Produktionsverlagerung/Stellenabbau bei Gumasol

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Bei der Gumasol-Werke Dr. Mayer GmbH & Co. KG ist offenbar geplant, einen Teil der Produktion am Standort Germersheim auslaufen und bestimmte Gabelstaplerreifen stattdessen zukünftig in Asien fertigen zu lassen. Als Folge dessen sollen 73 von 183 Mitarbeitern des Unternehmens zum 1. September in eine Transfergesellschaft wechseln, wo sie qualifiziert und bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz unterstützt werden. Das meldet zumindest die Zeitung Die Rheinpost. Schon Anfang Juni hat Geschäftsführer Hans Mayer demnach betriebsbedingte Kündigungen mit der Begründung in Aussicht gestellt, die Nachfrage nach Vollgummireifen für Gabelstapler sei infolge der Krise eingebrochen. Vor dem Hintergrund sinkender Umsätze und der Annahme, dass eine schnelle Erholung der gesamtwirtschaftlichen Lage nicht zu erwarten ist, hat sich die Geschäftsleitung deshalb nun offenbar tatsächlich zu den Stellenstreichungen entschlossen.

Seitens Betriebsrat und der Gewerkschaft IG BCE wird in dem Bericht des Blattes allerdings der Vorwurf erhoben, die Krise werde von der Unternehmensleitung nur vorgeschoben. Es wird kritisiert, dass Gumasol nicht in ausreichendem Maße bzw. nicht in dem in einer betrieblichen Vereinbarung festgeschriebenen Umfang in das Werk Germersheim investiert habe, das daher veraltet sei. In diesem Zusammenhang werden Aussagen des IG-BCE-Bezirksleiters Frank Löllgen wiedergegeben, der beim Thema Gumasol das Bild eines „klassischen Verfalls“ vor Augen hat, da seiner Meinung nach nicht oder zu wenig in neue Produkte investiert wird.

Das Ergebnis der Verhandlungen um Interessenausgleich und Sozialplan zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung wird unabhängig davon seitens der Arbeitnehmervertreter als „das beste, was zu erreichen war“, bezeichnet. Wie es weiter heißt, bekommen die betroffenen 73 Mitarbeiter, die in Einzelgesprächen informiert werden sollen, zwölf Monate lang 90 bzw. nach Ablauf ihrer regulären Kündigungsfrist 75 Prozent des Lohnes. „Der Betriebsrat hat sich dabei mit seiner Forderung nach Gewährung der maximalen Laufzeit von zwölf Monaten und einer deutlichen Aufstockungszahlung auf das Transferkurzarbeitergeld durchgesetzt“, wird Hans Mayer von der Rheinpost zitiert. „Ich weiß, dass hinter jedem Fall auch ein Einzelschicksal steht“, soll er darüber hinaus gesagt haben, ohne dabei jedoch näher auf die Zukunft des Standortes Germersheim und der dort verbleibenden 110 Mitarbeiter einzugehen.

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