Protestler aus Clairoix fordern Gespräche mit Konzernführung

Die französischen Continental-Beschäftigten, die gestern das Reifenwerk im lothringischen Sarreguemines (Saargemünd) besetzt haben, verlangen Gespräche über Sozialpläne für die Stilllegung ihres Betriebs mit der Konzernspitze aus Hannover. Allerdings wirkt der Auftritt der auf bis zu 500 geschätzten Arbeiter aus dem von der Schließung bedrohnten Reifenwerk in Clairoix nicht gerade so, als seien sie zum Reden nach Sarreguemines gekommen. Zeitungen berichten von einer „dicken, schwarzen Rauchfahne, die vorm Continental-Werk aufsteigt“ und einem Polizeiaufgebot rund um die Fabrik, das offenbar dem Ernst der Angelegenheit entspricht. Zu nennenswerten Auseinandersetzungen zwischen den Protestlern und der Polizei ist es aber anscheinend noch nicht gekommen; die Uniformierten setzen auf Entspannung.

„Auf dem Parkplatz des Conti-Werks geht es eher zu wie auf dem Jahrmarkt. An einigen Autos werden Bierflaschen herumgereicht, man lacht und reißt Witze“, heißt es dazu in der Saarbrücker Zeitung. Aber es liegt eben ein Stapel brennender Reifen auf der Einfahrt zum Werksgelände der jedem, der sich nähert, bedeutet: „Dieses Werk ist besetzt.“ „Diese Besetzung hat mit uns nichts zu tun“, wird Patrick Steiner zitiert, Betriebsratsvorsitzender des Saargemünder Werks. „Das machen die Leute aus Clairoix; aber wir sind natürlich solidarisch.“ Inzwischen sei die Produktion in Saargemünd eingestellt. Die Protestler wollten so lange bleiben, bis ein Verantwortlicher des Konzerns zu Gesprächen bereit ist. „Wenn die uns eine Zusage für ein solches Gespräch geben, sind wir sofort weg“, so ein französischer Gewerkschaftsfunktionär.

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