In den Nischen zu Hause

Ja, räumt der Marketingleiter für die Sparte „Heavy Tyres“ Jukka Hautala auf direkte Frage am Nokian-Messestand während der Agritechnica ein, die räumlichen Möglichkeiten für eine Ausweitung der Produktion am Stammsitz des Unternehmens im finnischen Nokia seien begrenzt und etwaige Offtake-Aufträge mithin immer ein Thema im Hause. Andererseits finde man immer noch irgendwie Möglichkeiten, die vorhandene Produktion auszubauen. Der produktionstechnische Fortschritt macht’s möglich.

Im Landwirtschaftsreifenbereich ist Nokian Tyres ein respektabler Mitspieler von vielen, in dem Subsegment Forstreifen versteht sich das Unternehmen allerdings als klarer Marktführer und Pionier ohnehin. Zumal selbst größere Wettbewerber, die sich in der Vergangenheit auf dieses Feld, besser in diesen Forst vorgewagt hatten, recht kleinlaut geworden sind. Bei Forstreifen ist Nokian das Maß der Dinge, auf der Messe in Hannover gab’s allerdings weniger echte Neuerungen, sondern eher Programmabrundungen in Form neuer Größen zu sehen.

Das Spitzenprodukt unter den Forstreifen trägt den Namen „Forest Rider“, das dank einer patentierten Flankenverstärkung gegen Durchstichverletzungen gut geschützt ist und sich gegenüber herkömmlichen Diagonalreifen durch besseres Traktions- und damit Fortbewegungsvermögen sowie einen – auch die Treibstoffersparnis ist bei diesen Einsätzen längst zu einem Thema geworden – geringeren Rollwiderstand auszeichnet. Nach 710/45 R26.5 gibt es diesen Reifentyp seit einigen Wochen auch in 600/55 R26.5 vor allem für den Einsatz auf so genannten „Cut-to-Length“-Maschinen.

Genau bei dieser Anwendung ersetzt Nokian aktuell das bewährte Produkt TRS LS-2 durch den Forest King TRS L2 und belegt damit, dass auch die Diagonalreifentechnologie in mancher Nische nicht nur weiterhin eine Daseinsberechtigung hat, sondern auch noch Weiterentwicklungspotenzial. Während die Dimensionspalette bei diesem Produktwechsel weitgehend erhalten blieb und damit weiterhin sechs Größen umfasst, sind die breiteren Stollen bei der neuen Profilierung das Hauptunterscheidungsmerkmal zum bisherigen Produkt. Der erneuerte Diagonalreifen werde „den wachsenden Herausforderungen in punkto Lasten und Traktionsvermögen gerecht“, heißt es bei Nokian.

Auch bei gezogenen Fahrzeugen im Landwirtschaftsbereich steht Nokian Heavy Tyres bei den Produktentwicklungen oft in vorderster Front und weitet die Größenpalette moderner Produkte sukzessive aus, auch im Flotationbereich. So gibt es den „Flachprofil-Gürtelreifen“ ELS Radial jetzt auch in der Größe 650/60 R34 und bietet sich damit hervorragend für den Einsatz auf Güllefässern an. Ebenfalls erweitert wurde das Größenspektrum des Flotationreifens „Country King“, der außer auf Güllefässern auch bei Anhängern für die Erdbewegung sowie Futter- und Rübentransporten überwiegend eingesetzt wird und der sich technisch vor allem durch eine verstärkte Stahlgürtelkonstruktion auszeichnet. Den Reifen mit Speedindex „D“ (= 65 km/h) gibt es jetzt auch in 600/50 R22.5 und 650/65 R26.5.

Auf mittlerweile 20 Größen hat Nokian das Angebot des Traktorreifens „TRI 2“ ausgebaut und dokumentiert damit die Vielseitigkeit des Produktes. Die neue Reifengröße 300/80 R24 eignet sich für kleinere Traktoren, die zum Beispiel bei Straßenwartungsarbeiten und in Grüngebieten eingesetzt werden. Die zweite neue Größe 540/65 R24 findet bevorzugt Anwendung bei Maschinen des Gebäude- und Immobilienservices und bei landwirtschaftlichen Maschinen.

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