Reifengeschäft kein Hoffnungsschimmer für gebeutelte Kfz-Branche

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Auf Basis der von der Zeitschrift Kfz-Betrieb in Auftrag gegebenen und von der Unternehmensberatung BBE Retail Experts regelmäßig durchgeführten bundesweiten Befragung von Autohäusern und freien Servicebetrieben wird Monat für Monat ein sogenannter Branchenindex BIX berechnet. Diese Kennziffer soll die Branchenstimmung widerspiegeln, wobei ein Wert von über Hundert eine Mehrheit an optimistisch eingestellten Befragten signalisiert, während bei einem Wert unter Hundert die Pessimisten in der Überzahl sind. Wie die jüngste Auswertung für den September dieses Jahres zeigt, trifft Letzteres für die deutschen Autohäuser zu, denn die Stimmungskurve blieb mit 85 Indexpunkten auf dem gleichen niedrigen Niveau wie im August. Der Indexwert für die freien Servicebetriebe hat sich im September 2008 gegenüber dem Vormonat sogar um acht auf nunmehr 104 Punkte verschlechtert. „Die Umsatzzahlen der Betriebe sinken weiterhin, nicht nur beim Fahrzeugverkauf. Auch Serviceleistungen werden immer weniger nachgefragt, sodass sich das Stimmungsbild der fabrikatsunabhängigen Unternehmen ebenso zunehmend verschlechtert“, wird dies seitens BBE erklärt. Die gesamtwirtschaftliche Lage erscheine gegenwärtig desolat, wobei auch das Reifengeschäft keinen Hoffnungsschimmer für die Kfz-Branche darstelle. Denn laut der jüngsten Befragung haben lediglich 17 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe ihren Reifenabsatz im ersten Halbjahr 2008 steigern können, während nahezu jeder zweite Betrieb sich mit stagnierenden Umsätzen habe zufriedengeben müssen und gut ein Drittel soll einen Absatzrückgang im Jahresvergleich verbucht haben.

Angesichts dessen sei die Prognose der Befragten für das Wintergeschäft 2008/2009 von Zurückhaltung geprägt. „Die meisten wagen keine positive Prognose und erwarten eher gleichbleibende Umsatzzahlen für das Reifengeschäft. Nur jeder fünfte Betriebsleiter blickt optimistisch in die Zukunft und rechnet mit einem steigenden Absatzvolumen“, heißt es dazu. Und 75 Prozent der befragten Autohäuser und Servicebetriebe haben zugleich von einem zunehmenden Preisdruck im Neureifengeschäft berichtet, wobei dies offenbar insbesondere auf die wachsende Anzahl von Onlinereifenanbietern zurückgeführt wird. „Auch die steigende Konkurrenz durch Discounter, Baumärkte, expandierende Reifenketten und die zunehmende Professionalisierung der Autohäuser im Reifengeschäft wird von vielen Unternehmen als Preistreiber angesehen. Insbesondere die freien Kfz-Betriebe meinen, dass selbst Premiummarken durch Asienimporte unter Preisdruck geraten würden“, lautet ein weiteres Ergebnis der jüngsten Umfrage. Die hat außerdem zutage gefördert, dass die Einlagerung von Kundenrädern von der Mehrheit der Autohäuser (97 Prozent) wie der Servicebetriebe (73 Prozent) aktiv als Kundenbindungsmaßnahme genutzt wird und dass der Anteil von Ganzjahresreifen am gesamten Reifengeschäft in den Unternehmen relativ gering ist. Bei 59 Prozent der markengebundenen und 47 Prozent der freien Kfz-Betriebe liegt demnach der prozentuale Anteil unter zehn Prozent und bei einem Drittel bis zu 20 Prozent.

Dabei würden Ganzjahresreifen von den Befragten hauptsächlich für Kleinwagen und Fahrzeuge der Kompaktklasse verkauft, in der Mittel- und Oberklasse spiele diese Art von Reifen eine untergeordnete Rolle, heißt es. „Aktiv bieten lediglich 27 Prozent der Fabrikatshändler und 36 Prozent der Servicebetriebe ihren Kunden Ganzjahresreifen an. Dass Ganzjahresreifen von den Kunden als sinnvolle Alternative zu Winter- und Sommerreifen angesehen werden, glauben nämlich nur 26 Prozent der befragten Markenhändler und 39 Prozent der freien Werkstätten“, wird auch gleich eine Erklärung dafür mitgeliefert, warum der Anteil von Ganzjahresreifen am gesamten Reifengeschäft in den Unternehmen vergleichsweise gering ist. Die Kunden, die sich dennoch für Ganzjahresreifen entscheiden, wollen aus Sicht der befragten Kfz-Betriebe im Wesentlichen den Reifenwechsel bzw. den dafür nötigen Werkstattbesuch vermeiden (über 70 Prozent der Befragten), allerdings glauben 47 Prozent der Autohäuser und 42 Prozent der Servicebetriebe, dass für die Käufer von Ganzjahresreifen der günstigere Preis bei ihrer Kaufentscheidung im Vordergrund steht. Rund 30 Prozent der Befragten hätten zudem gemeint, dass die Kunden keinen Platz zur Einlagerung von Sommer-/Winterreifen haben und deshalb als Alternative Ganzjahresreifen wählen.

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