Speedline geht an die Ronal-Gruppe

Die Ronal-Gruppe mit Hauptsitz in Härkingen (Schweiz) hat von der Maberfin S.p.A. (die Mazzucconi-Gruppe) die Kapitalmehrheit an Speedline s.r.l. – womit im Wesentlichen die beiden Speedline-Werke in Tabina und Lenna (bekannt als Valbrem) gemeint sind – erworben. Das Werk in Bozen, in dem Lkw-Aluminiumgussfelgen hergestellt werden, wird zum Jahresende geschlossen; dies war noch eine Entscheidung der Alteigentümer um Michele Mazzucconi, wie aus Kreisen zu erfahren war, die an den Verhandlungen beteiligt waren. Denn an Speedline hatten zuvor auch die beiden Wettbewerber Cromodora und Borbet (gilt heute als Favorit für den Zuschlag bei BBS) Interesse bekundet.

Während in der Fabrik von Valbrem – in der zu einem Großteil im Lohnauftrag für Räderanbieter im Ersatzgeschäft produziert wird – vorerst keine größeren Veränderungen zu erwarten sind, soll das Hauptwerk in Tabina, in dem bislang zu fast hundert Prozent für die Erstausrüstung gefertigt wird, weiter aufgerüstet werden. Dabei geht es im Wesentlichen um das Flow-forming, das zu einer Schlüsseltechnologie für zukünftige Generationen von großdimensionierten Rädern werden könnte: Flow-forming sorgt zum einen für dünnere Wände und damit geringeres Gewicht, trägt aber auch maßgeblich zu einer stärkeren Felgenhornstabilität bei, die bei Runflat-Reifen verlangt ist. Innerhalb von vier bis fünf Jahren will Ronal die Fertigungskapazität bei Flow-forming im Werk Tabina auf etwa 1,6 Millionen Einheiten jährlich schrauben. Auch die Speedline-Erfahrungen bei Lkw-Rädern sollen genutzt werden, so dass davon auszugehen ist, dass ein Großteil des Bozener Equipments nach Tabina verlagert wird und dort künftig auch Lkw-Räder aus Aluminium gegossen werden. Nicht mehr nutzen kann Ronal die vormalige Partnerschaft zwischen Speedline und dem größten chinesischen Räderhersteller Dicastal: Die entsprechenden Verträge sind ausgelaufen.

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