Laut GTÜ häufig Mängel an Reifen, Rädern und Achsaufhängungen

Mehr als 54 Prozent der von der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) im ersten Halbjahr 2008 untersuchten Pkw waren mit Mängeln unterwegs. Bei 17,2 Prozent der Autos stellten die Prüfingenieure sogar erhebliche Mängel bis hin zur Verkehrsunsicherheit fest. Lediglich 45,9 Prozent der geprüften Pkw gingen ohne Beanstandung durch die Hauptuntersuchung. Die meisten festgestellten Mängel entfielen dabei auf das Segment Beleuchtung und Elektrik, wo über alle Altersklassen hinweg bei 23,2 Prozent der im ersten Halbjahr geprüften Fahrzeuge Defizite festgestellt wurden. Auf Platz zwei liegen Mängel an der Bremsanlage mit 17,8 Prozent (Vorjahr 19,2) und an Achsen/Räder/Reifen/Aufhängungen mit ebenfalls 17,8 Prozent (Vorjahr 18,5). Platz drei belegen die Umweltbelastungen, wie Motorabgase, Ölverluste, Lärmentwicklung etc. mit 16,9 Prozent (Vorjahr 16,5). Auf dem letzten Platz der aktuellen GTÜ-Liste finden sich Mängel an Fahrgestell/Rahmen/Aufbau mit 10,8 Prozent (Vorjahr 10,8).

Die aktuelle Auswertung sieht die GTÜ vor dem Hintergrund des steigenden Pkw-Durchschnittsalters, das heute bei acht Jahren liege, zudem als Bestätigung dafür, dass sicherheitstechnische Risiken vor allem von älteren, ungepflegten Pkw ausgehen: Denn während die GTÜ-Prüfer an 100 Pkw bis zu einem Alter von drei Jahren durchschnittlich 23 Mängel aufspürten, diagnostizierten sie an 100 Autos mit einem Alter von über neun Jahren rund 231 Mängel. Insgesamt sollen in der Altersgruppe über neun Jahre 72,6 Prozent aller untersuchten Pkw mit Mängeln unterwegs sein – 24,9 Prozent wiesen demnach erhebliche Mängel auf oder waren gar verkehrsunsicher. Nur 27,4 Prozent der Pkw dieser Altersgruppe waren ohne Mängel. Betrachtet man das Gesamtergebnis der GTÜ-Hauptuntersuchung im ersten Halbjahr 2008, so bedeute dies, dass bei einem derzeitigen Gesamtfahrzeugbestand von rund 42 Millionen Pkw acht Millionen gravierende Mängel aufweisen und dass rund 23 Millionen Pkw reparaturbedürftig sind. „An Service- und Reparaturkosten zu sparen, darf nicht zulasten der Verkehrssicherheit gehen. Nicht ohne Grund fordert die GTÜ deshalb eine jährliche Hauptuntersuchung für alle Fahrzeuge, die älter als neun Jahre sind“, so die Überwachungsorganisation.

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