so das Unternehmen, durch eine hervorragende Rückprallelastizität und einen besonders geringen Heat-Buildup aus. Damit ist Buna CB 21 prädestiniert, den Rollwiderstand von Automobilreifen zu senken – eine Schlüsseleigenschaft, die gerade im Hinblick auf das vom EU-Parlament bereits beschlossene Effizienz-Labelling bei Reifen von großer Bedeutung ist.

„Mit Buna CB 21 kommen wir dem dringenden Wunsch vieler unserer Kunden nach, einen Synthesekautschuk mit einer besonders guten Rückprallelastizität anzubieten“, sagt Dr. Thomas Groß, Kautschukexperte bei der Business Unit Performance Butadiene Rubbers bei Lanxess. „Nach dem positiven Feedback der Bemusterung unseres Versuchsproduktes nehmen wir den Kautschuk nun auch ‚offiziell’ in unser Programm auf. Ganz besonders freut uns, dass dies zeitlich mit dem 100-jährigen Jubiläum des Synthesekautschuks zusammentrifft, und natürlich hoffen wir, dass Buna CB 21 ein Jahrhunderterfolg wird."

Die Rückprallelastizität (Rebound) eines Kautschuks – eng verbunden mit dem so genannten Heat-Buildup unter Belastung – ist für dynamisch beanspruchte Gummiartikel von entscheidender Bedeutung: Sie ist ein Indiz dafür, wie ökonomisch ein Elastomer mit Energie bei der Verformung umgeht. Eine hohe Rückprallelastizität zeigt, dass ein Kautschuk einen großen Teil der eingeleiteten mechanischen Energie weiter bzw. nach der Belastung wieder frei gibt, ohne sie in Wärme umzuwandeln und damit ungenutzt zu verschwenden. Ideal für hohe Rebound-Werte sind möglichst lange Kautschukmoleküle von einheitlicher Länge bzw. einheitlichem Molekulargewicht. Damit eignet sich ein solcher Werkstoff dazu, den Rollwiderstand von Reifen – im Wesentlichen also den Anteil der Antriebsenergie, der durch die unvermeidliche Verformung beim Abrollen in Wärme umgewandelt wird – gegenüber mit Silica gefüllten Produkten noch einmal deutlich zu senken.

„Dank unserer fortschrittlichen Fertigungstechnologie sind unsere Nd-BR-Elastomere durch eine besonders enge Molekulargewichtsverteilung charakterisiert. Sie enthalten daher vergleichsweise geringe Anteile weichmachender leichter und viskositätssteigernder schwerer Moleküle“, so Thomas Groß. „Wir müssen gute Rebound-Werte also nicht durch zu hohe Lösungsviskositäten erkaufen. Das versetzt uns in die Lage, mit Buna CB 21 ein Neodym-Polybutadien auf den Markt zu bringen, das hervorragende, bislang kaum erreichbare Rückprallelastizitäten sowie einen ausgesprochen geringen Heat-Buildup aufweist.“

Das neue Elastomer wird für den weltweiten Markt zunächst am Standort Dormagen produziert. Weitere Lanxess-Produktionsstätten wie Port Jérôme (Frankreich) oder Orange (USA) sind technisch ebenso in der Lage, das Produkt herzustellen und können bei Bedarf herangezogen werden.

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