AutoBild: Winterreifen-Abzocke bei Autovermietern

Autovermieter greifen ihren Kunden während der Wintermonate tiefer in die Taschen. Wer jetzt einen Wagen mieten will, muss trotz des Wetters einen Zuschlag für Winterreifen zahlen – auch wenn diese bereits montiert sind. Das berichtet AutoBild in der heute erschienenen Ausgabe (Heft 50). Zwar sind 80 bis 90 Prozent aller Mietwagen in Deutschland mit Winterreifen ausgestattet, doch Sixt und Co. lassen sich das mit Tageszuschlägen von 4,24 bis 15,50 Euro bezahlen. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss die Winterreifen zudem schon sehr früh reservieren, heißt es in der Automobilzeitung.

Experten halten diese Praxis für bedenklich: „Licht ist ja auch im Preis mit drin. Der ordnungsgemäße Zustand eines Autos sollte nichts extra kosten“, fordert Rechtsanwältin Dr. Daniela Mielchen aus Hamburg und verweist auf ein Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts aus dem Jahr 2007 (AZ. 14 U 34/07): Demnach ist „ein Mietfahrzeug, das nicht mit speziellen Winterreifen ausgestattet ist, bei winterlichen Witterungsverhältnissen […] ungeeignet“. Josef Harrer vom Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) wird noch deutlicher: „Sowas ist Abzocke – eine verkehrssichere Bereifung gehört eindeutig zur Grundausstattung eines Mietwagens.“

AutoBild wollte von verschiedenen Vermietern wissen, wieso sie diese Zuschläge verlangen: Sixt und Avis machen einen „erheblichen finanziellen Aufwand“, den Umrüstung und Kauf der Reifen mit sich brächten, dafür verantwortlich. Bei Europcar gehe die Winterwagenflotte im Sommer zurück an die Autohersteller – auf Sommerreifen. Und diese Umrüstung sei sehr teuer.

Obwohl in Deutschland keine generelle Winterreifenpflicht besteht, ist bei Eis und Schnee laut Straßenverkehrsordnung geeignete Bereifung vorgeschrieben. Außerdem müssten, heißt es bei AutoBild, Vermieter bei winterlicher Witterung ihre Kunden über die Bereifung aufklären. Geschieht das nicht, haften sie im Schadensfall voll.

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