Wirtschaftsminister besucht Michelins Zukunftspakt-Fabrik

Wer in Bad Kreuznach mit alteingesessenen Michelinern zu tun hat, der weiß: Bei allem Enthusiasmus rund um den „Zukunftspakt“, der den Standort bis 2012 sichert, gab es doch auch Unmut in der Belegschaft, so die lokale Allgemeine Zeitung. Mehr arbeiten ohne Lohnausgleich, das schmeckt nicht jedem. Beim gestrigen Besuch des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministers Hendrik Hering (SPD) nickte Betriebsratsvorsitzender Claus Bos denn auch vielsagend: „Nein, das war nicht einfach!“ Er fuhr fort: „Wichtig ist uns jedoch, dass wir 2008 rund 1,5 Millionen Reifen mehr produzieren und dass mehr Personal eingestellt wird.“ Personalchef Oliver Beck fügte an: „Und wir konnten durch den Zukunftspakt im vergangenen Jahr neun Azubis übernehmen.“ Wirtschaftsminister Hendrik Hering sagte, Michelin demonstriere mit dem Zukunftspakt sowie den „grünen Reifen“ eindrucksvoll gesellschaftliche Verantwortung. „Wir brauchen eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung in Deutschland“, so Hering. Die neuen Michelin-Reifen leisteten hierzu ihren Beitrag, insbesondere wenn man die von Jürgen Eitel prognostizierte Verdopplung des weltweiten Fahrzeugbestandes von derzeit 800 Millionen auf 1,6 Milliarden Fahrzeuge in 2030 berücksichtige.

Einen großen Sprung habe man bei der Produktivität gemacht, erklärte Werkseiter Dieter Freitag zufrieden, schreibt die Zeitung weiter. „In den vergangenen drei Jahren haben wir sie um 26 Prozent steigern können, und bis 2012 soll es noch einmal so viel werden.“ Derzeit erreiche man zwar noch nicht die Produktivität des Spitzenreiters im Michelin-Verbund, dem Werk im spanischen Valladolid, aber man sei dicht dran. Oliver Beck erläuterte, durch die pro Woche um 1,25 Stunden erhöhte Arbeitszeit erreiche man eine Produktivitätssteigerung von 3,3 Prozent. Durch die im Rahmen der „Zukunftspakt“-Vereinbarungen von den Mitarbeitern pro Monat zusätzlich geleistete Stunde für Qualifizierungsmaßnahmen würden noch einmal 0,6 Prozent Produktivität hinzugewonnen.

Die Zukunft wird in Bad Kreuznach mit den so genannten „grünen Reifen“ gesichert, jenen Fabrikaten also, die den ökologischen Fußabdruck, wie es bei Michelin genannt wird, verringern helfen. Der neue „Energy Saver“ ist einer dieser „grünen Reifen“, die bald schon in Bad Kreuznach einen Anteil von 50 Prozent haben sollen.

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